Schwindl sorgte mit vier Toren
für ungefährdeten 9:3-Sieg über EV Regensburg
EVP souverän an der Spitze
Trainer Heinz Krieger und Fans begeistert: „Die Mannschaft bereitet viel
Spaß“
PEGNITZ — „Es macht unglaublichen Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten“.
EVP-Trainer Heinz Krieger strahlt über das ganze Gesicht, als gestern auch der
EV Regensburg 1 b klar besiegt und die Tabellenführung weiter ausgebaut war. Die
Fans geben ihm Recht: Es macht auch viel Spaß, den „Icedogs“ zuzuschauen.
Eishockey-Landesliga
EV Pegnitz — EV Regensburg 1 b 9:3 (1:0/4:2/4:1) — Ganz anders als vor
Wochenfrist gegen Bad Kissingen, begann das Match gegen den Tabellendritten
bedächtig und von beiden Seiten zerfahren vorgetragen. So blieben hochkarätige
Torchancen zunächst Mangelware, zumal Pegnitz auch eine erste Überzahlsituation
nicht nützen konnte.
„Aber die Mannschaft weiß auf alle Herausforderungen eine Antwort“. Für Trainer
Krieger einer der Hauptgründe für die Pegnitzer Überlegenheit in der Liga. In
der 10. Minute gab sie Torjäger Markus Schwindl, als er in Unterzahl mit einem
Sololauf über den ganzen Platz und um den EVR-Keeper den Torreigen eröffnete.
Die erste größere Aufregung gab es bei einer Schlägerei in der 16, Minute,
ausgelöst durch einen EVP-Torschuss, nachdem der Schiedsrichter schon
abgepfiffen hatte. Der Regensburger Frank erhielt nach einem Kopfstoß zu Recht
eine Spieldauer-Sperre, Häußinger hatte Glück, dass er nach einem Griff in das
Gesichtsgitter des Gegners mit zwei Minuten davon kam.
Im Mitteldrittel gewann das Match zusehends an Farbe und schon fielen auch die
Tore wie die reifen Früchte. Schwindl erhöhte per Doppelschlag auf 3:0. Und auch
vom zwischenzeitlichen 3:1 ließ sich der EVP nicht aus der Fassung bringen:
Häußinger und Graf sorgten bis zur Pause mit dem 5:2 für eine Vorentscheidung.
Erst im Schlussdrittel wachten die Gäste richtig auf, zeigten endlich ihr
gewohnt rustikales Spiel und bereiteten den „Icedogs“ so einige Probleme. Doch
wieder beendete Schwindl mit einem Sololauf zum 6:2 das Aufbäumen der
Oberpfälzer.
Mit welchem Ehrgeiz jetzt beide Teams zu Werke gingen, zeigten die sich
häufenden Rangeleien. Einer der Leidtragenden war Rembs, der mit einer
Spieldauer-Sperre belegt worden ist und am Freitag gegen Erkersreuth zuschauen
muss. Marvanyi und erneut Schwindl sorgten nach dem 7:3 für Regensburg mit dem
9:3-Endstand dafür, dass der EVP weiter verlustpunktfrei ist.
Trainer Krieger war begeistert: „Alle Mannschaftsteile spielen toll, angefangen
von den Keepern über die Verteidiger bis zu den Stürmern. Und weil wir so fit
sind, bleiben wir auch von Verletzungen verschont“.
Die Torfolge: 1:0 (10.) Schwindl, 2:0 (21.) Schwindl/Marvanyi/Haslach, 3:0 (24.)
Schwindl/Haslach, 3:1 (26.) Setzer/Gäck, 4:1 (30.) Häußinger/Gerstner/Graf, 5:1
(35.) Graf/Böhner, 5:2 (36.) Schneider, 6:2 (47.) Schwindl, 7:2 (48.) Ponitz/Haslach/Schwindl,
7:3 (54.) Biehler/Hofmeister, 8:3 (59.) Marvanyi, Steffens/Schwindl, 9:3 (59.)
