„Icedogs“ müssen ihre Finalspiele heuer
in fremder Umgebung austragen
Stadt sperrt das Eisstadion zu
EVP hätte die Mehrkosten im Voraus bezahlen müssen — Letztes Heimspiel
PEGNITZ — Seit einem Jahr schwebte das Damoklesschwert über dem EV Pegnitz,
jetzt hat die Stadt die Schnur durchtrennt: Unwiderruflich wird — zumindest
für diese Saison — am Sonntag, 2. März, das Eisstadion geschlossen. Die
Folge: Die „Icedogs“ müssen die Finalspiele um den Aufstieg in die
Bayernliga in Bayreuth austragen.
Der Stadt steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Anders ist es nicht zu erklären, dass Bürgermeister Manfred Thümmler — pikanterweise Ehrenvorsitzender des EVP — und sein Stadtrat gerade jetzt den Hebel umlegen, da die „Icedogs“ dicht vor dem Aufstieg und damit vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit Oberligazeiten stehen.
Eishockey-Chef Richard Hagen ist die Enttäuschung über diese Entscheidung deutlich anzumerken: „Eigentlich ist der Verein davon ausgegangen, dass zumindest die Spielzeiten 2003 und 2004 gesichert sind, wenn die Mitglieder entsprechend mithelfen, die Betriebskosten zu senken. Wir haben diese Vorgabe erfüllt und der Stadt so schon tausende von Euro gespart.“
Als jetzt aber die Stadt verlangte, die Kosten für eine Verlängerung der Eiszeit im Voraus bar zu löhnen, musste der EVP passen. Hagen: „Wir haben kein Geld für teure Spieler und können deshalb dieser Forderung erst recht nicht nachkommen.“
Wie dem auch sei, fest steht, dass die Fans am Sonntag um 17.30 Uhr im Qualifikationsspiel um den Aufstieg in die Bayernliga gegen den EV Bruckberg für diese Saison letztmals die Gelegenheit haben, Schwindl, Ponitz & Co in heimischer Umgebung bewundern zu können.
„Schwindl-Mania“
Jedem Eissportbegeisterten kann nur dringend geraten werden, die Chance zu nützen, präsentieren sich doch die „Icedogs“ derzeit in blendender Verfassung, wie vor Wochenfrist erst der 16:4-Kantersieg in Vilshofen wieder bewiesen hat. Sogar die Fans des ESC Vilshofen schwärmten im Internet in den höchsten Tönen über den EVP: „Schwindl-Mania! War echt lecker anzuschauen Euer Eishockey. Mit Lichtjahren Abstand das Beste, was wir diese Saison gesehen haben. Gratulation und alles Gute für den Aufstieg.“
Am Sonntag wollen die „Icedogs“ nochmals eine ähnliche Show bieten und hoffen deshalb auf ein volles Stadion. Auch Sonderaktionen sind geplant: So soll der Nachwuchs eine Chance erhalten, sich zu präsentieren und Damen erhalten am Eingang eine Rose und ein Getränk.
Die bereits sicheren Finalspiele um den Aufstieg wird der EVP dann im Bayreuther Eisstadion austragen. Erfolg versprechende Verhandlungen hierfür laufen und auch die Miete von 100 Euro je Stunde erscheint akzeptabel. Die Kehrseite: Für den Vereinsetat wichtige Nebeneinnahmen, etwa aus dem Imbiss-Verkauf, sind dort nicht möglich. -rr-
21.2.2003 0:00 MEZ
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