Spartenleiter Richard Hagen
stellte bei der Hauptversammlung zahlreiche neue Spieler vor
Haushaltshilfe verstärkt die „Icedogs“
Slowakischer Zweitligaspieler Martin Marvany ist seit einem Jahr in
Waischenfeld beschäftigt
PEGNITZ (str) — Mit einer auf zahlreichen Positionen veränderten Mannschaft
geht der EVP in die neue Landesliga-Saison. Dabei lautet das erklärte Ziel,
im dritten Anlauf endlich den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga zu
schaffen. Während Spartenchef Richard Hagen mit den meisten neuen Cracks
einig ist, musste er die Fans in der Trainerfrage noch vertrösten.
Die personellen Überlegungen für die neue Saison haben schon im vergangenen Winter begonnen, erläuterte Hagen, der bei der Hauptversammlung auch die Problematik ansprach, lange zweigleisig planen zu müssen.
Als Tabellendritter der Aufstiegsrunde stand der EVP als erster Nachrücker für die Bayernliga fest, was speziell nach der Saison 2002/03 auf Grund der angedachten Umstrukturierungen Anlass zur Hoffnung gegeben habe, in die nächst höhere Klasse aufzurücken. Selbst Deggendorf als Vierter der Landesliga soll in der Woche vor der Ligeneinteilung vom Verband noch die Auskunft erhalten haben, in der neuen Saison zu 97 Prozent in der Bayernliga antreten zu können.
Zunächst schien es so, als würde Geretsried mit seiner ersten Mannschaft weiterhin in der Oberliga spielen. Somit hätte der TuS seine 1b-Vertretung zurückgezogen, die als Finalsieger gegen Germering eben erst den Aufstieg in die Bayernliga geschafft hatte. In diesem Falle wäre sofort ein Aufsteigerplatz frei geworden und die Nachrückerregelung hätte hier schon für den EVP gegriffen. Doch letztlich entschied man sich in Geretsried aus finanziellen Gründen gegen die Oberliga und für die Bayernliga.
Das endgültige Aus für alle Träume des EVP brachte eine ganze Flut von Insolvenzen in der Oberliga. Als den Vereinen in Amberg, Memmingen und Ulm die Lizenzen verweigert wurden, standen plötzlich nicht mehr genügend Teams für die ursprünglich angedachten drei Oberligagruppen mit je acht Vereinen zur Verfügung, auch dann nicht, wenn man Augsburg als Absteiger zur Bayernliga in der Oberliga belassen hätte. So entschied der Verband, die Oberliga in zwei Zehner-Gruppen einzuteilen und Augsburg in die Bayernliga zu schicken.
Endgültig stand dies am 14.Juli mit der Einladung zur Termintagung für die Landesliga am 9. August in Pegnitz fest. Bis dorthin wäre alles möglich gewesen, so Richard Hagen.
Schon zu Saisonende standen die Abgänge einiger Stützen des EVP fest. Trainer Horst (Mossi) Kürzdörfer hatte seinen Rückzug zum Ende eines Erziehungsurlaubs länger vorher schon angekündigt. Spielertrainer Mike Morin an seiner Seite musste vor allem dem vorgerückten Alter Tribut zollen. Schon während der anstrengenden Finalspiele brauchte er nicht nur einmal Kreislauf stärkende Spritzen.
Nicht mehr zur Verfügung stehen ferner Dieter Nickel, Andreas Herrmann, Thilo Wagner und der Kanadier Dustin Kersey, der im Dezember nachträglich für die Qualifikationsrunde verpflichtet worden war. Er schoss zwar nicht wenige Tore, konnte aber insgesamt die in ihn gesetzten Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Aber Neuzugänge sind in Sicht. Große Stücke hält Hagen vor allem auf Martin Marvanyi, einen sowohl im Sturm wie in der Verteidigung einsetzbaren Slowaken, der zuletzt in der zweiten und dritten Liga bei HK 46 Bardejow aktiv war. Ein großer Vorteil des 24-Jährigen ist, dass er seit etwa einem Jahr als Haushaltshilfe in Waischenfeld beschäftigt ist. Somit verfügt er über eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung.
Steffens ein Top-Scorer
Thorsten Steffens ist beim EVP bereits aus der Saison 1997/98 bestens bekannt. Der 28-jährige Stürmer kehrt nach Zwischenstationen in Schweinfurt und bei den „Bandits" Bayreuth, wo er zwei Mal Bezirksligameister wurde und regelmäßig zu den Top-Scorern zählte, nach Pegnitz zurück.
Oberligaerfahrung bringt Peter Jasny mit, ein ehemaliger Nürnberger Verteidiger, dem erst jüngst wieder eine solide Leistung beim EC Höchstadt bescheinigt worden ist (die Nordbayerischen Nachrichten berichteten bereits ausführlich). Jasny werde dem Landesligisten Pegnitz wertvolle Dienste leisten können, hieß es dort.
Der Abwehrspieler wäre schon früher nach Pegnitz gekommen, wechselte aber in der vergangenen Saison zunächst mit seinem früheren Trainer Jan Mikolenko nach Höchstadt. Als sich jetzt ein Engagement bei Amberg zerschlug, war der EVP die erste Adresse.
Mit Phillip Häusinger kehrt ein Bayreuther Nachwuchscrack nach einem Intermezzo beim EHC 80 Nürnberg nach Oberfranken zurück. Er war ebenfalls schon vor Jahresfrist im Gespräch, hat dann aber wegen eines Zahnmedizin-Studiums vorübergehend in Nürnberg angeheuert. Bei den „Icedogs“ trifft er jetzt wieder auf viele „alte Bekannte“ aus Bayreuther Zeiten.
Michael Kostka würde ebenfalls gerne die Schlittschuhe für den EVP schnüren, doch hängt dies noch von seiner endgültigen Versetzung nach Regensburg ab. Gegenwärtig ist er noch beim Materialamt des Heeres im Raum Köln stationiert. Der ehemalige Kapitän des in die Bayernliga aufgestiegenen EV Regensburg wäre eine tolle Verstärkung, ist sich Hagen sicher.
2.8.2003 0:00 MEZ
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