Meilenstein für Aufstieg
Pegnitzer „Icedogs“ fertigten Buchloe mit 2:0 Toren ab
PEGNITZ — Mit der gegnerischen Mannschaft hatten die „Icedogs“ beim Auswärtsspiel gegen den Verfolger Buchloe erstaunlicherweise weniger Mühe als mit den beiden Schiedsrichtern. Doch auch diese konnten den Pegnitzern den Ausbau der Führung in der Qualifikationsrunde I nicht vermasseln. Mit einem 2:0-Erfolg setzte sich das EVP-Team in der Tabelle sehr deutlich von den Gastgebern ab.
Aufstieg zur Bayernliga
ESV Buchloe — EV Pegnitz 0:2 (0:1/0:1/0:0) — Mit diesem Erfolg haben die „Icedogs“ die Qualifikation für das Halbfinale um den Bayernliga-Aufstieg praktisch in der Tasche. Fast. Wenn sie nicht bei den anstehenden zwei Heimpartien patzen. Nötig ist nämlich rein rechnerisch noch mindestens ein Punkt. „Wir wollen natürlich mehr“, verkündet Abteilungsleiter Richard Hagen mit energischer Zuversicht.
Auf das Buchloer Intermezzo vor 167 Zuschauern (ein Drittel davon Pegnitzer Schlachtenbummler) blickt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Erfolg freut ihn, doch habe man „viel zu niedrig gewonnen“. Und die Schiedsrichterleistung gehört für ihn geradezu ins „Kuriositäten-Kabinett“. Diese hätten einfach „anfängerhaft“ gepfiffen.
Doch der Reihe nach. Bereits in der achten Minute lochte Marvanyi nach einer Vorlage von Böhner zum 0:1 ein. Gekonnt nutzten die heimischen Cracks für diesen Treffer ihre 5:4-Überzahl. Eine nennenswerte Gegenwehr von den Buchloern gab es nicht, auch wenn der Pegnitzer Torwart Jens Braun ein paar Mal geprüft wurde, diese Tests aber immer glänzend bestand.
Das bewährte Duo Schwindl/Ponitz machte dann in der 29. Minute fast schon alles klar. 2:0 für die Weitgereisten, die aber keinerlei Reisemüdigkeit erkennen ließen.
Verpasste und vertane Chancen gab es aber auch auf der Pegnitzer Seite. Bereits in der 2. Minute war die Möglichkeit zum Break — ohne greifbaren Erfolg. Und exakt 13 Minuten später scheiterte Häußinger freistehend vor dem Buchloer Keeper.
Ein weiterer Pegnitzer Treffer in der 16. Minute wurde nicht gewertet mit der Begründung: „Torraumabseits“. Und ausgerechnet 30 Sekunden vor Ende des ersten Drittels wurde ein Pegnitzer Torschuss nicht anerkannt, weil angeblich das Tor verschoben gewesen sei.
Ab dem zweiten Drittel wurde das Spiel zunehmend unübersichtlicher und die Schiri-Entscheidungen (noch) undurchschaubarer. Die Pegnitzer wurden zunehmend gefoult, die Schiedsrichter-Maßregelungen gingen aber trotzdem zu ihren Lasten. Markus Schwindl wurde nach einem Foul ein Penalty verwehrt. Das Chaos im Spielablauf war schließlich so groß, dass sowohl Pegnitz als auch Buchloe kurz vor Schluss Auszeiten nahmen, die aber nichts mehr bewirkten.
Die Torfolge: 0:1 Marvanyi/Böhner (8.); 0:2 Schwindl/Ponitz (29.). Strafen: EVP 26 Minuten, Buchloe 22 Minuten. -fh-
2.2.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 30.01.2004:
Bei Sieg Halbfinale fast sicher
Gegner Buchloe mit Oberligacracks verstärkt — EVP-Fans sind
bayernligareif
PEGNITZ — Trotz der schlechtesten Saisonleistung neben dem Pokal-Aus gegen Memmingen hat der EV Pegnitz zuletzt mit dem wenig schmeichelhaften Sieg über Bad Bayersoien das Tor zur Eishockey-Bayernliga weit aufgestoßen. Schützenhilfe leistete dabei mit dem ESV Buchloe ausgerechnet der nächste Gegner mit einer völlig unerwarteten Niederlage gegen Vilshofen. Gewinnen die „Icedogs“ am Sonntag, steht der Einzug ins Halbfinale so gut wie fest.
Aufstieg zur Bayernliga
ESV Buchloe — EV Pegnitz (Sonntag, 17 Uhr) — Die Mannschaft hat zuletzt arg enttäuscht, der EVP-Fanclub jedoch ist bereits uneingeschränkt bayernligareif. Nicht selten haben die Mannen um Alex „Abrazzo“ Adamczyk die Auftritte der „Icedogs“ in der Fremde stimmgewaltig zu Heimspielen umfunktioniert. Jetzt wollen sie den Cracks auch noch zeigen, wie man sich entsprechend auf ein Match vorbereitet.
Als Spartenleiter Richard Hagen nachfragte, warum der Fanbus am Sonntag deutlich früher abfährt als der Spielerbus, war Adamczyk um eine Antwort nicht verlegen: „Wir werden vor dem Spiel in Buchloe ein Grillfest veranstalten. Wenn Ihr ankommt, sind Eure Steaks schon fertig.“
Von einer solchen Einstellung konnten die Trainer Stefan Ponitz und Horst Kürzdörfer nach der „Arbeitsverweigerung“ ihrer Mannen im Spiel gegen Bayersoien nur träumen. Man darf gespannt sein, wie die angedrohten Konsequenzen aussehen werden oder ob die Verantwortlichen den Cracks angesichts der Bedeutung des Spiels vielleicht doch noch einmal eine Bewährungschance gewähren.
Hagen will sich in die Belange der Mannschaft nicht direkt einmischen, ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, die zuletzt fehlende kämpferische Einstellung zu monieren: „Ich verlange zwar nicht, dass der Gegner zusammengefahren wird, aber lediglich zwei Strafminuten in einem so wichtigen Match sagen alles. Ich jedenfalls habe keine Ambitionen, die früher beim EVP eingegliederte Sparte Eiskunstlauf wieder zu beleben. Wenn manche glauben, sie müssten nicht mehr tun, als unbedingt nötig, dann muss ich sie darauf hinweisen, dass wir mittlerweile mehr Spieler im Kader haben, als für drei Blöcke nötig sind.“
Gerstner wieder fit
Scheiterte die Rückkehr des langzeitverletzten Kapitäns Mark Gerstner zuletzt noch beim letzten Härtetest vor dem Spiel, so hat die medizinische Abteilung jetzt „grünes Licht“ gegeben. Damit kann der EVP in Oberbayern aller Voraussicht nach erstmals in dieser Saison komplett antreten. Das wird auch nötig sein, hat sich doch der ESV Buchloe für die Aufstiegsrunde mit drei Oberligaspielern verstärkt.
Eine Klasse für sich ist zweifellos Keeper Florian Warkus, der vom EA Kempten gekommen ist. Er gibt der ohnehin schon souveränen Abwehr zusätzliche Sicherheit und brachte schon manchen Gegner zur Verzweiflung. Im Angriff ergänzen sich die Neuzugänge Gunnar Genuttis (vormals Hamburg) als Torschütze und der ebenfalls aus Kempten geholte Michael Paradeiser als Passgeber ideal. Sie schaffen es dank ihrer reichen Erfahrung immer wieder, 2:1-Überzahlsituationen bei Kontern gnadenlos auszunützen. Die Abwehr allein auf diese beiden zu konzentrieren, könnte sich aber für den EVP fatal auswirken, versteht sich doch auch das Duo Alexander Endres und Benjamin Stedele blind.
Nicht unverwundbar
Dass aber auch der ESV Buchloe nicht unverwundbar ist, bewies zuletzt der ESC Vilshofen, der eine lange Siegesserie der Oberbayern abrupt stoppte. Zwar fehlte beim ESV der verletzte Paradeiser, doch verantwortlich für den Überraschungscoup war letztendlich der zweitbeste Torjäger der Landesliga: Trakosas war von Buchloe zu keinem Zeitpunkt in den Griff zu bekommen.
Er sorgte mit einem Hattrick binnen nur 13 Minuten nicht nur für die Wende, sondern mit seinem vierten Treffer auch für den 6:1-Endstand. Man darf gespannt sein, ob sich der EVP-Torschütze vom Dienst, Markus Schwindl, ähnlich eindrucksvoll durchsetzen kann.
Der Einsatz könnte sich lohnen: Im Spiel gegen den ESV Buchloe, der mit Hoffnung auf ein Stadiondach unter allen Umständen aufsteigen will, wird eine Vorentscheidung darüber fallen, wer aus der Qualifikationsgruppe 1 in das Halbfinale einzieht. Pegnitz hat mit jetzt schon vier Punkten Vorsprung die besten Karten. -rr-
30.1.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ
UND UMGEBUNG
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