EVP ohne Tordrang
Gestern glanzloser 6:1-Erfolg über Erkersreuth

PEGNITZ — Wenn auch im Eishockey auf eine schlechte Generalprobe eine tolle Aufführung folgt, dann dürfen sich die EVP-Fans auf das Gipfeltreffen am Samstag beim hartnäckigsten Verfolger in Bad Kissingen freuen. Gestern nämlich konnten die „Icedogs“ beim 6:1 gegen Erkersreuth bei nasskaltem Wetter die Fans kaum erwärmen.

Eishockey-Landesliga Nord

EV Pegnitz — EC Erkersreuth 6:1 (3:0/1:1/2:0) — Das Geschehen in der Landesliga entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Pegnitz und Bad Kissingen. 21:5 Tore hatten die Unterfranken am Wochenende gegen die beiden Regensburger Vereine vorgelegt. Doch wer gedacht hatte, Schwindl & Co. würden gegen Erkersreuth, das zuletzt über ein 6:6 gegen Bayreuth nicht hinausgekommen ist, nachziehen, sah sich getäuscht.

Die Selber Vorstädter wurden zwar in der ersten Viertelstunde regelrecht in ihrem Drittel eingeschnürt und hatten in dieser Phase lediglich in der 8. und 12. Minute zwei Chancen, doch trotz gefälligen Passspiels ließ Pegnitz den direkten Drang zum Tor vermissen. Auch das 1:0 durch Marvanyi (8.) bewirkte wenig, im Gegenteil: Plötzlich bemerkte Erkersreuth, dass dem EVP mit Kampf Paroli zu bieten ist.

Wenn es doch noch zu einer beruhigenden 3:0-Pausenführung für Pegnitz kam, so nicht zuletzt Dank einer Zehn-Minuten-Strafe für den ECE-Routinier Sommerer nach einem Check von hinten, die die „Icedogs“ nützen konnten.

„Die wollen nur spielen und nicht kämpfen“, schimpfte EVP-Ehrenvorsitzender Walter Chwalka in der Pause und sein Eindruck bestätigte sich im Mitteldrittel, das die Gäste überraschend ausgeglichen gestalten konnten.

Auch im Schlussabschnitt plätscherte das Match ähnlich dahin, wie der mitunter arg störende Regen. Einziger Lichtblick war ein Doppelschlag zum 6:1 binnen 48 Sekunden in der 45. Minute.

Insgesamt hatte es Pegnitz seiner sattelfesten Abwehr und einem wiederum überragend haltenden Torwart Jens Braun zu verdanken, dass der Erfolg so deutlich ausgefallen ist. Gegen Bad Kissingen am nächsten Samstag muss auf jeden Fall mehr Kampfgeist gezeigt und so mehr Druck entwickelt werden, will die Mannschaft nicht ihre erste Saisonniederlage kassieren. Pech, dass dabei Böhner fehlen wird, der verletzungsbedingt voraussichtlich länger pausieren muss.

Die Torfolge: 1:0 (9.) Marvanyi/Jasny/Häußinger, 2:0 (16.) Skarupa/Fitzek, 3:0 (19.) Steffens/Schwindl, 3:1 (30.) Hohenberger/Peschek, 4:1 (35.) Steffens/Schwindl, 5:1 (45.) Schwindl/Steffens, 6:1 (46.) Graf/Häußinger/Marvanyi. Strafen: EVP zwei, ECE acht plus zehn Minuten für Sommerer. -rr-
 

15.12.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Vorbericht der NN vom 12.12.2003:

„Favoritenschreck“ gastiert
EVP empfängt am Sonntag den EC Erkersreuth — Remis gegen EV Regensburg

PEGNITZ — Nur einen Einsatz hat der EV Pegnitz an diesem Wochenende, doch der hat es in sich, gastiert doch mit dem EC Erkersreuth eine Mannschaft, die sich langsam aber sicher zum „Favoritenschreck“ entwickelt. Zuletzt ließen die Selber Vorstädter mit einem hochverdienten 6:6- Unentschieden gegen den EV Regensburg 1b aufhorchen.

Eishockey-Landesliga

EV Pegnitz — EC Erkersreuth (Sonntag, 18 Uhr) — Hinter den Kulissen gibt es immer noch Diskussionen um das Skandalspiel vom vergangenen Sonntag, das in der 32. Minute abgebrochen werden musste, weil Mitterteich nach einer Häufung von Strafzeiten keine Mannschaft mehr stellen konnte. Auch die Eishockey-Schiedsrichter der Region haben sich am Dienstag bei ihrem Treffen in Pegnitz mit den Vorfällen befasst. Eventuelle Sanktionen gegen die Stiftländer und eine endgültige Entscheidung über die Wertung des Spiels allerdings sind ausschließlich Sache des Verbands und des dort angesiedelten Sportgerichts, hieß es.

EVP-Spartenleiter Richard Hagen allerdings rät seiner Truppe im Hinblick auf das schwere Spiel am Sonntag, nicht mehr zurück, sondern nach vorne zu sehen: „Erkersreuth ist im Gegensatz zu früher nicht mehr „mit links“ zu schlagen. Die Mannschaft kommt immer besser in Fahrt und rechnet sich nach dem jüngsten Teilerfolg gegen Regensburg sogar noch theoretische Chancen für eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde aus.“

Besonders imponiert hat Hagen, dass Erkersreuth vergangenen Sonntag gegen die Donaustädter vor allem im Schlussdrittel mächtig aufgedreht und sich sogar Chancen für einen Sieg erarbeitet hat. Dabei hatten doch bisher meist die Donaustädter im dritten Drittel konditionelle Vorteile, was auch der EVP mitunter schon leidvoll erfahren musste.

Der ECE-Teilerfolg ist umso beachtlicher, als das Team bereits im ersten Drittel Baberske nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung verloren hatte. Der Stürmer wird wegen seiner Matchstrafe wegen eines vermeintlichen Schlittschuhtritts mit Sicherheit auch beim Auswärtsspiel in Pegnitz fehlen.

In Acht nehmen sollten sich die „Icedogs“ vor allem vor den Routiniers in den drei Blöcken des ECE. Insbesondere der Tscheche Elias ist enorm torgefährlich, wie die drei Treffer gegen den EVR bewiesen haben. Aber auch Peschek, Gärtner oder Hohenberger bringen viel Erfahrung mit.

EVP-Trainer Heinz Krieger hat seine Truppe eingeschworen, von der ersten bis zur letzten Minute Dampf zu machen. Der Grund: Als der EVP im Hinspiel nach einer 2:0-Führung die Zügel schleifen ließ, gewann Erkersreuth prompt das Mitteldrittel, ehe die „Icedogs“ dann im Schlussspurt noch für ein klares 8:2 sorgten.

Pegnitz will die Chance nützen, sich weiter für die schwereren Gegner in der Aufstiegsrunde warm zu spielen. Dies wird auch nötig sein, rüsten doch manche mögliche Gegner personell regelrecht auf. Der nächste Bayernkrug-Gegner Memmingen etwa will sich aus der Konkursmasse des Oberligisten EA Kempten bedienen. Der 22-jährige Stürmer Dollhofer wurde bereits verpflichtet, mit Pyka wird noch verhandelt. Hagen dagegen hält den EVP für stark genug: „Wir haben personell nichts vor.“ -rr-
 

12.12.2003 0:00 MEZ
 © NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG