Berichte der NN vom 16.12.02 über beide Spiele des Wochendes :

EVP feiert ein Schützenfest
ESV-Coach: „Ihr seid zu feige“
Würzburger Minikader überfordert — Debüt von M. Graf

PEGNITZ — Trotz großer Anlaufschwierigkeiten feierte der EVP am Freitag gegen das „Schlusslicht“ ESV Würzburg einen Kantersieg.

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz — ESV Würzburg 16:1 (2:1/6:0/8:0) — Obwohl mit einem Mini-Kader angereist, der nicht einmal komplettes Wechseln erlaubte, legten sich die Unterfranken anfangs mächtig ins Zeug und bereiteten dem EVP durchaus Probleme. Als Würzburg bei der ersten Pegnitzer Strafzeit den 1:1-Ausgleich erzielte, platzte Trainer Horst Kürzdörfer der Kragen: Er nahm eine Auszeit, um den wieder viel zu lax agierenden „Icedogs“ die Zähne zu schärfen. Dennoch reichte es nur zur knappen 2:1-Pausenführung.

Als Pegnitz im Mittelabschnitt bis auf 5:1 davongeeilt war, griff ESV-Coach Horst Forster zum selben Mittel. „Ihr seid feige, habt Angst und die Hosen voll“, beschimpfte er auch in der Folge seine Mannen auf der Bank, ohne Erfolg. Umso müder seine Cracks wurden, umso besser schossen sich Schwindl, Kersey & Co. warm. Gut in Szene setzen konnten sich immer wieder auch Schüssel und der vor dem Tor immer kaltschnäuziger werdende Krieg.

Die Abwehr vor Torwart Oliver Schmidt, in der sich Neuzugang Marco Graf auf Anhieb gut einfügte, war kaum beschäftigt.

Im Schlussdrittel sahen die Fans ein Spiel auf ein Tor, kein Wunder, standen doch dem ESV nach einer Zehn-Minuten-Strafe für Dergunov (Check von hinten) nur mehr drei Wechselspieler zur Verfügung.

Die Torfolge: 1:0 (4.) Gerstner/Kersey, 1:1 (6.) Grimm, 2:1 (12.) Schüssel/Schwindl, 3:1 (22.) Walther, 4:1 (24.) Kersey/Schüssel/Graf, 5:1 (25.) Schwindl/Schüssel, 6:1 (27.) Schüssel/Kersey/Graf, 7:1 (29.) Schwindl/Schoppa/Gerstner, 8:1 (38.) Kersey, 9:1 (43.) Fitzek/Schwindl, 10:1 (44.) Schwindl/Haslach, 11:1 (46.) Krieg/Schwindl/Schüssel, 12:1 (47.) Kersey, 13:1 (48.) Krieg/Schüssel, 14:1 (52.) Schwindl/Honke/Haslach, 15:1 (55.) Schwindl/Haslach, 16:1 (59.) Kersey/Graf. Strafen: EVP 16, ESV 22 Minuten. -rr-


16.12.2002 0:00 MEZ

 

Schwindl, Kersey, Gerstner und Ponitz erzielten insgesamt acht Tore gegen DEL-erfahrenen Keeper der Gäste
„Icedogs“ bezwangen den Spitzenreiter
EVP in allen Belangen besser — Ex-Pegnitzer Wiener an allen EHC- Treffern beteiligt — Schiedsrichter schwach

PEGNITZ — Spannung pur erlebten rund 500 Zuschauer gestern Abend beim Spitzenspiel der Eishockey-Landesliga Nord im Pegnitzer Stadion: In dem lange ausgeglichenen Match setzten sich schließlich die „Icedogs“ verdient mit 8:5 Toren gegen den Spitzenreiter EHC 80 Nürnberg durch.

Eishockey Landesliga Nord

EV Pegnitz — EHC 80 Nürnberg 8:5 (2:3/3:1/3:1) — Selbstbewusst gingen die Gastgeber nach dem deutlichen Sieg über Würzburg vom Freitag an die schwere Aufgabe. Trainer Horst Kürzdörfer verzichtete auf eine denkbare Konzentration der Besten in zwei Blöcken: „Meine Spieler sind alle gut drauf. Wir müssen heute kämpfen und marschieren und dazu brauche ich alle meine Leute“. Die Rechnung schien schnell aufzugehen. Nach 41 Sekunden klingelte der Puck zum ersten Mal am Pfosten und zwei Minuten später zappelte er auch schon im Netz, zu einem Zeitpunkt, als die Gäste aus der Noris noch nicht einmal vor der Gehäuse von Oliver Schmidt aufgetaucht waren.

