„Icedogs“ feierten nach drei Stunden
Kampf auf Biegen und Brechen hochverdienten 6:2-Sieg über Deggendorf
EV-Coach:„Jetzt schaffen wir Durchmarsch“
Keeper Schmidt sowie Haslach, Schwindl und Ponitz Garanten des Erfolgs —
Polizei musste Gästefans bändigen
PEGNITZ — „Jetzt schaffen wir den Durchmarsch in die Bayernliga.“
EVP-Coach Horst Kürzdörfer schwärmte nach dem hart umkämpften 6:2-Sieg
über den Verfolger Deggendorf in den höchsten Tönen von seinem Team.
Überragend agierten wieder einmal Keeper Schmidt, Verteidiger Haslach und das
Sturmduo Ponitz/Schwindl.
Eishockey
EV Pegnitz — Deggendorfer SC 6:2 (2:1/2:1/2:0) — Kampf von der ersten bis zur letzten Minute hatten die Verantwortlichen von den „Icedogs“ verlangt, um den brandgefährlichen Gegner erst gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. Mit einem konsequenten Forechecking und hartem aber fairen körperlichen Einsatz gelang dies auch. Für die spektakulärste Aktion im ersten Drittel sorgte dabei Verteidiger-Oldie Norbert Haslach, als er einen DSC-Stürmer mit einem Check nach Vorbild des legendären Füssener Nationalspielers Paul Ambros aushob.
Die Deggendorfer hatten sich eine ähnliche Taktik zurecht gelegt, wobei ihr Hauptaugenmerk dem EVP-Topscorer Markus Schwindl galt, der gleich in Doppeldeckung genommen wurde. Weil zudem permanenter Schneefall die Aktionen bremste, ließ der Spielfluss zu wünschen übrig. Zahlreiche Strafzeiten, nach denen sich die völlig überforderten Schiedsrichter Löwenstein und Reiser immer wieder in Diskussionen mit den Gästen einließen, sorgten zudem für viele Unterbrechungen. Prompt nützte der EVP die erste Überzahlsituation zur vielumjubelten Führung, erzielt durch Spielertrainer Mike Morin, der für Gerstner in den ersten Sturm gerückt war. Dort war er neben den Wirbelwinden Ponitz und Schwindl so gefordert, dass er im Mitteldrittel nach einer Kreislaufschwäche mit Infusionen wieder aufgerichtet werden musste.
Trotz der Pegnitzer Führung blieb Deggendorf stets gefährlich. Obwohl sich auch die dritte Pegnitzer Reihe redlich mühte, kassierte sie doch den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich. Nur gut, dass Ponitz kurz vor der Pause das 2:1 vorlegen konnte, dem der SC trotz Bestehens auf zwei Sekunden (!) Nachspielzeit vorerst nichts mehr entgegensetzen konnte.
Das Mitteldrittel allerdings eröffnete Deggendorf mit einem Paukenschlag: Nach nur 21 Sekunden gelang Kaiser der erneute Ausgleich. Jetzt wackelten die „Icedogs“. Nur gut, dass die Gäste nunmehr mit der Brechstange zu Werke gehen wollten und deshalb allein in diesem Abschnitt 14 Strafminuten kassierten. Bei nur sechs eigenen Minuten „Kühlbox“ bedeutete dies, dass der EVP fast ein halbes Drittel lang in Überzahl agieren und so den Grundstock für den Sieg legen konnte. Erst vollendete Schwindl nach überlegtem Powerplay und nur 44 Sekunden später schloss Gerstner eine Traumkombination mit Ponitz und Schwindl zum 4:2 ab.
Im Schlussdrittel bot sich den Zuschauern dann ein offener Schlagabtausch mit vielen Gelegenheiten auf beiden Seiten. Allerdings häuften sich auch die persönlichen Fehden der Spieler untereinander, die schließlich in der 53. Minute ihren unrühmlichen Höhepunkt erlebten: Nach einem Check von hinten kassierte Frank Schüssel nicht nur eine Spieldauersperre sondern auch noch zwei Mal zwei Minuten, nachdem er auch noch den DSC-Torschützen zum 1:1, Thomas Istel, zu Boden streckte. Er musste minutenlang auf der Bank behandelt werden.
Das sportliche Highlight bot nur Sekunden später Markus Schwindl, der bei einem Sololauf über den ganzen Platz die komplette Gästemannschaft wie Slalomstangen stehen ließ, auch noch den Keeper ausschwanzte und unmittelbar vor dem Fan-Block der Deggendorfer Ultras zum vorentscheidenden 5:2 einschob. Für das Sahnehäubchen auf einem hochverdienten EVP-Erfolg sorgte schließlich Kersey, der Sekunden vor Schluss nach schöner Vorarbeit von Haslach und Schwindl zum 6:2-Endstand vollendete. Zuletzt hatte der untadelig haltende Schmidt bei einem Pfostenschuss Glück.
Die Mehrzahl der mitgereisten Deggendorfer Fans erkannte die Pegnitzer Überlegenheit an. Dennoch erforderten einige unbelehrbare „Hoolies“ einen größeren Polizei- und Ordnereinsatz. Via Internet distanzierten sich die DSC-Ultras von diesen vermeintlichen Fans, entschuldigten sich beim EVP und zollten der „geilen Polizei“ hohes Lob für ihren besonnenen Einsatz.
Die Zuschauer, unter ihnen auf besondere Einladung des EVP auch Repräsentanten des öffentlichen Lebens wie Dekan Dr. Gerhard Schoenauer, zahlreiche Stadträte, und Vertreter anderer Vereine hatten sicher kein brillantes Eishockeyspiel gesehen, dafür aber fast drei Stunden lang Härte, Kampf und Spannung pur, in dem sich die „Icedogs“ souverän durchsetzten.
Die Torfolge: 1:0 (7.) Morin/Schwindl/Ponitz, 1:1 (16.) Istel, 2:1 (19.) Ponitz/Schüssel/Walther, 2:2 (21.) Kaiser/Popp, 3:2 (31.) Schwindl/Ponitz/Kersey, 4:2 (Gerstner/Schwindl/Ponitz, 5:2 (55.) Schwindl, 6:2 (60.) Kersey/Schwindl/Haslach. Strafen: EVP: 35 Minuten plus Spieldauersperre für Schüssel, DSC 40 Minuten. -rr-
10.2.2003 0:00 MEZ
Vorbericht der NN vom 07.02.2003:
Neben zahlreichen Fans erwartet der EVP
heute zum Schlagerspiel auch Politiker
Bundesligateam reizt „Icedogs“
Erfolgreicher Deggendorfer Nachwuchs — Sonderpreis und Freibier für die
Vereine
PEGNITZ — Ein volles Haus erwartet der EVP heute Abend zum Aufstiegsschlagerspiel gegen den hartnäckigsten Verfolger, den Deggendorfer SC. Neben vielen Fans hofft die Vereinsführung, auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Schulen begrüßen zu können, um ihnen die Faszination des Eissports vorführen zu können.
Eishockey-Qualifikation
EV Pegnitz — Deggendorfer SC (heute Freitag, 20 Uhr) — Trotz des hohen Besuchs steht natürlich der Sport im Mittelpunkt, und hier ist höchste Vorsicht geboten vor einer Gästemannschaft, die zwar spät in die Aufstiegsrunde gestartet ist, die aber schon nach dem ersten Sieg in Nürnberg enorm für Furore sorgt. Eishockey-Boss Richard Hagen, der Deggendorf in der Noris beobachtet hat, kann der Mannschaft nur raten, diesmal von der ersten bis zur letzten Minute mit Volldampf zu agieren, um den Gegner gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen.
Entsprechende Ratschläge kommen auch aus Bruckberg und Regen, die in der Vorrunde schon gegen den DSC antreten mussten: „Wer Deggendorf erst einmal auf Touren kommen lässt, hat schon verloren.“ Das ist kein Wunder, handelt es sich bei dem Team doch um den ehrgeizigen Nachwuchs, der bislang in der Junioren-Bundesliga auf Punktejagd gegangen ist und deshalb erst jetzt in die Aufstiegsrunde zur Bayernliga eingreifen kann.
Pegnitz wird also endlich einmal wieder echt gefordert und ist so gesehen froh, dass mit Ausnahme des grippeerkrankten Sascha Fitzek der komplette Kader zur Verfügung steht.
Grund genug also, heute Abend ins Pegnitzer Eisstadion zu pilgern. Die EVP-Vereinsführung hat aber darüber hinaus auch zahlreiche Entscheidungsträger, Multiplikatoren und Vereine eingeladen, damit diese nicht immer nur in den NN über die einzige kommunale Wintersportanlage im südlichen Landkreis lesen, sondern sich auch direkt vor Ort über den Eissport informieren können.
Vorsitzende Sigrid Murr: „Uns ist die prekäre finanzielle Lage der Stadt bewusst. Trotzdem würde eine Schließung des Stadions dem Verein mit seiner 50-jährigen Tradition die Existenzgrundlage rauben.“ In den Drittelpausen soll zudem der „Icedogs“-Nachwuchs Gelegenheit bekommen, unter Beweis zu stellen, wie schade es wäre, wenn diese Jugendlichen ihren Sport nicht mehr ausüben könnten.
Schließlich lockt der EVP noch mit einem Sonderpreis: Bei Gruppen über 20 Personen reduziert sich der Einzel-Eintrittspreis auf drei Euro. Dazu gibt es auch noch ein Freigetränk. -rr-
7.2.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND
UMGEBUNG