Schwindl/Haslach. Strafen: EVP 33 Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe für
Rembs, EVR 28 plus Spieldauer-Disziplinarstrafe für Frank und Menarsi. rr-
24.11.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
EVP entthront EHC 80 Nürnberg
„Icedogs“ vorn
Bisherigem Landesliga-Spitzenreiter nicht einen Treffer erlaubt
PEGNITZ — Der EV Pegnitz ist „Spitze“: Gestern Abend haben die Mannen um Trainer
Heinz Krieger mit einer souveränen Vorstellung den bisherigen Tabellenführer EHC
80 Nürnberg entthront und selbst den „Platz an der Sonne“ eingenommen. Diesen
gilt es morgen im Match gegen den Zweiten, den EV Regensburg 1 b, zu
verteidigen.
Eishockey-Landesliga
EHC 80 Nürnberg — EV Pegnitz 0:4 (0:2/0:1/0:1 ) — Gegen einen der Mitfavoriten,
der mit seinen Junioren-Bundesligaspielern verstärkt angetreten ist, so souverän
zu gewinnen, ist allein schon eine tolle Leistung. Sie wird allerdings noch
dadurch aufgewertet, dass die „Icedogs“ in Folge einer katastrophalen Leistung
der beiden Unparteiischen sage und schreibe 24 Minuten in Unterzahl agieren
mussten.
Wenn Nürnberg trotzdem nicht ein einziger Treffer gelungen ist, so spricht das
für die routinierte Arbeit der Pegnitzer Abwehr, gekrönt von einer überragenden
Leistung des Keepers Jens Braun, der die EHC-Stürmer, die nicht weniger
Torgelegenheiten hatten als die „Icedogs“, schier zur Verzweiflung brachte.
Der EVP eröffnete den Torreigen in der 14. Minute per Doppelschlag: Der Führung
durch Häußinger ließ Markus Schwindl nur wenig später das 2:0 folgen.
Anschließend wogte das Geschehen bis Ende des Mitteldrittels hin und her, ehe
Steffens auf schöne Vorarbeit von Ponitz auf 3:0 erhöhte.
In der 42. Minute konnten auch die Nürnberger ihren ersten Eintrag in den
Spielbericht verbuchen: Allerdings handelte es sich dabei keineswegs um einen
Treffer, sondern um deren erste Strafzeit überhaupt. Vier Minuten vor Schluss
vergab Böhner einen Penalty, doch kurz vor der Schlusssirene verwandelte er zum
4:0-Endstand.
Die Torfolge: 0:1 (14.) Häußinger/Gerstner, 0:2 (15.) Schwindl, 0:3 (37.)
Steffens/Ponitz, 0:4 (60.) Böhner/Marvanyi. Strafen: EHC vier, EVP 24 Minuten.
-rr-
22.11.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 21.11.2003:
EVP will am Wochenende mit zwei
Siegen über EHC 80 Nürnberg und den EV Regensburg an die Spitze stürmen
„Aktuelle Tabelle wie Ganspreise im März“
Nürnberger Trainer: „Punkte gegen Regensburg und Kissingen verschenkt“ —
Heimspiel gegen EV Regensburg
PEGNITZ — Bravourös haben sich die „Icedogs“ durch das „Wochenende der Wahrheit“
gebissen: Nach Siegen über Mitterteich und den Mitfavoriten Bad Kissingen sind
sie allein noch verlustpunktfrei. Doch Vorsicht: Heute beim Spitzenreiter in
Nürnberg und am Sonntag daheim gegen den EV Regensburg 1 b stehen die nächsten
Top-Spiele an.
Eishockey-Landesliga
EHC 80 Nürnberg — EV Pegnitz (Freitag, 18.30 Uhr, Arena) — Spitzenreiter?
Michael Wanner winkt genervt ab. Mögen die Amateur-Spieler des EHC 80 in der
Kabine ruhig feiern, für den Trainer hat die Landesliga-Tabelle momentan eine
ähnliche Aussagekraft wie Ganspreise im März. Einige Teams, darunter Verfolger
Pegnitz, konnten witterungsbedingt erst spät in die Runde einsteigen, so dass
die aktuellen Platzierungen mit Vorsicht zu genießen sind.
Trotzdem, Spitzenplatz ist erst mal Spitzenplatz, aber selbst EHC-Teammanager
Frank Butz findet ein Haar in der Tabellensuppe. Sieben Siege, davon fünf
hintereinander, schön und gut. „Aber eigentlich dürften wir noch gar keine
Minuspunkte haben“, grollt er etwas verschnupft. Die 3:7-Auftaktniederlage gegen
den EV Regensburg wäre vielleicht noch zu verschmerzen, doch das 3:5 gegen Bad
Kissingen hätte man sich, so Wanner, durchaus sparen können: „Das haben wir
hergeschenkt.“
Der Trainer arbeitet jetzt das zweite Jahr in Nürnberg, und langsam geht die
Saat auf, die in der ersten Saison noch etwas mühsam keimte. Die Amateure
schicken sich erneut an, die Qualifikationsrunde für die Bayernliga zu
erreichen, außerdem trägt ihr Spiel immer mehr Wanners Handschrift. „Es ist eine
ganz andere Art von Eishockey, endlich ein System, das wirkt sich auf den
gesamten Nachwuchs aus“, lobt Butz.
Wanner winkt schon wieder ab. Ja, zum Teil habe er einiges umsetzen können, doch
manchmal blickt er schon ein bisschen neidisch nach Nord und Süd, nach Pegnitz
oder Mitterteich, wo großzügige Sponsoren unterhelfen. Dabei wäre Wanner bereits
geholfen, wenn seine Jungs nicht jeden Schläger privat beisteuern müssten. Hinzu
kommt, dass das Etikett „Amateure“ auf keiner Mogelpackung klebt. Einige
EHC-Spieler können berufs- und ausbildungsbedingt nicht öfter trainieren, „da
muss ich Abstriche machen“, seufzt Wanner.
Der Blick auf die Bank enthüllt ein weiteres Problem: Drei Amateure sind
verletzt, eine komplette dritte Reihe existiert zurzeit nur in des Trainers
Wunschplanungen. Wie schön, dass trotz allem manchmal auch das Glück
vorbeischaut, zum Beispiel in Gestalt von Peter Cerny, der nach seinem
Intermezzo in Höchstadt und vergeblichem Klinkenputzen bei anderen Vereinen
seinen alten Club fragte, ob er wieder mitspielen dürfe. Er durfte, natürlich
ohne finanzielles Zuckerl, und dankt es mit vielen Toren. Vier waren es allein
gegen den Tabellenletzten EHC Regensburg.
Dennoch grummelte Wanner anschließend und versicherte, dass der EHC 80 besser
und schneller spielen könne. Der 10:2-Erfolg in Bayreuth sowie der hohe Sieg im
Hinspiel sei den Jungs wohl etwas zu Kopf gestiegen. Doch letztlich ist das für
Wanner alles nur notwendiges Vorgeplänkel, denn erst in der Aufstiegsrunde im
Januar werde es richtig interessant. Vierter müssen die Nürnberger werden, um
sich zu qualifizieren, und dann beginnt das Punktezählen von vorn. Der
EHC-Trainer hofft, bis dahin noch einen erfahrenen Routinier für Einsätze bei
den Amateuren begeistern zu können. Einer, der den jungen, fleißigen Kader
stabilisiert. Einer, der aus einem talentierten Team ein Spitzenteam macht.
EV Pegnitz — EV Regensburg 1 b (Sonntag, 18 Uhr) — Im Hinspiel vor hat sich
Pegnitz mit einem knappen 4:2-Sieg für die überraschende Auftaktniederlage aus
der vergangenen Saison revanchiert. Dies sollte den EVP allerdings nicht allzu
sorglos werden lassen, will er den Tabellenzweiten endlich überholen. Vor allem
die Stürmer werden sich etwas einfallen lassen müssen, hat ihnen doch der
herausragende EVR-Keeper Huber nicht nur zuletzt manches Kopfzerbrechen
bereitet. EVP-Trainer Heinz Krieger kann voraussichtlich auf sein stärkstes Team
setzen, so dass die Fans wie gegen Bad Kissingen wieder ein rassiges Spiel
erwartet. ULRIKE BOLL/RICHARD REINL
21.11.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG