„Ice Dogs“ fegten am Freitag den Mitfavoriten ESV Würzburg mit 17:1 Toren vom Eis Bester EVP seit Oberliga-Zeiten Schwindl verdoppelte mit sieben Treffern sein Torkonto – Herberholz ohne Kacir abgemeldet
VON RICHARD REINL


PEGNITZ – Glückwunsch an die Verantwortlichen im Verein: Der EV Pegnitz bietet derzeit Eishockey, so gut wie schon seit Oberliga-Zeiten nicht mehr. Am Freitag fegten die „Ice Dogs“ die Würzburger Eisbären mit 17:1 Toren regelrecht vom Eis. Die Konkurrenz rätselt nach den ausnahmslos zweistelligen EVP-Heimerfolgen gegen die Mitfavoriten: Wer soll dieses Team beim Unternehmen „Aufstieg“ überhaupt noch stoppen?

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz – ESV Würzburg 17:1 (7:1/2:0/8:0) – NN-Leser wie „Jupp“ Fischer, der persönliche Referent des Landrats, die den Rat, pünktlich zu kommen, befolgt hatten, konnten sich freuen. Die „Ice Dogs“ legten los, wie gerade aus dem Käfig gelassen: Nach nur 15 Sekunden versenkte Schwindl den Puck zum ersten Mal im ESV-Gehäuse, Gerstner legte nach 1:30 Minuten das 2:0 nach. Das hatten sich die Gäste, nach dem überraschenden Sieg über Bad Kissingen euphorisch angereist, sicher anders vorgestellt. Pegnitz übte in dieser Anfangsphase enormen Druck aus, was sicher auch daran lag, dass Coach Horst Kürzdörfer in den ersten zehn Minuten den Paradesturm jeweils im Wechsel mit der zweiten und dritten Reihe aufs Eis schickte. Der Erfolg gab ihm Recht: Würzburg, vom EVP regelrecht eingeschnürt, gelang erst nach 11:56 Minuten überhaupt der erste Schuss auf das Tor von Jens Braun.

Die Überlegenheit der Gastgeber war frappierend, auch wenn berücksichtigt werden muss, dass die Unterfranken auf Stanislav Kacir, einen ihrer Top-Stürmer, verzichten mussten. Er hatte sich im Spiel gegen Bad Kissingen den Daumen angebrochen. Aber auch die „Ice Dogs“ hatten Stammspieler zu ersetzen: Spielertrainer Mike Morin laboriert noch immer an einer Lungenentzündung, dazu fehlte kurzfristig noch Ziegler, bis dato zweiterfolgreichster Torschütze hinter Schwindl.

Während Pegnitz keine Beeinträchtigung anzumerken war – Rembs und Krieg füllten die Lücken bravourös –, herrschte im ESV-Sturm Flaute: Herberholz war ebenso abgemeldet wie vor einer Woche das Bad Kissinger Sturm-As Stabel. Dem Ex-Nürnberger, der nur mit zwei Strafzeiten auffiel, gelang kein einziges Tor. Bezeichnend, dass der Würzburger Ehrentreffer begünstigt durch den EVP-Keeper just zu dem Zeitpunkt fiel, als Herberholz auf der Strafbank saß.

Nach dem 7:1-Pausenstand kamen beide Teams mit demselben Vorsatz aus der Kabine: „Wir fangen jetzt noch einmal an, wie wenn es 0:0 stehen würde“. Der EVP setzte die Vorgabe wieder postwendend um – nach diesmal 29 Sekunden erhöhte erneut Schwindl, der am Freitag sein Trefferkonto glatt verdoppelte auf 8:1 –, Würzburg blieb weiter blass. Wie diszipliniert Schwindl, Ponitz & Co zu Werke gingen, zeigt, dass die erste von insgesamt nur drei Strafzeiten aus der 26. Minute datierte. Und trotzdem hatten die „Ice Dogs“ im Mitteldrittel ihre Krise: Gut 17 Minuten lang kein Tor? Was war geschehen? Trainer Kürzdörfer sagte es dem Team bei einer Auszeit: „Hört endlich mit dem Zocken auf. Wir müssen laufen und arbeiten“. Er meinte es ernst: Als Schwindl und Ponitz das ESV-Tor weiterhin eine Viertelstunde lang umkreisten, ohne einzulochen, nahm er sie für den Rest des Drittels aus dem Spiel und beorderte sie ganz ans Ende der Bank – Höchststrafe.

Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten: Im Schlussdrittel war der EVP überhaupt nicht mehr zu bremsen, nicht nur, weil Schwindl und Ponitz Würzburg jetzt regelrecht schwindlig spielten. Obwohl Kürzdörfer jetzt konsequent auch den EVP-Nachwuchs einsetzte, fielen die Treffer nach Belieben, Nummer 14 und 15 sogar binnen nur neun Sekunden. Schließlich hatten sogar die heimischen Fans Mitleid mit den Gästen: „Wir wollen Gegner, keine Opfer“.

Die Torfolge: 1:0 (1.) Schwindl/Haslach/Krieg, 2:0 (2.) Gerstner/Schüssel/Wiener, 3:0 (8.) Gerstner/Ponitz/ Schwindl, 4.:0 (14.) Schüssel/Ponitz/Gerstner, 5:0 (17.) Schüssel/Wiener/Honke, 6:0 (18.) Wiener, 6:1 (19.) Knöpfler, 7:1 (20.) Wiener/Schüssel, 8:1 (21.) Schwindl/Ponitz/Haslach, 9:1 (39.) Haslach/Schoppa/Krieg, 10:1 (41.) Haslach/Ponitz/Schwindl, 11:1 (43.) Schwindl/Brütting/Ponitz, 12:1 (45.) Nickel/Weise, 13:1 (46.) Schwindl/Haslach/Ponitz, 14:1 (50.) Ponitz/Schwindl/Haslach, 15:1 (50.) Schwindl/Haslach, 16:1 (52.) Schoppa/Rembs/Weise, 17:1 (58.) Ponitz/Schwindl/Krieg. Strafen: EVP sechs, ESV 18 Minuten.


- Bericht der Nordbayerischen Nachrichten aus dem Internet (www.nn-peg.de) -

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