„Dragons“ Mitterteich mit 15:2 Toren vom Eis gefegt
EV Vorrundenerster
Bad Kissingen musste „Icedogs“ Punkte überlassen

PEGNITZ — Der EV Pegnitz ist die stärkste Mannschaft der Eishockey-Landesliga Nord: Trotz des nach wie vor umstrittenen Punktabzugs am „grünen Tisch“ haben die „Icedogs“ dank der zwei Siege vom Wochenende die Vorrunde als Tabellenerster abgeschlossen. Ab 5. Januar geht es in die Qualifikation um den Aufstieg in die Bayernliga.

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz — EHC Mitterteich 15:2 (4:0/9:0/2:2) — Was ist nur aus dem EHC geworden? Auch wenn sich die Stiftländer nunmehr „Drachen“ nennen, flößt der ehemalige Erzrivale heute doch niemandem mehr Furcht ein. So waren sich am Freitag alle im Stadion einig, dass Mitterteich die mit Abstand schwächste Mannschaft gestellt hat, die heuer gegen den EVP angetreten ist. Niemand in dem Team war in der Lage, die Kreise der „Icedogs“ zu stören. Selbst so klangvolle Namen wie Vaclav Drobny oder Jiri Parkmann müssen als Totalausfälle gewertet werden.

Dabei musste Pegnitz nicht nur auf die gesperrten Rembs und Graf verzichten, sondern auch noch auf den verletzten Torjäger Markus Schwindl. Als der EVP mit neun Toren allein im zweiten Drittel mit 13:0 Toren führte, konnte es sich Trainer Horst Kürzdörfer sogar leisten, den ersten Sturm komplett vom Eis zu nehmen und so angeschlagenen Spielern wie Gerstner oder Ponitz etwas Schonung zu gewähren. Erst jetzt schaffte es der einstige EHC-Leistungsträger Parkmann, sich gegen die Pegnitzer Youngsters mit einigen wenigen Sololäufen in Szene zu setzen und so wenigstens etwas von seinem Können aufblitzen zu lassen. Bis auf den Treffer zum 15:2 allerdings fand er jedesmal seinen Meister im Pegnitzer Keeper.

Die Torfolge: 1:0 (2.) Schoppa/Kersey, 2:0 (8.) Kersey/Ziegler, 3:0 (11.) Kersey/Ziegler, 4:0 (17.) Gerstner/Morin/Haslach, 5:0 (24.) Ziegler, 6:0 (25.) Gerstner/Fitzek/Ponitz, 7:0 (30.) Schoppa/Morin, 8:0 (31.) Gerstner/Fitzek, 9:0 (32.) Kersey/Schüssel, 10:0 Schüssel/Kersey/Ziegler, 11:0 (35.) Schüssel/Ziegler, 12:0 (36.) Gerstner/Ponitz, 13:0 (39.) Schüssel/Kersey, 13:1 (42.) Gigler/Bauriedl, 14:1 (46.) Morin, 15:1 (52.) Kersey/Schüssel, 15:2 (58.) Parkmann/Baier. Strafen: EVP sechs, EHC 18 plus zehn Minuten für Drobny.

SC Bad Kissingen — EV Pegnitz 2:5 (1:3/0:1/1:1) — Die Gastgeber, die um den für die Qualifikationsrunde nötigen vierten Tabellenplatz bangen mussten, gingen hochmotiviert in dieses Match und bestimmten die ersten fünf Minuten auch eindeutig das Geschehen. Schon in der 2. Minute durften die Fans über die Führung jubeln, doch anschließend übernahm zusehends der Gast das Kommando und erlaubte den Unterfranken 55 Minuten lang keinen einzigen Treffer mehr bis zum 2:5-Endstand (57.).

Die „Icedogs“ überzeugten insbesondere mit durchdachtem Überzahlspiel, wobei ihnen drei Mal in den letzten Sekunden der gegnerischen Strafzeiten ein Tor gelang. EVP-Abteilungsleiter Richard Hagen schwärmte: „Besser kann man solche Situationen nicht ausnützen“.

Bad Kissingen hatte zwar einige klangvolle Namen in seinen Reihen, das bessere Team allerdings stellte Pegnitz, wobei sich auch die zweite und dritte Reihe immer wieder gut in Szene setzen konnte, nicht nur beim 4:1 durch Fitzek. Die Abwehr hatte die Lage gegen die nie aufsteckenden Gastgeber stets im Griff, wobei der nach seiner Sperre wieder spielende Graf für zusätzliche Stabilität und den nötigen Drive nach vorne sorgte.

Nunmehr hat der EVP Pause bis zum 5. Januar, wenn die Qualifikationsrunde beginnt. Dann treffen Pegnitz, Nürnberg, Regensburg und Bad Kissingen aus der Nordgruppe voraussichtlich auf Deggendorf, Bruckberg, Regen und Vilshofen aus der Gruppe Ost.

Die Torfolge: 1:0 (2.) Back, 1:1 Haslach/Kersey/Schwindl, 1:2 (12.) Schwindl/Kersey, 1:3 (18.) Schwindl/Ponitz, 1:4 (37.) Fitzek, 1:5 (47.) Ziegler/Ponitz, 2:5 (57.) Berndaner. Strafen: Bad Kissingen 22, EVP 24 Minuten. -rr-

23.12.2002 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

Vorbericht der NN vom 20.12.02:

 

Heute gegen Mitterteich und am Samstag in Bad Kissingen sollen Siege eingefahren werden
Spitzenreiter will mit den Fans feiern
Graf und Rembs sind gegen die Stiftländer gesperrt — Verbandsentscheidung steht noch aus

PEGNITZ — Trotz des nach wie vor umstrittenen Punkteabzugs durch den Verband nach dem abgesagten Spiel in Nürnberg ist der EV Pegnitz seit dem grandiosen 8:5-Sieg über den EHC 80 Tabellenführer der Eishockey-Landesliga Nord. Die „Icedogs“ wollen diesen Erfolg am heutigen Freitag mit einem weiteren Sieg über den EHC Mitterteich feiern.

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz — EHC Mitterteich (Freitag, 20 Uhr) — Tore wie am Fließband will der Spitzenreiter heute den hoffentlich zahlreichen Zuschauern bieten, soll doch der „Platz an der Sonne“, der „nur“ auf einem besseren Torverhältnis gegenüber Nürnberg basiert, verteidigt oder sogar noch gefestigt werden. Allerdings sollten die „Icedogs“ aus dem Hinspiel trotz des 14:3-Erfolgs gewarnt sein, allzu sehr auf Offensive zu setzen. In Mitterteich wäre Pegnitz dadurch fast ins Hintertreffen geraten, hätte nicht Torwart Schmidt bravourös gehalten.

Der EVP muss heute auf jeden Fall die beiden nach ihren Spieldauerstrafen aus dem Match gegen Nürnberg gesperrten Cracks Marco Graf und Tobias Rembs verzichten. Ein kleines Fragezeichen steht auch noch hinter den beiden Sturmtanks Schwindl und Ponitz, die ein Hexenschuss und Knieprobleme plagen.

Mitterteich tritt in voraussichtlich stärkster Besetzung an, wobei der Ex-Bayreuther Vaclav Drobny, kürzlich von den Fans erst zum Spieler des Monats gewählt, wieder die Fäden ziehen wird. Er überzeugt zwar immer wieder durch genaues Passspiel und einen harten Schuss, gilt aber andererseits nicht gerade als Laufwunder.

Auf jeden Fall erwartet EVP-Eishockeychef Richard Hagen heute einen deutlichen Sieg im letzten Heimspiel der Vorrunde.

SC Bad Kissingen — EV Pegnitz (Samstag, 19.30 Uhr) — Die Unterfranken müssen noch um den Einzug in die Qualifikationsrunde bangen, zumal sie am vergangenen Wochenende gegen beide Regensburger Vereine knappe Niederlagen eingefahren haben. Daran konnte auch der kanadische Neuzugang Kevin Martin nichts ändern, der sich Anfang Dezember zwar mit vier Treffern gegen den ESV Würzburg vortrefflich eingeführt hatte, seitdem aber weitgehend in der Versenkung verschwunden ist. Überhaupt ist Bad Kissingen in dieser Saison weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die nach den zahlreichen Verpflichtungen klangvoller Namen gehegt worden sind. Pegnitz jedenfalls wird gut daran tun, auch hier beide Punkte einzufahren, die in die Play-Off-Runde mitgenommen würden, wenn sich die Bäderstädter ebenfalls qualifizieren.

Ansonsten wartet der EVP immer noch auf eine Entscheidung des Verbands über die endgültige Wertung des Nürnberger Spiels. Ligenleiter Rudi Bauer und Eishockey-Obmann Rudi Häberlein, beide übrigens Mitglied im EHC 80 Nürnberg, weilten vergangenen Sonntag zwar beim Spiel in Pegnitz, letzterer sogar als Verbandsaufsicht, waren aber zu keiner klaren Aussage zu bewegen. Mit einer Ausnahme: Am Montag kritisierte Häberlein die EVP-Führung per E-Mail, dass sie in der Stadionzeitung den Heimatort des Schiedsrichters, Nürnberg, bekannt gegeben hatte. -rr-

20.12.2002 0:00 MEZ


© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Bilder aus dem Spiel gegen Mitterteich: