Bericht der NN vom 11.11.02:
EVP besiegt mit Rumpfteam Spitzenreiter
Regensburg
Nur noch acht Cracks
Schwindl mit vier Toren — Match in Nürnberg abgesagt
PEGNITZ — Die Personalsorgen des EV Pegnitz werden immer größer. So konnte Trainer Horst Kürzdörfer im Spiel gegen Spitzenreiter EV Regensburg in der Schlussphase nur mehr acht Aktive aufbieten. Dank eines Kraftakts gelang trotzdem ein 8:5-Erfolg. Das für gestern vorgesehene Spiel in Nürnberg wurde vom EVP wegen der zahlreichen Verletzten und einer Grippewelle abgesagt. Hagen: „Ich hatte nur noch zwei Torhüter und Honke zur Verfügung.“
Eishockey-Landesliga Nord
EV Pegnitz — EV Regensburg 1 b 8:5 (3:3/4:0/1:2) — „Nur keine weiteren Verletzten riskieren“ lautete die Devise auf Pegnitzer Seite. Offensichtlich hatten die ebenfalls nur mit zwölf Akteuren angetretenen Gäste ähnliche Ziele, denn im ersten Durchgang glich das Match mitunter einem Freundschaftsspiel. Weitgehend ohne körperlichen Einsatz spulten beide Teams ihr Programm ab, wobei die Oberpfälzer am Stock sicherer und lauffreudiger wirkten. Pegnitz hatte Vorteile im Überzahlspiel, nicht nur, weil aus der ersten Strafe gegen den EVR die Führung resultierte, die aber nicht einmal eine Minute später vom diesmal gefährlichsten Regensburger Angreifer Grünbeck egalisiert wurde. Die rund 300 Zuschauer sahen auf beiden Seiten schöne Tore, besonders erwähnenswert der Treffer zum 3:2 durch Schwindl in Unterzahl.
Schwindl sorgte auch anderweitig für Aufregung: Als er nach der Drittelsirene noch einen Schuss auf den EVR-Keeper Huber abfeuerte, entwickelte sich daraus eine Massenkeilerei mit einer ersten Flut von Strafzeiten. Hätte es sich nicht um eine grobe Unsportlichkeit gehandelt, hätte sich Schwindl im Nachhinein für einen taktischen Coup feiern lassen können. Der EVP-Torjäger musste zwar zehn Minuten pausieren, was ihm ob der vorausgegangenen Grippe vielleicht sogar gut tat, da sich aber nur kleine Strafen unmittelbar auf die Teamstärke auswirken, bescher.te die Aktion den „Icedogs“ zu Beginn des Mitteldrittels eine fünfminütige Überzahlsituation, in der Pegnitz den Grundstock für den späteren Sieg legte. Schoppa rückte in dieser Phase für Schwindl in den ersten Sturm und war gleich am 4:3 beteiligt.
Noch entscheidender war vielleicht, dass der EVR-Torjäger Grünbeck Mitte des zweiten Drittels nur zwei Minuten nach der Rückkehr Schwindls für zehn Minuten vom Eis musste. Jetzt plötzlich wirkten die „Icedogs“ bissig, jagten den geschockten Gästen ein ums andere Mal den Puck ab und wirkten vor allem durch die langen Pässe aus der Verteidigung auf den pfeilschnellen Sturmtank Schwindl stets brandgefährlich. Von Stummvoll, der im Hinspiel fünf Treffer erzielt hatte, war beim EVR diesmal dagegen nicht viel zu sehen.
Auch in der Schlussphase dieses Drittels überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst bekam der EVR-Trainer nach dem 6:3 ob des Durcheinanders in seinem Team einen Wutanfall auf der Bank, dann kassierte nach einer weiteren Schlägerei zu allem Überfluss EVP-Verteidiger Haslach eine Spieldauer-Disziplinarstrafe we.gen Reklamierens. Nur gut, dass erneut der an diesem Tag überragende Schwindl mit dem 7:3 kurz vor der Pause für etwas Beruhigung sorgte.
Ein Schüssel-Weitschuss gleich zu Beginn des Schlussabschnitts bedeutete die Vorentscheidung, auch wenn die Regensburger immer noch davon träumten, das Blatt wie im Hinspiel in den letzten Minuten noch wenden zu können. Obwohl Pegnitz nach den diversen Strafen und dem verletzungsbedingten Ausfall von Brütting nur noch acht Akteure aufbieten konnte, reichte beim EVR die Kraft nur noch zum 8:5, erzielt nur wenige Sekunden nach einer mehrminütigen Spielunterbrechung, die nötig war, nachdem einer der Schiedsrichter wegen eines Krampfes außer Gefecht gesetzt war.
Nach dem Schlusspfiff war denn auch EVP-Trainer Kürzdörfer, der vorher nicht nur wegen der immerhin 64 Strafminuten mitunter heftig mit seinem Team gehadert hatte, überglücklich: „Kompliment an die Mannschaft. Das war ein echter Kraftakt.“
Die Torfolge: 1:0 (5.) Schwindl/Gerstner, 1:1 (6.) Grünbeck, 1:2 (7.) Grünbeck, 2:2 (17.) Ponitz/Haslach, 3:2 (19.) Schwindl/Gerstner, 3:3 (19.) Semmelmann, 4:3 (22.) Haslach/Schoppa, 5:3 (30.) Gerstner/Ponitz, 6:3 (37.) Schwindl, 7:3 (40.) Schwindl/Ponitz/Honke, 8:3 (43.) Schüssel/Krieg, 8:4 (47.) Adlhoch, 8:5 (55.) Semmelmann. Strafen: EVP 24 plus zehn für Schwindl, zehn für Schoppa und zwei Mal zehn Minuten für Haslach, EVR 21 plus eine Spieldauerstrafe plus zehn Minuten für Grünbeck. -rr- 11.11.2002 0:00 MEZ
11.11.2002 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 08.11.02:
EV Pegnitz geht mit massiven personellen
Problemen in vorentscheidende Spiele
Mit Lazarett gegen Spitzenreiter
„Icedogs“
heute gegen Regensburg nur mit zwei Blöcken — Am Sonntag in Nürnberg
PEGNITZ — Dieses Wochenende könnte vorentscheidend sein für den weiteren Saisonverlauf der Eishockey-Landesliga Nord, muss doch der EV Pegnitz gleich gegen zwei der Mitfavoriten auf Titel und Aufstieg antreten. Umso verständlicher, dass Abteilungsleiter Richard Hagen ob der langen Verletztenliste mit dem Schicksal hadert.
Eishockey-Landesliga
EV Pegnitz — EV Regensburg 1 b (Freitag, 20 Uhr) — Die Domstädter führen mit neun Punkten nach sechs Spielen die Tabelle an, nicht zuletzt dank des Entgegenkommens der „Icedogs“ bei deren Saisonpremiere: Bis zehn Minuten vor der Schluss-Sirene führten Schwindl, Ponitz & Co souverän, ehe sie sich von den laufstarken Youngsters noch die „Butter vom Brot“ haben nehmen lassen. Diesen leichtfertig vergebenen Punkten trauert nicht nur Richard Hagen nach, werden sie doch auch in der Qualifikationsrunde fehlen.
Dem damaligen Spielverlauf nach wäre dem EVP im eigenen Stadion eine Revanche durchaus zuzutrauen, doch die aktuelle personelle Situation setzt dahinter wieder ein dickes Fragezeichen. Rembs ist gesperrt, Morin feiert in Kanada den Geburtstag seiner Mutter, Kopp dient noch bis Dezember bei der Bundeswehr, Bittner konnte bisher krankheitsbedingt kaum trainieren, Wagner laboriert weiter an Rückenbeschwerden, und Walther fehlt nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen Erkersreuth. Wenigstens hat sich aber der Verdacht auf Becken-Anbruch nicht bestätigt.
Unter diesen Voraussetzungen kann der EVP nur zwei Blöcke aufbieten, auch wenn Schoppa und Ziegler nach ihrer langen Pause erstmals wieder zur Verfügung stehen. Besonderes Augenmerk werden die „Icedogs“ auf den Regensburger Stürmer Stummvoll legen müssen, hat dieser doch im Hinspiel nicht weniger als fünf der neun EVR-Treffer erzielt. Auf der anderen Seite werden es die Pegnitzer Stürmer gegen den 17-jährigen Regensburger Keeper nicht leicht haben.
EHC 80 Nürnberg — EV Pegnitz (Sonntag, 14.45 Uhr) — Keineswegs leichter wird es für die „Icedogs“ am Sonntag in der Nürnberger Arena, hat doch der EHC als bisher einziges Team dem Spitzenreiter Regensburg eine Niederlage beigebracht. Die Stärke der 80er macht dabei die Mischung aus lauffreudigem Nachwuchs und erfahrenen Oldies aus. Teammanager Frank Butz stapelt zwar tief, wenn er meint, das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt sei noch lange nicht perfekt, er lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass man in dieser Komponente die eigentliche Stärke erkannt hat.
Bestes Beispiel ist die nominell dritte Angriffsreihe, in der „Senior“ Frank Stieglitz die „Junioren“ Sebastian Müller und Gunnar Troll führt. Aber auch die Neuzugänge sollen das Nürnberger Landesliga-Eishockey „auf hohem Niveau“ stabilisieren. Andreas Palenta verließ die „Achtziger“ einst in Richtung Oberpfalz, spielte mit den „Eisbären“ Regensburg sogar in der 2. Liga. Jetzt ist er der wichtigste Verteidiger von Trainer Michael Wanner, spielt in Unter- wie in Überzahl souverän und treibt das Team in wichtigen Situationen an.
Einen der Nürnberger Top-Stürmer kennen die Pegnitzer bestens: Martin Wiener hat zusammen mit ihnen in der vergangenen Saison gegen schier übermächtige Gegner wie Landsberg und Rosenheim nur knapp den Aufstieg verpasst. Wie torgefährlich der 23-jährige BWL-Student ist, hat er in den ersten Spielen schon bewiesen, wobei er sich im Paradeblock mit Philipp Häußinger und Konrad Böhner, die alle in Bayreuth schon Regionalligaluft geschnuppert haben, bestens ergänzt.
Bis Weihnachten wollte sich Butz mit seinem Team unter den ersten vier Mannschaften behaupten. Das ist ihm schon gelungen. Kein Wunder, dass der EHC „Blut geleckt“ hat: „Sollten wir uns für die Aufstiegsrunde qualifizieren, dann ist alles möglich.“
Dass bei Nürnberg alles möglich ist, bewies am vergangenen Wochenende die Niederlage gegen den Tabellenletzten ESV Würzburg. Die Unterfranken feierten dabei ihren ersten Saisonsieg. Die EVP-Verantwortlichen können sich nur einen Reim auf diese Überraschung machen: „Die Nürnberger konzentrieren sich auf die Spiele gegen die Konkurrenten an der Spitze, zählen doch später in der Qualifikationsrunde nur diese Punkte. -rr-
8.11.2002 0:00 MEZ
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