Der EVP unterliegt mit 1:11
Rumpftruppe ging unter
Pegnitzer schonten in Deggendorf ihre Leistungsträger
PEGNITZ — Wer sich allzu sehr auf große Ziele konzentriert, läuft Gefahr, bei vermeintlich lösbaren Aufgaben unerwartete Niederlagen zu kassieren. Diese Erfahrung musste am Wochenende neben dem Boxer Wladimir Klitschko auch der EV Pegnitz machen. Nur noch den Aufstieg vor Augen, ging das Rumpfteam in Deggendorf mit 1:11 Toren regelrecht unter.
Eishockey-Qualifikation
Deggendorfer SC — EV Pegnitz 11:1 (0:0/7:0/4:1) — Sportlich gesehen war dieses Match bedeutungslos, nachdem beide Teams für das Aufstiegsfinale qualifiziert sind. Dennoch ist die Enttäuschung auf Deggendorfer Seite zu verstehen: Da hatten sich Mannschaft und Fans im Vorfeld auf ein tolles Spiel der beiden besten Teams der Qualifikationsrunde gefreut und dann reist Pegnitz mit einer absoluten Rumpftruppe an: Mit Schwindl, Ponitz, Haslach, Ziegler und Morin wurden nahezu alle Leistungsträger geschont.
Weil dazu auch Graf und Rembs nicht zur Verfügung standen, boten die „Icedogs“ nur zehn Feldspieler und zwei Keeper auf. Zu aller Überraschung konnte diese Reserve im ersten Drittel nicht nur mithalten. Vielmehr hatten Gerstner, Fitzek, Krieg oder Kersey sogar mehrfach die Möglichkeit, in Führung zu gehen.
Dies brachte die Gastgeber noch mehr in Rage. Die Gangart wurde verschärft und Dustin Kersey regelrecht zum Freiwild erklärt. Nicht nur im Spiel, sondern auch beim Wechsel war der Kanadier regelmäßig unsportlichen Attacken ausgesetzt. Das Ziel war klar: Der Stürmer sollte so zu einem Revanchefoul gereizt werden, damit er anschließend mit einer Disziplinarstrafe belegt wird.
Fast wäre die DSC-Rechnung aufgegangen: Als sich Kersey bei den unsicher pfeifenden Schiedsrichtern über die ständigen Fouls beschwerte, wurde er für zehn Minuten in die „Kühlbox“ geschickt.
Als sich im Mitteldrittel Strafen für Pegnitz häuften, hatte selbst der konzeptionslos agierende Deggendorfer SC keine Mühe mehr, die ohne ihre Leistungsträger überforderten „Icedogs“ an die Wand zu fahren. Auch Torwart Oliver Schmidt, der nach dem 3:0 für Andreas Herrmann eingewechselt wurde, konnte daran nichts ändern.
Im Schlussdrittel gelang Gerstner wenigstens der Ehrentreffer für Pegnitz, das nach DSC-Ansicht an diesem Tag allenfalls Bezirksliga-Niveau erreichte.
Dieser höchsten Niederlage seit Jahren und der erst zweiten in der laufenden Saison wollte keiner der Verantwortlichen größere Bedeutung beimessen. Abteilungsleiter Richard Hagen: „Schon am kommenden Freitag, wenn um 20 Uhr im Bayreuther Eisstadion das erste Aufstiegsspiel gegen Germering angepfiffen wird, werden wir wieder eine ganz andere EVP-Truppe erleben.“
Die Torfolge: 1:0 (24.) Sebald/Eisenhut/Kaiser,
2:0 (25.) Sebald/Popp/Kaiser, 3:0 (30.) Popp/Kaiser/Sterz, 4:0 (32.)
Kaiser/Sebald, 5:0 (33.) Istel /Waldowsky/Toth, 6:0 (37.) Pledl, 7:0 (40.)
Brunner/Schmidecker/Pledl, 8:0 (43.) Pledl /Schmidecker, 9:0 (45.) Popp, 10:0
(50.) Popp/Kaiser,10:1 (53.) Gerstner/Kersey, 11:1 (54.) Schmidecker/Pledl/Mutzl.
Strafen: DSC 16 Minuten plus zehn Minuten Disziplinarstrafe für Toth, EVP 20
Minuten plus zehn Minuten Disziplinarstrafe für Kersey. -rr-
10.3.2003 0:00 MEZ
Vorbericht der NN vom 07.03.03:
EVP und Deggendorfer SC sicher im
Aufstiegsplayoff
Schmusekurs auf Eis
In der ersten Begegnung Kampf auf Biegen und Brechen
PEGNITZ — Vor wenigen Wochen standen sich Fans und Spieler des EV Pegnitz und des Deggendorfer SC noch als Rivalen gegenüber, heute treffen sie sich als Freunde, wurde doch im gemeinsamen Bemühen der EHC 80 Nürnberg aus dem Feld geschlagen. Nachdem beide Teams für die Aufstiegsplayoff-Runde qualifiziert sind, wollen sie sich heute mit einem rauschenden Eishockey-Fest bei den Anhängern für die bisherige Unterstützung bedanken.
Qualifikation Nord/Ost
Deggendorfer SC — EV Pegnitz (Freitag, 20 Uhr) — Ein Kampf auf Biegen und Brechen, eine wahre Flut von Strafzeiten und ein Polizei-Sondereinsatz im Block der Gäste, so ist das erste Aufeinandertreffen in Pegnitz in Erinnerung. Heute, da beide Teams die Qualifikation für die Aufstiegsrunde geschafft haben und die Rollen klar verteilt sind, ist die Nervosität gewichen und sogar Freundschaft unter den Fanclubs gewachsen. Der Grund: Im gemeinsamen Bemühen ist es gelungen, den lange als übermächtig geltenden Rivalen Nürnberg auf die Plätze zu verweisen.
Nachdem es heute Abend sportlich um nichts mehr geht, können die beiden besten Teams der Landesligen Nord und Ost den Fans unbeschwert ihr Können zeigen. DSC-Kapitän Günter Eisenhut hat zwar die Marschroute ausgegeben, dass man mit Pegnitz nach der Hinspielniederlage noch eine Rechnung offen hat und diese auch unbedingt begleichen will, er fügt aber auch an, dass man sich vor allem bei den Zuschauern für die Unterstützung während der Saison bedanken will. Ruppigkeiten wie im ersten Aufeinandertreffen sind diesmal kaum zu erwarten, wird sich doch kein Team kurz vor der Aufstiegsrunde durch Strafen und Sperren schwächen wollen.
Pegnitz wird nur mit zwei Reihen antreten können, nachdem Graf (Studium), Morin (Leistenbeschwerden) und Rembs (Kanada-Urlaub) auf jeden Fall fehlen. Und auch Deggendorf wird die Gelegenheit nützen, etliche angeschlagene Spieler zu schonen.
Am nächsten Wochenende folgen nämlich schon die Halbfinalspiele um den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga, wobei es Pegnitz in Bayreuth mit dem Zweiten der Qualifikation Süd/West, „Wanderers“ Germering, zu tun bekommt, die zuletzt den Rivalen Bad Tölz im direkten Vergleich geschlagen haben, während Deggendorf auf Geretsried 1b trifft.
„Icedogs“ oder „Spatzen“
Dank zollen die „Icedogs“ in diesem Zusammenhang schon jetzt dem Bayreuther Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz, der verfügt hat, dass am Freitag, 14. März, um 19.30 Uhr der freie Lauf zu Gunsten dieses Halbfinales ausfällt.
Probleme gibt es nur noch mit den „Kastelruther Spatzen“: Ordnungsamt und Polizei müssen entscheiden, ob beide Veranstaltungen zu gleicher Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft möglich sind.
7.3.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND
UMGEBUNG