Pokal-Aus nach erster
Niederlage
EV Pegnitz reichte 5:4-Sieg aus Hinspiel in Memmingen nicht — Schwindl
erzielte Ehrentreffer
PEGNITZ — Es ist soweit: Der EVP hat seine erste Saisonniederlage kassiert. Sie bedeutet das vorzeitige Aus im Bayernkrug-Pokalwettbewerb. Vor allem im gestrigen Rückspiel stellte der Dritte der Landesliga West, der ECDC Memmingen, die eindeutig bessere Mannschaft und zog nach einem 5:1-Sieg verdient in das Halbfinale ein.
Bayernkrug-Pokal
ECDC Memmingen — EV Pegnitz 4:5 (1:4/2:1/1:0) — Dabei hatte am Freitag alles so Erfolg versprechend begonnen. Enorm konzentriert gingen die „Icedogs“ in das Match gegen den bis dato unbekannten Gegner. Das war auch gut so, wie ein Pfostenknaller der Memminger nach nur 32 Sekunden bewies. Dadurch wurde der EVP zusätzlich angestachelt.
Mit Erfolg: Als Schwindl in der 3. Minute nach einem Sololauf nur mit einem Foul gestoppt werden konnte, nutzte Jasny das erste Powerplay zur Führung. Damit nicht genug: Schwindl legte im Doppelpack bis zur 7. Minute ein beruhigendes 3:0 vor. Jetzt lief das Passspiel der Oberfranken wie am Schnürchen, Memmingen drohte unterzugehen.
ECDC-Trainer Boldavesko nahm eine Auszeit, um seine Schützlinge zur Ordnung zu rufen. Doch der EVP war in dieser Phase nicht zu bremsen: Der wieder genesene Böhner erzielte mit einem schönen Heber ins Toreck das 4:0. Zur Ehrenrettung des neu verpflichteten Memminger Torwarts Vorderbrüggen, der just an seinem 33. Geburtstag seine Premierenvorstellung gab, muss gesagt werden, dass ihn keine Schuld traf am bis dato so eindeutigen Ergebnis. Wenigstens gelang den Gastgebern vor der Pause zur Ehrenrettung noch das 4:1.
Ab dem Mitteldrittel ließ Pegnitz ob der klaren Führung wieder einmal die Zügel schleifen. Die Mannschaft bettelte regelrecht um Strafzeiten und musste so die erste Hälfte dieses Spielabschnitts in Unterzahl bestreiten, meist sogar in 3:5-Situationen. Vor allem dem wiederum überragend haltenden EVP-Keeper Jens Braun ist es zu verdanken, dass Memmingen während dieses Powerplays nicht ein einziger Treffer gelang. Als Ponitz kurz nach dieser Strafzeitenflut das 5:1 markierte, bedeutete dies eine Art Vorentscheidung.
Wenn es trotzdem noch einmal spannend wurde, dann wegen der Schwäche der „Icedogs“, über 60 Minuten Höchstleistung abzurufen. So agierten Schwindl, Ponitz & Co. zunehmend verspielt, nutzten die Chancen nicht mehr konsequent genug, handelten sich weiter Strafen ein und bekamen so vermehrt Probleme mit dem körperbetonten Spiel der „Indians“, die immer stärker wurden, je mehr sie die Angst vor dem vermeintlich übermächtigen Gegner ablegten.
Die Folge: Memmingen gewann das Mitteldrittel und kam vor der zweiten Pause auf 5:3 heran. Als erneut Egli (53.) sogar der Anschlusstreffer gelang, wurden die rund 60 aus Pegnitz mitgereisten Fans nervös. Doch die „Icedogs“ konnten einen knappen Vorsprung über die Zeit retten.
Die Torfolge: 0:1 (3.) Jasny/Steffens/Ponitz, 0:2 (5.) Schwindl/Ponitz, 0:3 (7.) Schwindl/Häußinger/Steffens, 0:4 (17.) Böhner/Häußinger/Krieg, 1:4 (19.) Egli, 1:5 (30.) Ponitz/Steffens/Schwindl, 2:5 (38.) Nieder, 3:5 (40.) Eisenlohr, 4:5 (53.) Egli. Strafen: Memmingen 16, EVP 24 plus zehn Minuten für Krieg wegen Reklamierens.
EV Pegnitz — ECDC Memmingen 1:5 (0:2/0:0/1:3) — Die Gäste machten gestern Abend dort weiter, wo sie am Freitag aufgehört hatten: Nach nur fünf Minuten hatten sie im Rückspiel mit dem 0:1 wieder für ausgeglichene Verhältnisse gesorgt. Hätte nicht EVP-Keeper Jens Braun wiederholt bravourös gehalten, hätte Memmingen noch weit eher alles klar machen können. Die „Indians“ wirkten entschlossener und selbst auf dem für sie ungewohnten, schneebedeckten Eis cleverer.
Trotzdem hatten sie erst einmal einen Schock zu verkraften: Als der erst vergangene Woche neu verpflichtete Torwart Vorderbrüggen nach einem Steilpass auf Schwindl weit aus seinem Tor eilte, stürzte er im Zweikampf so unglücklich, dass er mit Verdacht auf einen Rippenbruch ins Krankenhaus gebracht werden musste. Sein Vertreter Kroeschel machte anschließend seine Sache ordentlich.
Pegnitz konnte die Situation nicht nützen. Im Gegenteil: Als Schwindl und Ponitz auf der Strafbank saßen, erhöhte ECDC-Spielertrainer Boldavesko auf 0:2. Pegnitz war zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschieden.
Wer geglaubt hatte, der EVP würde sich nach der Pause konzentrierter präsentieren, sah sich getäuscht. Nichts ging an diesem Tag zusammen. Memmingen rettete sich bei den vielen Strafzeiten mit Befreiungsschlägen klug über die Zeit, verlegte sich voll auf Konter und kontrollierte so stets das Match. „Icedog“-Trainer Heinz Krieger versuchte mit der Brechstange zu retten, was nicht mehr zu retten war, schickte in Überzahlsituationen verstärkt die vermeintlichen Leistungsträger aufs Eis und sorgte so zusätzlich für Unruhe.
Als die Gäste im Schlussdrittel weiter davon zogen — das 0:4 fiel sogar in Unterzahl — gaben die EVP-Fans die Hoffnung auf. Trotzdem flammte kurzzeitig noch einmal Kampfgeist auf, als Schwindl, der in Memmingen zum besten Spieler gewählt worden war, sich gestern aber auch kaum durchsetzen konnte, nur Sekunden nach dem letzten Wechsel das 1:4 erzielte. Doch es reichte nicht mehr, obwohl Pegnitz in der 57. Minute bei Überzahl auch noch den Keeper vom Eis nahm: Der erste Schuss des ECDC trudelte langsam über das ganze Feld zum 1:5-Endstand ins leere Tor.
EVP-Trainer Krieger war verständlich enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft: „Wenn etwas schief geht, dann geht aber auch alles schief. Vielleicht ist aber die Niederlage vor Beginn der Qualifikationsrunde gerade zum rechten Zeitpunkt gekommen“.
Die Torfolge: 0:1 (6.) Hefele/Nieder,
0:2 (14.) Boldavesko, 0:3 (42.) Trunzer/Boldavesko, 0:4 (49.) Nieder, 1:4 (51.)
Schwindl/Haslach, 1:5 (57.) Hefele. Strafen: EVP 26, Memmingen 39 Minuten. -rr-
5.1.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 31.12.2003:
Kopfschütteln über Terminplan
des Verbands
Erstes Heimspiel des EVP in der Qualifikation am 25. Januar — Minister
von Pokalgegner begeistert
PEGNITZ (str) — Lange müssen die Fans des EVP auch in dieser Saison auf das erste Heimspiel der „Icedogs“ in der Qualifikation zur Eishockey-Bayernliga warten. Nach zwei Auswärtsspielen gastiert der ESV Bad Bayersoien als Süd-Zweiter am Sonntag, 25. Januar, in Pegnitz.
Über den Termin-Rahmenplan des Verbands kann man auch in dieser Saison nur den Kopf schütteln: Eine Vierer-Qualifikationsrunde ist für viele Vereine zu wenig, ein EVP-Vorschlag, auf zwei Gruppen je acht Teams zu konzentrieren, wurde trotzdem abgelehnt. So gibt es im Januar lediglich ein Heim-Punktspiel.
Als machbar stufen die Experten die Gruppe ein, in der Pegnitz antreten muss. Der souveräne und verlustpunktfreie Sieger der Gruppe Nord bekommt es dabei mit dem Zweiten aus dem Süden, dem ESV Bad Bayersoien zu tun, ferner mit dem Dritten der Ost-Gruppe, dem ESC Vilshofen und dem Vierten aus dem Westen, dem ESV Buchloe. Falls die „Icedogs“ auch hier dominieren, kommt es im Halbfinale zum Treffen mit dem Sieger aus der Gruppe 3, Fürstenfeldbruck, Bad Kissingen, dem nächsten Bayernkrug-Gegner ECDC Memmingen oder Bruckberg.
Froh ist man im EVP-Lager, dass ein Aufeinandertreffen mit dem TSV Erding, der ebenfalls verlustpunktfreien Mannschaft aus der Ostgruppe, der vier komplette Reihen zur Verfügung stehen, frühestens im Landesliga-Finale möglich ist. Da beide Finalisten aufsteigen, wäre der Ausgang dieser Begegnung egal.
Nachfolgend die Spieltermine des EVP in der Qualifikationsrunde: Samstag, 10. Januar, 19.30 Uhr Bayersoien — EVP; Sonntag, 18. Januar, 17.15 Uhr Vilshofen — EVP; Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr EVP — Bayersoien; Sonntag, 1. Februar, 17 Uhr Buchloe — EVP; Sonntag, 8. Februar, 18 Uhr EVP — Vilshofen; Sonntag, 15. Februar, 18 Uhr EVP — Buchloe.
Bis die Aufstiegsrunde beginnt, will sich der EVP im Bayernkrug-Pokalwettbewerb am Wochenende gegen den Dritten der Landesliga West, die „Indians“ aus Memmingen durchsetzen. Dieser Gegner hat die ganze Saison über bis zum letzten Wochenende Licht und Schatten gezeigt. Schon nach wenigen Spieltagen wurde Trainer Markus Klein entlassen. Seither fungiert der Lette Sergejs Boldavesko als Spielertrainer.
Zum Gruppenfinale gab es am Wochenende eine 0:5-Auswärts-Niederlage und einen 5:3-Heimsieg gegen Lindau, vielleicht dadurch zu erklären, dass Memmingen im Hinspiel mit Boldavesko, Weinl, Hefele, Klein und Schmid zahlreiche Stammspieler schonte. Zudem fehlte Dollhofer, der Neuzugang aus Kempten, in beiden Spielen wegen Grippe.
Nach dem Heimsieg herrschte in Memmingen große Euphorie auch im Hinblick auf die Pokalbegegnung mit dem EVP. Vorsitzender Helge Pramschüfer sprach von einem „wichtigen Sieg für das Memminger Eishockey“ und auch Trainer Sergejs Boldavesko freute sich „angesichts der kämpferischen Leistung des Teams und der tollen Fanunterstützung.“
Landwirtschaftsminister Josef Miller, der sich unter den 1000 Zuschauern befand, zeigte sich von der „tollen Atmosphäre“ begeistert.
Die „Icedogs“ sollten also vor dem Pokalhinspiel am Freitag um 20 Uhr gewarnt sein, wollen sie sich eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am Sonntag, 4. Januar, schaffen. In Acht nehmen sollte man sich vor allem vor den Topscorern Sergejs Boldavesko, Waldemar Dietrich, Michael Klein, Bernd Hefele und dem ehemaligen Kaufbeurer Stefan Egli. Einen absoluten Torschützenkönig wie der EVP mit Schwindl hat Memmingen zwar nicht, doch überzeugen Boldavesko und Dietrich als herausragende Assistenten.
31.12.2003 0:00 MEZ
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