EV Pegnitz ließ gestern bei der Saisonpremiere in Bayreuth keinerlei Zweifel an seiner erneuten Favoritenrolle aufkommen
„Bandits“ konnten die „Icedogs“ nicht gefährden
Top-Scorer Markus Schwindl eröffnete schon in der 4. Minute den Torreigen — Gerstner gelang im Mitteldrittel Doppelschlag

PEGNITZ — Der EV Pegnitz möchte in dieser Saison von vornherein keinen Zweifel aufkommen lassen, dass er ganz vorn mitspielen und endlich den Sprung in die Eishockey-Bayernliga schaffen will. Landesliga-Aufsteiger EC Bayreuth jedenfalls, der zuletzt aus Mitterteich mit einem 8:6-Sieg beide Punkte entführt hatte, war gestern vor heimischer Kulisse gegen die „Icedogs“ ohne Chance.

Eishockey-Landesliga

EC Bayreuth — EV Pegnitz 0:10 (0:3/0:2/0:5) — Der Sieg der „Bandits“ bei den Stiftländern hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die „Icedogs“ gingen äußerst konzentriert in ihre Saisonpremiere, stabilisierten zunächst die Defensive, entwickelten aber bald viel Druck, als sie merkten, dass die Gastgeber sie nicht sonderlich gefährden konnten. Ehe Bayreuth überhaupt eine einzige Chance verzeichnete, hämmerte der Landesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison den Puck in der 4. Minute schon zum verdienten Führungstreffer des EVP in die Maschen und ließ dabei ECB-Keeper Bärnreuther nicht den Hauch einer Chance.

Nun wagte sich auch die EVP-Defensivabteilung öfter nach vorne. Der Lohn blieb nicht aus: Graf (11.) markierte das 2:0, schön bedient von Honke. Als sich bei Bayreuth die Strafzeiten häuften, war Pegnitz immer wieder zahlenmäßig überlegen, ohne diesen Vorteil zunächst allerdings in Tore ummünzen zu können. Vor allem der Paradesturm zeigte noch Schwächen im Powerplay. In der Schlussminute des ersten Drittels aber nützten Schwindl, Ponitz & Co. eine 5:3-Überzahlsituation kaltblütig zum vorentscheidenden 3:0.

Dieses schön herausgespielte Tor gab zusätzliche Sicherheit für das zweite Drittel. Vor allem der erste Sturm drehte jetzt mächtig auf. Besonders freute die zahlreichen Pegnitzer unter den rund 250 Zuschauern, dass Kapitän Gerstner den in der vergangenen Saison begonnenen Höhenflug als Vollstrecker fortsetzen konnte: Per Doppelschlag erhöhte er in der 21. und 24. Minute auf 5:0. Wenn im Mitteldrittel schließlich nicht noch mehr Treffer dazu kamen, so vor allem deswegen, weil die Schiedsrichter nunmehr entgegengesetzt zum ersten Durchgang deutlich mehr Strafen gegen den EVP aussprachen. So mussten die „Icedogs“ das halbe Drittel in Unterzahl agieren, ohne aber groß in Gefahr zu geraten.

Im Schlussdrittel schienen die Bayreuther mehr und mehr aufzustecken, zu groß war einfach die Überlegenheit der Pegnitzer Gäste. So sehr sich die Bayreuther Routiniers wie Horst Bärnreuther oder Hartmann auch mühten, sie hatten den „Icedogs“ einfach nichts entgegen zu setzen. Auch Torwart S. Bärnreuther machte schließlich entnervt Dünkel Platz.

Pegnitz dagegen zeigte schöne Spielzüge am laufenden Band. Böhner krönte einen sehenswerten Sololauf im Nachschuss mit dem 6:0, ehe dann der gestern bestens aufgelegte Schwindl Festspiele der besonderen Art bot: Zunächst einen mustergültigen Konter zusammen mit Gerstner zum 7:0, dann eine schöne Kombination mit Ponitz und schließlich einen Slalomlauf zum 9:0. Nur 23 Sekunden später machten die Neuzugänge Böhner und Häußinger alles klar.

Die Torfolge: 0:1 (4.) Schwindl, 0:2 (11.) Graf/Honke/Häußinger, 0:3 (20.) Schwindl/Ponitz/Haslach, 0:4 (21.) Gerstner/Schwindl/Ponitz, 0:5 (24.) Gerstner/Haslach/Ponitz, 0:6 (42.) Böhner, 0:7 (46.) Schwindl/Gerstner, 0:8 (53.) Schwindl/Ponitz, 0:9 (57.) Schwindl, 0:10 (57.) Böhner/Häußinger/Steffens. Strafen: Bayreuth 16, Pegnitz 20 Minuten. -rr-

20.10.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Vorbericht der NN vom 17.10.03:

EV Pegnitz startet am Sonntag in Bayreuth in die Saison
Vorsicht vor den ,Bandits’
Aufsteiger entführte beide Punkte vom EHC Mitterteich

PEGNITZ — Mit einem Lokalderby startet der EV Pegnitz am Sonntag um 19.30 Uhr im Bayreuther Eisstadion in die neue Saison der Eishockey-Landesliga Nord. Auftaktgegner ist der Aufsteiger EC Bayreuth, der zuletzt mit einem 8:6-Sieg in Mitterteich hat aufhorchen lassen.

Eishockey-Landesliga

EC Bayreuth — EV Pegnitz (Sonntag, 19.30 Uhr) — Besser als im Vorjahr, als Schwindl, Ponitz & Co. gleich im ersten Spiel in Regensburg die einzige Vorrundenniederlage kassiert haben, wollen die „Icedogs“ diesmal in die Saison starten. Allerdings ist gegen die „Bandits“ höchste Vorsicht geboten, wie deren Coup in Mitterteich bewiesen hat. Dort führten die Spieler um Routinier Horst Bärnreuther nach einer Viertelstunde schon mit 4:0 Toren, ehe die Stiftländer überhaupt warm geworden waren. Obwohl später die „Dragons“ und vor allem deren Neuzugang Lukscheider weitgehend das Geschehen diktierten, konnten die Wagnerstädter doch einen Vorsprung über die Zeit retten.

Gut, dass die „Icedogs“ nach ihrem Testspiel gegen Holzkirchen diese Vorstellung der Bayreuther mit eigenen Augen gesehen haben. Somit müssten sie gewarnt sein. Ihr Spartenleiter Richard Hagen geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich erwarte den EC Bayreuth in der Endabrechnung unter den besten vier Teams der Vorrunde.“

Dort will allerdings neben dem SC Bad Kissingen, dem EHC 80 Nürnberg und dem EV Regensburg auch der EVP hin. Mit einem Sieg am Sonntag soll der Grundstock dazu gelegt werden, wohl wissend, dass die Mannschaft bisher bei ihren Auftritten in Bayreuth noch nie überzeugen konnte. Auch die Vorbereitung lief nicht optimal, stand doch bislang jeweils nur eine Eiszeit wöchentlich in Mitterteich zur Verfügung. Hagen: „Ich hoffe, dass die Mannschaft schnell ihren Rhythmus findet.“

Was die Aufstellung angeht, kann der neue Trainer Heinz Krieger bis auf Florian Krieg, der sich im Match gegen Holzkirchen einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hat, aus dem Vollen schöpfen. Demnach sind in der Verteidigung die Paare Haslach/Hausner Graf/Jasny und Honke/Schoppa zu erwarten, während im Sturm zuletzt Ponitz/Schwindl/Gerstner, Häusinger/Böhner/Steffens sowie Fitzek/Marvanyi/Skarupa zusammen agierten. Dazu kommt noch die vielseitig einsetzbare „Allzweckwaffe“ Rembs. Die Torhüter Schmidt und Braun werden sich auch in dieser Saison je nach Tagesform abwechseln.

„Vor allem auf unsere sechs sehr routinierten Verteidiger wird am Sonntag viel Arbeit zukommen“, glaubt Eishockey-Spartenleiter Richard Hagen. Er will sich zwar nicht in die Arbeit des Trainers einmischen, rät aber dazu, zunächst hinten dicht zu machen und die durchaus vorhandenen Fähigkeiten in der Offensive vorsichtshalber zurück zu stellen. Denn eines hat das Spiel in Mitterteich gezeigt: Wenn die „Bandits“ erst einmal in Fahrt sind, sind sie nur schwer zu bremsen. -rr-


17.10.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG