Teepause im Stadion
Privater Betrieb des Eis-Ovals läuft problemlos
Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit betreiben die Dienstleistungs GbR und der EVP das Eisstadion Pegnitz. Das aus der städtischen Finanznot heraus geborene Modell funktioniert bisher einwandfrei, obwohl viele Aufgaben bewältigt werden müssen.
PEGNITZ — Friedl Lienhardt und Werner Ochs messen die Eisdicke mittels einer Schublehre — sie stellen eine kleine Abweichung fest. Das Eis muss begradigt werden, sonst muss eine Mannschaft beim nächsten Eishockeymatch „bergauf“ spielen. „Wir müssen mit dem großen Hobel etwas runterschrubben“, stellt Friedl fest.Außerdem hat ein Schiedsrichter jüngst die zu blassen Markierungen moniert; auch hier sind die Helfer gefordert.
Es gibt immer etwas zu tun im Pegnitzer Eisstadion, dessen Betrieb allein in den Händen der Dienstleistungsgesellschaft und des Eislaufvereins liegt. Die Stadt hat ihr Personal komplett abgezogen. „Zwei Eismeister feiern derzeit Überstunden ab, die anderen beiden machen Schichtdienst im Hallenbad“, sagt Walter Pflaum, der in der Stadtverwaltung für die Sportstätten und Freizeiteinrichtungen zuständig ist.
Für Pflaum ist es beachtlich, wie die Organisatoren des Betreibers alles im Griff haben: „Das muss man erst mal schaffen.“
Über vier Monate, bis zum 29. Februar, dauert der Einsatz der Helfer in dieser Eiszeit. „Bisher hat es noch keine Beschwerden gegeben“, sagt Walter Pflaum.
Mit ein Verdienst der Verantwortlichen des Dienstleisters, bei denen die Fäden zusammenlaufen. Allein der Belegungs- und Dienstplan erfordert große Genauigkeit — und baut auf die Flexibilität der sieben Beschäftigten der Dienstleistungsgesellschaft, die mit Zeitverträgen ausgestattet oder als Minijobber beschäftigt sind. Von morgens gegen 8 Uhr bis 17 Uhr werkeln sie in unterschiedlicher Anzahl im Eisstadion — je nach Bedarf. Dann müssen die EVP-Freiwilligen ran; manchmal bis 23 Uhr. Der Eislaufverein ist auch am gesamten Wochenende für den Betrieb zuständig.
Zentrale Buchungsstelle
Wenn sich bei der zentralen Buchungsstelle Schulklassen für einen bestimmten Vormittag anmelden, dann muss für diesen Zeitraum ein Helfer anwesend sein. Der bereitet das Eis auf, betreut die Kinder, schleift die Leihschlittschuhe und wenn es gewünscht wird, kocht er auch Tee. Selbstverständlich gehört die Reinigung der Kabinen und Toiletten zu den tagtäglichen Pflichten.
Zusätzlich wird alle zwei Wochen kontrolliert, ob alles im Eisstadion in Ordnung ist. Mängel werden schnell mit eigenen Kräften behoben. So wie am Freitagnachmittag: EVP-Spieler Tobias Rembs schweißt ein ramponiertes Tor zusammen, die Funken sprühen, aber die Besucher lassen sich dadurch nicht stören.
Zuvor hat Friedl Lienhardt dafür gesorgt, dass das Eis im perfekten Zustand ist. Ruhig und zentimetergenau hat er den Zamboni über das Eis gesteuert. Er weiß inzwischen aus Erfahrung, wie viel Millimeter vom Eis abgehobelt werden müssen. Schwierig wird die Situation, wenn viel Schnee gefallen ist — dann muss kurzfristig Verstärkung her; aber auch dies haben die EVP-Freiwilligen in diesem Winter bewältigt.
Unterschiedliche Generationen packen mit an; auch die Eltern des Eishockey-Nachwuchses, denen die Verantwortlichen großes Lob aussprechen. Martina Wittmann etwa sitzt an der Kasse. Ihr macht es Spaß.
Die Organisatoren wünschen sich
noch mehr Zuspruch aus dem riesigen Einzugsgebiet des Pegnitzer Eisstadions. Für
Wünsche und Ideen ist man deshalb aufgeschlossen. Übrigens: Das Eisstadion kann
auch von Privatpersonen gemietet werden, etwa für Parties und Kindergeburtstage.
HANS-JOCHEN SCHAUER


Martina Wittmann arbeitet an der Kasse des Eisstadions. Ihr macht die Tätigkeit Spaß. EVP-Spieler Tobias Rembs (l.) kann nicht nur gut mit dem Schläger umgehen. In seiner Freizeit schweißt er ein ramponiertes Tor zusammen. Friedl Lienhardt und Werner Ochs bohren Löcher in die Eisdecke, um die Dicke zu prüfen. Gekonnt steuert Friedl Lienhardt den Zamboni und hobelt so die Eisfläche spiegelglatt. Friedl Lienhardt und Werner Ochs fahren mit dem Bandenhobel den Rand der Eisfläche ab. Beide sind für die Dienstleistungsgesellschaft im Eisstadion Pegnitz tätig.

27.1.2004 0:00 MEZ
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