Erst ab der 12. Minute kamen die „jungen Tiger“ aus Nürnberg besser in die Gänge. EVP-Coach Kürzdörfer merkte dies, forderte seine Cracks auf, mehr zu tun. Kaum hatte er den Mund zugemacht erzielte ausgerechnet der Ex-Bayreuther Böhner den Ausgleich. Doch Pegnitz konterte schnell: Der eminent schnelle Flügelflitzer Kersey lochte bei 5:3-Überzahl zur erneuten Führung ein.

Die Freude darüber zerstreuten die beiden Schiedsrichter, die mit dem Spiel völlig überfordert waren, schnell: Erst schickten sie Schüssel auf die Strafbank, obwohl dieser von einem Nürnberger gefoult worden war, dann annullierten sie zwei Tore des EVP von Graf und Kersey. Die Emotionen kochten hoch, zumal der Ex-Pegnitzer Martin Wiener binnen nur 27 Sekunden in Überzahl das Ergebnis mit 2:3 auf den Kopf stellte.

Der EVP antwortete im Mitteldrittel mit einer der stärksten Leistungen dieser Saison, wobei Torjäger Markus Schwindl immer wieder die beste Show abliefert: In der letzten Sekunde einer Strafzeit gegen den EHC 80 markierte er das 3:3, dem Jubiläumsspieler Mark Gerstner nur zwei Minuten später die erneute Führung hinterher schickte. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der 80-er tobte das Stadion, als Schwindl in Überzahl und auf Pass von Torwart Schmidt zum 5:4 einschob. DEL-Keeper Güttner hatte keine Chance.

Anfang des Schlussdrittels bekamen die nun immer ruppiger einsteigenden Gäste die Quittung. Wieder zog der erste Sturm ein Powerplay auf und wieder vollendete Schwindl, diesmal zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe. Wiener konnte zwar mit einem weiteren Tor Ergebniskosmetik betreiben, doch als die „Icedogs“ weiter das Tempo forcierten, hatten sie ihr Pulver verschossen.

Kürzdörfer schickte nunmehr den ersten Block jeweils im Wechsel mit den beiden anderen aufs Feld. Diesem Druck war der EHC nicht mehr gewachsen, zumal die gesamte Mannschaft des EVP aufopferungsvoll kämpfte und die Angriffe der Nürnberger mit ihrem Forechecking schon im Ansatz erstickte.

Trotzdem wurde es noch einmal eng, als Neuzugang Marco Graf, der eine solide Abwehrleistung ablieferte, eine weitere Fehlentscheidung der Unparteiischen kommentierte und daraufhin mit insgesamt 22 Minuten und einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt wurde. Die Zuschauer waren darüber so wütend, dass sogar Gegenstände aufs Eis flogen, worauf die Gästemannschaft mit Erfolg eine neue Eisbereitung forderte.

Aber auch diese Kunstpause nützte ihnen nichts mehr: Ponitz, der trotz seiner Knieprobleme eine tolle Leistung ablieferte, und erneut Gerstner machten den EVP-Erfolg perfekt. Kürzdörfer konnte stolz sein Team: „Wir waren klar besser“.

Die Torfolge: 1:0 (3.) Schwindl/Ponitz, 1:1 (14.) Böhner/Wiener, 2:1 (16.) Kersey/Haslach/Schwindl, 2:2 (18.) Wiener/Barnowski, 2:3 (18.) Wiener/Palenta, 3:3 (24.) Schwindl/Ponitz, 4:3 (26.) Gerstner/Ponitz/Haslach, 4:4 (27.) Barnowski/Wiener, 5:4 (37.) Schwindl/Schmidt, 6:4 (42.) Schwindl/Gerstner/Ponitz, 6:5 (49.) Wiener, 7:5 (54.) Ponitz/Schwindl, 8:5 (56.) Gerstner/Schwindl/Ponitz. Strafen: EVP 41 Minuten plus Spieldauer für Marco Graf und Tobias Rembs, EHC 37 Minuten plus eine Spieldauerstrafe. -rr-

16.12.2002 0:00 MEZ

 

Vorbericht der NN vom 06.12.02:

EVP-Fans träumen noch heute vom einstigen Oberliga-Knaller gegen Nürnberg
Ponitz wieder spielberechtigt
Graf gegen Würzburg erstmals im „Icedogs“-Dress — Wiedersehen mit Wiener

PEGNITZ — Am Sonntag steigt im Eisstadion der Hit der Saison, wenn der EVP den Spitzenreiter EHC 80 Nürnberg empfängt. Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die immer noch offene Wertung des ausgefallenen Hinspiels. Heute Abend um 20 Uhr können sich die „Icedogs“ gegen „Schlusslicht“ Würzburg warm spielen.

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz — ESV Würzburg (Freitag, 20 Uhr) — Alles andere als ein deutlicher Sieg gegen die Unterfranken wäre eine herbe Enttäuschung, daran lässt auch EVP-Spartenleiter Richard Hagen keinen Zweifel. Deshalb hat er die gestrige Mannschaftssitzung zum Anlass genommen, die zuletzt etwas laxe Einstellung gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner anzuprangern. Es gehe nicht an, solche Spiele als lästige Pflichtaufgaben anzusehen. Gerade auch die Zuschauer hätten ein Recht auf interessante Spiele und eine gute Show.

Beim Hinspiel im altehrwürdigen Würzburger Stadion, das dieser Tage endlich auch eine Uhr erhalten hat, siegten die „Icedogs“ problemlos mit 8:3 Toren, wobei sich der ESV durch viele Strafen selbst geschwächt hat. Generell haben die Unterfranken viel von ihrer einstigen Spielstärke eingebüßt, sind doch zahlreiche Spieler abgewandert.

Ob der aktuelle Neuzugang Dimitri Müller dies ausgleichen kann, ist fraglich. Der einstige Bezirksliga-Top-Scorer hatte vergangenes Jahr zusammen mit den Gebrüdern Hofmann vorübergehend beim EVP angeheuert, war aber dann noch vor Beginn der Saison wieder aus dem Kader ausgeschieden, weil er angeblich aus beruflichen Gründen kaum zum Training erschienen war.

EV Pegnitz — EHC 80 Nürnberg (Sonntag, 17.30 Uhr) — Spiele gegen Nürnberg haben die Fans des EVP schon immer elektrisiert. Man denke nur an die legendäre Begegnung aus Oberliga-Zeiten, als Pegnitz vor schätzungsweise 2500 Zuschauern Ende des zweiten Drittels mit 7:0 geführt und dann doch noch mit 7:8 Toren verloren hat.

Ähnlich spannend soll es am Sonntag werden, wenngleich diesmal die Punkte in Pegnitz bleiben sollen. Deshalb sind die Verantwortlichen glücklich, dass die Sperre für Stefan Ponitz nach dessen Boxeinlage mit dem heutigen Freitag ausläuft. Er steht somit am Sonntag als kongenialer Partner für den Torjäger Markus Schwindl wieder zur Verfügung. Sicherlich wird auch Neuzugang Dustin Kersey die Chance nutzen wollen, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Schließlich ist auch Marco Graf endlich spielberechtigt.

Dass Nürnberg bei entsprechender Gegenwehr durchaus in Schwierigkeiten zu bringen ist, hat vergangenen Sonntag ausgerechnet Erkersreuth bewiesen, das die Partie in der „Arena“ bis in die Schlussphase offen gestalten konnte, ehe der EHC doch noch zu einem schmeichelhaften 5:2-Sieg kam.

Die 80er überzeugen dabei mit einer Mischung aus lauffreudigem Nachwuchs und erfahrenen Oldies. Aber auch die Neuzugänge sollen das Nürnberger Landesliga-Eishockey „auf hohem Niveau“ stabilisieren. Einen der Nürnberger Top-Stürmer kennen die Pegnitzer bestens: Martin Wiener hat nämlich zusammen mit ihnen in der vergangenen Saison gegen schier übermächtige Gegner wie Landsberg und Rosenheim nur knapp den Aufstieg verpasst. Im Paradeblock ergänzt er sich bestens mit Philipp Häußinger und Konrad Böhner, die alle schon in Bayreuth Regionalligaluft geschnuppert haben.-rr-


13.12.2002 0:00 MEZ


© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG