Einstand nach Maß
Unter Coach Stefan Ponitz gewinnt der EVP 9:2
PEGNITZ — Toller Einstand für den neuen EVP-Trainer Stefan Ponitz: Im ersten Spiel der Aufstiegsrunde zur Eishockey-Bayernliga knüpften die „Icedogs“ aus Pegnitz an ihre Leistungen in der Landesliga-Vorrunde an und fegten den Süd-Zweiten ESV Bad Bayersoien mit 9:2 Toren regelrecht vom Eis.
Aufstieg zur Bayernliga
ESV Bad Bayersoien —EV Pegnitz 2:9 (2:5/0:2/0:2) — Der Zweite der Landesliga-Süd gab einen durchaus ernst zu nehmenden Gegner ab, gespickt mit erfahrenen Cracks, die vor allem in der Anfangsphase mit genauem Passspiel und harten Schüssen überzeugten. Souverän auch das Powerplay, das Bayersoien bei einer der ersten Strafen gegen den EVP zur Führung nutzte.
Doch die Oberfranken ließen sich dadurch kaum beeindrucken: Mit zwei Toren noch in derselben Minute wendeten die „Icedogs“ das Blatt. Das 2:1 resultierte dabei aus einem Penalty nach einem Foul an Schwindl.
Bayersoien konnte zwar noch einmal ausgleichen, doch dann hatte das Team sein Pulver verschossen. Spiel entscheidend war wohl, dass der EVP zumindest über die ersten beiden Drittel ein gnadenloses Tempo vorlegte, mit dem der ESV zunehmend Mühe hatte. Die Folge waren Fouls und zahlreiche Strafzeiten. So fielen ab dem zweiten Drittel mit einer Ausnahme alle Tore für den EVP bei Überzahlsituationen.
Was hatte der neue Trainer Stefan Ponitz, der am Samstag noch auf seinen Partner Horst Kürzdörfer an der Bande verzichten musste, anders gemacht? Er hatte vor allem die Reihen neu gemischt. In der Verteidigung liefen die Paare Haslach/Honke, Graf/Jasny sowie Schoppa/Hausner auf, im Sturm rückte Häußinger neben Schwindl und Ponitz in die erste Formation, Steffens verstärkte die zweite Reihe mit Böhner und Skarupa, während sich der dritte Block mit Krieg, Fitzek und Rembs ausschließlich aus Pegnitzer Eigengewächsen rekrutierte.
Mit Aushilfs-Coach Mark Gerstner an der Bande, der wegen seiner Verletzung noch pausieren musste, klappte dies hervorragend und mit durchschlagendem Erfolg, was vor allem die sechs Treffer der Paradereihe beweisen. Dazu kam, dass auch Jens Braun im EVP-Gehäuse wieder eine souveräne Leistung ablieferte.
Trotz der relativ vielen Strafen verlief die Partie keineswegs unfair.
Die Schiedsrichter agierten souverän und so gab es auch nach einem wegen Torraumabseits aberkannten Treffer durch Graf (17.) kaum Proteste. Die rund 140 Zuschauer, wovon gut die Hälfte aus Pegnitz angereist war, sahen teils schön herausgespielte Treffer wie das 4:2 nach einer regelrechten Doppelpass-Staffette oder das 5:2, hammerartig aus vollem Lauf erzielt durch Schwindl aus spitzem Winkel.
EVP-Spartenleiter Richard Hagen war begeistert von der Leistung seiner Truppe, warnte aber vor Übermut: „Das war ein guter Beginn, macht aber unsere Aufgabe nicht leichter.“
Die Torfolge: 1:0 (9.) Lercher,
1:1 (9.) Häußinger/Ponitz/Haslach, 1:2 (9.) Schwindl, 2:2 (13.) Brand, 2.:3
(14.) Ponitz/Haslach, 2:4 (19.) Häußinger/Schwindl, 2:5 (20.) Schwindl/Häußinger,
2:6 (32.) Steffens/Schwindl/Böhner, 2:7 (40.) Häußinger/Haslach/Braun, 2:8 (42.)
Steffens/Böhner/Jasny, 2:9 (56.) Steffens/Böhner. Strafen: ESVB 40, EVP 32
Minuten. -rr-
12.1.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 9.1.04:
Jetzt beginnt Pflicht
EV Pegnitz startet am Samstag in Aufstiegsrunde
PEGNITZ — Die Kür der Landesliga-Vorrunde haben die „Icedogs“ mit Bravour gemeistert, jetzt kommt die Pflicht mit dem erklärten Ziel des Aufstiegs in die Eishockey-Bayernliga. Das erste Spiel am Samstag unter neuer Führung gegen den Süd-Zweiten Bad Bayersoien ist dabei schon richtungsweisend.
Bayernliga-Aufstiegsrunde
ESV Bad Bayersoien — EV Pegnitz (Samstag, 19.30 Uhr in Peiting) — Seit fast 50 Jahren treffen beide Vereine immer wieder einmal aufeinander, wenn es um den Aufstieg geht. So ist auf der Homepage des ESV von einer Begegnung aus dem Jahr 1956 zu lesen, als sich beide Teams in einem Qualifikationsspiel zur Landesliga 3:3 unentschieden getrennt haben.
Eine solche Punkteteilung dürfte dem neuen Trainergespann Stefan Ponitz/Horst Kürzdörfer diesmal zu wenig sein, will man doch auch in der Qualifikationsrunde unbedingt Platz eins belegen, um den Aufstieg nach Möglichkeit schon vor dem Finale zu sichern, in dem der übermächtige TSV Erding als Gegner „droht“.
Die Fans sind gespannt, welche Akzente der nunmehr für die Taktik verantwortliche Stefan Ponitz setzt, ob er vielleicht sogar die Reihen neu zusammenstellt. Seinen ersten Auftritt in dieser neuen Funktion hatte er am gestrigen Abend, nachdem am Dienstag die Übungseinheit weitgehend dem Schneefall zum Opfer gefallen ist. Gestern sollte auch der bisherige Trainer Heinz Krieger Gelegenheit bekommen, sich in aller Form von seinen früheren Schützlingen zu verabschieden. Spartenleiter Richard Hagen: „Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Das Problem, das schließlich zur Trennung geführt hat, bestand ausschließlich darin, dass Mannschaft und Trainer nicht mehr so harmoniert haben, wie das für den gewünschten Erfolg nötig gewesen wäre.“
Hagen freut sich deshalb, dass mit Horst Kürzdörfer wieder ein impulsiver Mann an der Bande steht, der das Team motivieren kann und der auch einmal explodiert, wenn die Leistungen nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Die Mannschaft sei nunmehr gefordert, ihr volles Leistungspotential abzurufen. Entschuldigungen gebe es nicht mehr.
Fest steht, dass der EVP auf jeden Fall noch ohne Marvanyi, Gerstner und Walther auskommen muss. Sie haben zwar ihre Verletzungen weitgehend auskuriert, doch soll angesichts des Trainingsrückstands jedes Risiko vermieden werden.
Bayersoien rekrutiert sich vorwiegend aus Eigengewächsen und ehemaligen Peitinger Junioren. Die Ausländerstelle nimmt der 41-jährige Superintendent und Greenkeeper Ken Latta aus Kanada ein, der früher in Peiting, Peißenberg und Waldkraiburg die Schlittschuhe geschnürt hat. Ansonsten ist wenig über die Mannschaft bekannt, außer dass sie in der Lage ist, auch nur wenige Chancen konsequent in Torerfolge umzumünzen.
EVP-Spartenleiter Hagen: „Wir wissen, dass in den anderen Gruppen viel körperbetonter und einsatzfreudiger gespielt wird als im Norden. Deswegen müssen wir vom Anfang bis zum Schluss marschieren.“ -rr-
9.1.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG