EVP entlässt Trainer Krieger
Richard Hagen: „Seine Botschaft ist beim Team nicht mehr angekommen“


PEGNITZ — „Nach der Vorrunde beginnt die Saison völlig neu.“ Niemand im EVP-Vorstand war sich bei dieser Aussage wohl bewusst, wie gravierend die Änderungen sein würden. Jetzt ist Fakt: Der Landesligist hat sich von Trainer Heinz Krieger getrennt. Nachfolger bis zum Saisonende sind Stefan Ponitz und der letztjährige Coach Horst Kürzdörfer.

Ausschlaggebend sei keinesfalls allein die Pokalniederlage gegen Memmingen gewesen, betont Spartenleiter Richard Hagen, vielmehr habe sich seit einiger Zeit der Eindruck verstärkt, dass Krieger mit seinen Anweisungen die Mannschaft nicht mehr erreicht.

In einer Krisensitzung am Montagabend sei so der Entschluss gefasst worden, sich mit sofortiger Wirkung vom Trainer zu trennen, der erst zu Beginn dieser Saison aus Amberg angeheuert worden war.

Hagen selber übernahm die undankbare Aufgabe, die alles andere als erfreuliche Nachricht zu überbringen.

Der Spartenleiter gewann in diesem Telefonat den Eindruck, dass Krieger selbst die Maßnahme akzeptiert hat. Bestätigt wurde er durch einen Beitrag des Übungsleiters im EVP-Internet-Forum: „Es war eine schöne, aber auch harte Zeit mit dieser Mannschaft. Die letzten paar Spiele hatte ich schon das Gefühl, dass zwischen mir und der Mannschaft etwas nicht stimmt. Es ist mit Sicherheit so das Beste.“ Schließlich bedankte er sich dort bei allen, die ihn in Pegnitz so gut aufgenommen haben und wünscht dem EVP das Beste für die Aufstiegsrunde. Hintergründig scheint allerdings sein mit fünf Ausrufezeichen versehener Nachsatz: „Man muss auch mal verlieren können.“

Dass er dem Team keinen Vorwurf macht, geht im Nachhinein aus seinem letzten Gespräch mit dem NN-Reporter hervor, als er nach den katastrophalen Leistungen im Pokalrückspiel gegen Memmingen regelrecht darum bettelte, jetzt die Mannschaft nicht niederzuschreiben.

Möglicherweise hatte er zu diesem Zeitpunkt mit seinem Job schon abgeschlossen, jedenfalls verfolgte er das Spiel gegen Memmingen trotz des drohenden Ausscheidens nahezu teilnahmslos von der Bande aus.

Zwischenzeitlich ist eine Interimslösung für die Aufstiegsrunde gefunden: Einer der routiniertesten Spieler des EVP, Stefan Ponitz, wird das Training leiten. Unterstützt wird er an der Bande von Horst Kürzdörfer, der in der vergangenen Saison — damals im Duett mit Mike Morin — nur knapp am Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga gescheitert ist.

Das erste Spiel unter neuer Regie am kommenden Samstag in Bayersoien wird dabei schon richtungsweisende Bedeutung haben. -rr-
 

8.1.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG