Eishockeychef Richard Hagen
konnte sich über 11:3-Kantersieg in Erkersreuth nicht freuen
„Icedogs“
plagen Personalsorgen
Für Wagner und Walther ist die Saison „gelaufen“
— Benefizspiel gegen Bayreuth verschoben
PEGNITZ — Trotz eines deutlichen 11:3-Sieges beim Erzrivalen EC Erkersreuth haben sich tiefe Sorgenfalten in das Gesicht von EVP-Eishockeychef Richard Hagen gegraben. Bedingt durch schwere Verletzungen und die Sperre von Rembs plagen die „Icedogs“ so große Personalsorgen, so dass das für Mittwoch geplante Benefizspiel gegen den Oberligisten ESV Bayreuth verschoben werden musste.
Eishockey-Landesliga Nord
EC Erkersreuth — EV Pegnitz 3:11 (1:3/0:4/2:4) — Auf Neuzugang Thilo Wagner konnte der EVP von vornherein nicht zurückgreifen. Bei ihm sind unerwartet Komplikationen aufgetreten, die von einem früheren Bandscheibenvorfall herrühren. Weil er möglicherweise sogar noch einmal operiert werden muss, fällt er auf unbestimmte Zeit aus.
Auch für Andreas Walther ist die Saison möglicherweise nach dem dritten Spiel schon „gelaufen“: Nach einem Zweikampf knallte er in der 17. Minute ohne gegnerisches Verschulden so unglücklich an die Bande, dass er nicht mehr weitermachen konnte. Im Klinikum Bayreuth erhärtete sich der Verdacht auf Becken-Anbruch. Näheres sollen die heutigen Untersuchungen ergeben. Stefan Ponitz ging nach seinem Tor zum 8:1 vom Eis, um sein seit Monaten lädiertes Knie zu schonen. Schüssel wurde Mitte des Spiels bei einem Zweikampf im Gesicht verletzt, spielte aber tapfer durch und ließ sich erst nach dem Abpfiff die Lippe nähen.
Zu allem Überfluss mussten die „Icedogs“ ab der 31. Minute auch noch auf Rembs verzichten, der nach einer Schlägerei ebenso wie sein ECE-Konkurrent Pauker mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt worden ist und somit automatisch im nächsten Match zusehen muss. Dann wird auch Spielertrainer Mike Morin fehlen, der anlässlich des 60. Geburtstags seiner Mutter schon seit langem einen Heimaturlaub in Kanada zugestanden bekommen hat.
Kein Wunder, dass der sportliche Aspekt bei diesen Problemen etwas in den Hintergrund gerückt ist. Dazu trug auch bei, dass der EVP nie ernsthaft in Bedrängnis geriet, auch nicht durch die überraschende Führung der Gastgeber, nachdem Pegnitz vom Anpfiff weg den Ton angegeben hatte, aber vor dem Tor vom Pech verfolgt war. Ein Doppelschlag von Schwindl und Ponitz binnen zwei Minuten und das beruhigende 3:1 nach souveränem Powerplay sorgten noch vor der ersten Pause für klare Verhältnisse.
Mit dem vierten Treffer infolge eröffnete Schwindl im Mitteldrittel den Torreigen, ehe Kapitän Mark Gerstner zu wahrer Höchstform auflief: Mit drei Treffern und drei Assists sorgte er dafür, dass die Schützlinge von Horst Kürzdörfer das Ergebnis bis zur 52. Minute auf 10:1 schraubten und dies immerhin gegen eine Abwehr, die vom ehemaligen Nationalverteidiger Manfred Ahne dirigiert wird. Der gebürtige Selber Oldie ließ zwar immer wieder seine Erfahrenheit und Routine aufblitzen, wirklich bewegen konnte er nichts mehr, daran änderte auch sein Tor zum 2:11 nichts.
Klar freute sich der EVP über die Punkte, schwerer aber wiegen die personellen Sorgen, zumal am kommenden Wochenende mit dem EV Regensburg 1b und dem EHC 80 Nürnberg zwei absolute Mitfavoriten als Gegner anstehen. Um nicht noch weitere Verletzte zu riskieren, wurde deshalb auch das für Mittwoch geplante Benefizspiel gegen Bayreuth auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Die Torfolge: 1:0 (10.) Frank, 1:1 (11.) Schwindl/Ponitz, 1:2 (12.) Schwindl/Ponitz, 1:3 (15.) Schwindl/Ponitz/Morin, 1:4 (23.) Schwindl, 1:5 (24.) Gerstner/Haslach, 1:6 (27.) Ponitz/Schwindl/Gerstner, 1:7 (32.) Gerstner/Ponitz/Schwindl, 1:8 (42.) Ponitz/Gerstner, 1:9 (48.) Haslach/Schwindl/Gerstner, 1:10 (52.) Gerstner, 1:11 (56.) Morin/Schwindl, 2:11 (57.) Ahne, 3:11 (57.) Gärtner. Strafen: ECE 23 plus 20, EVP 17 plus 20. -rr-
4.11.2002 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 31.10.02:
| EV Pegnitz tritt am Freitagabend beim EC Erkersreuth an |
| Zwei Punkte sind Pflicht |
| Gastgeber ist gegen den EVP immer besonders motiviert |
| PEGNITZ — Auf einen alten Bekannten trifft
Eishockey-Landesligist EV Pegnitz am Freitagabend in Selb: Gegner ist
der Tabellennachbar EC Erkersreuth. Landesliga Nord EC Erkersreuth — EV Pegnitz (Freitag, 20 Uhr) — Beide Mannschaften haben am vergangenen Wochenende ungefährdete Siege errungen, wobei man die Erfolge nicht zu hoch ansiedeln sollte, denn die jeweiligen Gegner zieren das Tabellenende der Landesliga Nord. Trotzdem hat dem EV Pegnitz der 13:1-Kantersieg gegen den EHC Regensburg gut getan — gegen Erkersreuth soll nun der zweite Streich folgen. EVP-Mannschaftsleiter Richard Hagen lässt denn auch gar keinen Zweifel daran, dass für seine Truppe ein Sieg Pflicht ist. „Wir fahren nach Selb, um mit zwei Punkten die Heimreise anzutreten.“ Doch er weiß auch, dass die Aufgabe nicht einfach werden wird: „Gegen Erkersreuth haben wir immer hart kämpfen müssen.“ Gegen Pegnitz sind die Erkersreuther stets besonders motiviert und geben laut Hagen „130 Prozent Leistung“. Um voll dagegen halten zu können trainieren die Pegnitzer in dieser Woche drei Mal; zudem gilt es, den Trainingsrückstand aufzuholen. Über die Aufstellung des Gegners stochert Richard Hagen nur im Nebel. „Wir müssen uns überraschen lassen.“ Offenbar haben die Stützen Hohenberger und Gärtner die Truppe verlassen. Doch die Mannschaft wird wieder einige Zweitliga-erprobte Haudegen aufbieten, die mit ihrer Erfahrung das Team führen. Ob auch Ex-Nationalspieler Manfred Ahne antritt, ist jedoch unsicher. Der EV Pegnitz wird in der gleichen Besetzung wie gegen Regensburg auflaufen. Nur hinter Wagner steht noch ein Fragezeichen. Ihm machte in den vergangenen Tagen eine Bronchitis zu schaffen. -hjs- |
| 31.10.2002 0:00 MEZ |
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
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