Blockade im Kopf
EVP-Mannschaft bleibt unter ihren Möglichkeiten

PEGNITZ — Ein Aufwärtstrend war unverkennbar, aber zufrieden war EVP-Coach Horst Kürzdörfer nach der 7:10-Testspielniederlage gegen den Regionalligisten EHV Schönheide dennoch nicht: „Alle starren auf das entscheidende Halbfinale gegen Fürstenfeldbruck und haben deshalb den Kopf nicht frei“.

Freundschaftsspiel

EV Pegnitz — EHC Schönheide 7:10 (3:3/1:4/3:3) — Leiden die „Icedogs“ an einem „FC-Bayern-München-Komplex“? Die Symptome sind ähnlich: In der Liga eindeutig überlegen und unterfordert konzentriert sich die Mannschaft seit Wochen nur auf die alles entscheidende Halbfinalbegegnung um den Aufstieg und bleibt so unter ihren Möglichkeiten. Trainer Horst Kürzdörfer hofft, dass denn auch gegen Fürstenfeldbruck der Knoten platzt. Gegenwärtig jedenfalls kann das Team in den Spielen nicht an die tollen Leistungen im Training anknüpfen. Kürzdörfer: „Die Bandentür zum Stadion ist für die meisten wie eine Blockade“.

Dennoch zog sich der Landesligist gegen die zwei Klassen höher agierenden „Wölfe“ achtbar aus der Affäre. Mehr noch: Die Gäste, die wegen einer Panne auf der Anfahrt erst verspätet in Pegnitz ankamen, wurden kalt erwischt. Ehe sie auch nur eine einzige Chance verzeichnen konnten, lagen sie schon mit 0:2 zurück.

Aber die Sachsen, die mit drei Tschechen antraten, kamen immer besser ins Spiel. Die ersten Strafen gegen die „Icedogs“ nutzten sie kompromisslos, um in Überzahl das Blatt zu wenden. Doch der EVP schlug zurück: Als der erste „Wolf“ in der „Kühlbox“ saß, glich Dimitri Dümmel, ein 34-jäh- riger Kasache aus Bayreuth, der seit einiger Zeit beim EVP mittrainiert und in dem Freundschaftsspiel die Stelle des verletzten Häußinger einnahm, gekonnt aus.

Im Mitteldrittel suchten die Gäste die Entscheidung und zogen bis auf 4:7 davon, wobei letzterer Treffer sogar bei eigener Unterzahl erzielt wurde. Pegnitz offenbarte in dieser Phase Schwächen im Powerplay und auch der zwischenzeitlich für Jens Braun eingewechselte Keeper Oliver Schmidt machte nicht immer eine glückliche Figur.

Im Schlussdrittel kam Pegnitz zwischenzeitlich bis auf 6:8 heran, konnte Schönheide aber insgesamt nicht in Schwierigkeiten bringen, Zu konsequent wurden von den auch stocktechnisch und läuferisch überlegenen Gästen die Schwächen der „Icedogs“ ausgenützt. Sehenswert dennoch die Treffer nach einem Schlagschuss von Marvanji zum 6:9 oder von Fitzek nach einem tollen Flügellauf zum 7:10.

Die Torfolge: 1:0 (4.) Haslach/ Ponitz, 2;0 (6.) Schwindl/Haslach, 2:1 (12.) Schröder, 2:2 (15.) Heinisch, 2:3 (16.) Reichert, 3:3 (17.) Dümmel/Gerstner, 3:4 (27.) Schröder, 3:5 (29.) Opat, 4:5 (32.) Ponitz/Schwindl/Haslach, 4:6 (35.) Heinisch, 4:7 (40.) Gal, 4:8 (46.) Schröder, 5:8 (49.) Steffens/Ponitz/Schwindl, 6:8 (53.) Marvanij/Schwindl/ Haslach, 6:9 (54.) Schröder, 6:10 (58.) Solf, 7:10 (59.) Fitzek/Skarupa/ Walther. Strafen: EVP 22, EHVS20 Minuten. -rr-
 

1.3.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Vorbericht der NN vom 27.02.04:

Test mit Vollgas
Heimspiel gegen Regionalligisten — Fürstenfeldbruck in Rage

PEGNITZ — Einen starken Gegner hat der EV Pegnitz zur heutigen Generalprobe für das Aufstiegshalbfinale gegen Fürstenfeldbruck engagiert: Mit dem EHV Schönheide gastiert ein Regionalligist, der nur knapp die Relegation zur Oberliga verpasst hat.

Echter Kräftevergleich

EV Pegnitz — EHV Schönheide (Freitag, 20 Uhr) — Seit Jahren pflegt der EVP gute Kontakte zu den „Wölfen“. Die „Icedogs“ zogen sich dort in der Saisonvorbereitung mit einem 6:6-Unentschieden achtbar aus der Affäre. Jetzt kommen die Sachsen zum Gegenbesuch. Das Team hat nicht nur zwei starke Keeper in seinen Reihen, sondern auch erfahrene Cracks aus Weißwasser, Crimmitschau, von der Düsseldorfer EG und aus Tschechien. EVP-Abteilungsleiter Richard Hagen erwartet sich denn auch für heute kein Freundschaftsspiel, sondern einen echten Kräftevergleich, einen „Test mit Vollgas“.

Mit Vollgas in Rage geschrieben hat sich nach dem Spiel in Bad Kissingen auch das Umfeld des EV Fürstenfeldbruck. Nach einer Matchstrafe für Schedlbauer, einer Spieldauerstrafe für Kostinek und einer Disziplinarstrafe für Spielertrainer Ibelherr wird doch tatsächlich der Vorwurf erhoben, der EVP könnte die Unterfranken zu den rüden Attacken angestiftet haben, um den Halbfinalgegner zu schwächen. Hagen schüttelt darob nur den Kopf: „Kompletter Quatsch“.

EV Pegnitz — EVP-Oldstars (Sonntag, 18 Uhr) — Ein Schmankerl bietet der EVP den Fans bei freiem Eintritt im Match gegen die Stars früherer Tage. Mit dabei unter anderem Bill Thurston, Christian Libor, der jetzige Coach Horst Kürzdörfer oder Martin Lenk, um nur einige zu nennen. -rr-
 

27.2.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG