EVP-Meisterstück
Verfolger SC Bad Kissingen hatte keine Chance

PEGNITZ — Begeistert kehrten die rund 60 Fans, die die Icedogs begleitet hatten, aus Bad Kissingen zurück: „Das war ein Meisterstück, darauf lässt sich in der Aufstiegsrunde aufbauen“. Auch Abteilungsleiter Richard Hagen schwärmte nach dem 7:3-Sieg: „Ein dickes Kompliment an Team und Fans für diese Superleistung.“

Eishockey-Landesliga

SC Bad Kissingen — EV Pegnitz 3:7 (0:3/0:2/3:2) — Euphorisch hatten die Unterfranken nach den jüngsten Erfolgen im Vorfeld schon vom nächsten Coup geträumt: „Ein Sieg mit vier Toren Unterschied über Pegnitz reicht und wir werden Gruppenmeister.“

Meisterlich war sicher die Show vor dem Spiel mit Cheerleaders und Feuerspucker, doch dann übernahmen schnell die Gäste das Szepter. Trainer Heinz Krieger hatte sein Team angestachelt, gegen den schärfsten Verfolger zu zeigen, was in der Qualifikationsrunde möglich und gegen die dann schwereren Gegner nötig sein wird.

Der EVP, der kurzfristig auf den grippekranken Fitzek verzichten musste, begann denn auch hochmotiviert mit drei Reihen. Einen Schock gab es in der 7. Minute, als Marvanyi nach einem Check mit ausgekugelter Schulter vorzeitig das Eis verlassen musste. Doch die Icedogs überstanden nicht nur eine Unterzahlsituation, sie legten in der Folge mit nur noch zwei Reihen sogar noch eine Schippe auf. Pegnitz ging in Führung, erhöhte kurz nach Ablauf einer Strafzeit für Bad Kissingen auf 2:0 und lochte 18 Sekunden vor der Pause zum vorentscheidenden 3:0 ein.

In der Kabine forderte der Coach noch mehr von seinen Schützlingen: „Bad Kissingen wird sich im Mitteldrittel revanchieren und den Rückstand aufholen wollen. Das dürfen wir nicht zulassen.“ Gesagt, getan: Schwindl markierte kurz nach Wiederanpfiff nicht nur das 4:0, sondern brach mit dem 5:0 in Unterzahl dem Gegner vorzeitig das Genick. „Abrazzo“ Adamczyk schwärmte im Live-Ticker: „Ja ist denn schon Weihnachten, 5:0, Wahnsinn!“

Erst im Schlussdrittel kam der SCK bei EVP-Unterzahl zum ersten Treffer, als der Kanadier Martin das einzige Mal sein Können aufblitzen ließ. Als kurz darauf Graf den alten Abstand wieder herstellte, war die Partie entschieden. Der SC Bad Kissingen musste anerkennen, dass dem EV Pegnitz in dieser Form und mit einem Jens Braun im Tor nicht beizukommen war. Trotzdem bekamen die rund 500 Zuschauer bis zum Schlusspfiff ein rassiges Match mit vielen Chancen auf beiden Seiten geboten.

Nach dem Spiel bedankte sich die Mannschaft bei den mitgereisten Fans mit der „Raupe“ für die tolle Unterstützung.

Die Torfolge: 0:1 (13.) Häußinger/Schwindl/Böhner, 0:2 (16.) Hausner/Schwindl, 0:3 (20.) Steffens/Böhner/Schwindl, 0:4 (23.) Schwindl/Steffens, 0:5 (25.) Schwindl/Häußinger, 1:5 (41.) Martin, 1:6 (46.) Graf/Häußinger, 2:6 (53.) Popek, 2:7 (57.) Jasny/Schwindl, 3:7 (58.) Mrachatz. Strafen: SCK 28, EVP 22 Minuten. -rr-

Landesliga Nord: EC Bayreuth — EHC Regensburg 8:3, EC Bayreuth — EC Erkersreuth 6:3, EHC Regensburg — EV Regensburg 1:8, SC Bad Kissingen — EV Pegnitz 3:7.

22.12.2003 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Icedogs fürchten Wölfe nicht
EV Pegnitz gastiert am Samstag beim direkten Verfolger SC Bad Kissingen


PEGNITZ — Nach den zwei Siegen und einem Torverhältnis von 21:5 aus den beiden Spielen gegen die Regensburger Teams befindet sich der SC Bad Kissingen im Freudentaumel. Vor dem morgigen Schlagerspiel gegen den bislang verlustpunktfreien EV Pegnitz träumen die Wölfe gar schon von der Meisterschaft, obwohl es doch vorerst „nur“ um den Gruppensieg geht.

Eishockey-Landesliga Nord

SC Bad Kissingen — EV Pegnitz (Samstag, 19.30 Uhr) — Ansonsten in der Liga bisher kaum echt gefordert, brennen die Icedogs regelrecht auf dieses Gipfeltreffen. Spartenleiter Richard Hagen: „Diesmal muss ich niemanden groß motivieren, jeder will dabei sein und mithelfen, die bisher porentief weiße Weste rein zu halten. Wir werden auch in Bad Kissingen keine vorzeitigen Weihnachtsgeschenke verteilen, sondern die Punkte selbst mit heim nehmen“.

Erleichterung herrscht dabei im EVP-Lager, dass sich die Verletzung von Konrad Böhner als nicht so gravierend herausgestellt hat. War vergangenen Sonntag noch von einem Schlüsselbeinbruch die Rede, so bekam der Crack inzwischen vom Arzt die Spielerlaubnis: „Alles halb so schlimm“.

Auch wenn die Oberfranken mit Ausnahme von Gerstner und Walther komplett antreten können, wird es doch die bislang schwerste Prüfung dieser Saison. Die Unterfranken schwimmen derzeit regelrecht auf einer Welle der Euphorie. Endlich scheinen die schon vor langem erhobenen Forderungen nach „Erneuerung“ und mehr „Professionalität“ zu greifen. Spielten die Bäderstädter in der Landesliga in den vergangenen Jahren nur eine Nebenrolle, so ist heuer den Wölfen schon jetzt der zweite Platz der Vorrunde nicht mehr zu nehmen.

Und die Mannschaft will mehr. Kaum ist mit dem Erreichen der Aufstiegsrunde zur Bayernliga das eine Saisonziel erreicht, formulieren die Verantwortlichen bereits das nächste: Den Gruppensieg. Es wäre der erste in der 25-jährigen Geschichte des Kissinger Eishockey-Clubs.

Die Stimmung in der Mannschaft ist fantastisch: „Seit Jahren waren wir in keiner besseren Ausgangslage.“ Eine Einschätzung, die selbst die Kontrahenten der Wölfe teilen. Gegen den EV Regensburg etwa lieferte der SC mit schönen Kombinationen und tollen Toren ein Landesliga-Duell auf höchstem Niveau. Einzig die hohe Anzahl von Strafen bereitet Kopfzerbrechen. Richard Hagen vom EVP: „Das Match wird auch durch Disziplin entschieden.“

Anders als im Hinspiel, das der EVP mit 5:2 Toren gewonnen hat, ist diesmal der Torjäger der Unterfranken, Kevin Martin, wieder mit von der Partie. Der Kanadier, der in Pegnitz gesperrt war, hat sich inzwischen in der Torschützenliste der Landesliga Nord mit 22 Treffern auf Platz zwei hinter Markus Schwindl (28) vorgearbeitet und Martin Wiener überholt. Man darf also davon ausgehen, dass das direkte Duell der beiden Top-Scorer vorentscheidende Bedeutung für den Ausgang des Spitzenspiels haben wird. -rr-

 
19.12.2003 0:00 MEZ
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