Bericht der NN vom 18.02.2005:
Schmidt wie ein Hexer
EVP-Rumpfteam schlug sich gegen Favoriten Landsberg wacker
PEGNITZ — Wer hätte das gedacht? Obwohl nur mit einer Rumpftruppe angetreten,
bereitete der Tabellenachte EV Pegnitz dem selbst ernannten Aufstiegsfavoriten
EV Landsberg gestern im ersten Play-off-Spiel der Eishockey-Bayernliga weit mehr
Probleme als erwartet.
Eishockey-Play-Off-Runde
EV Landsberg — EV Pegnitz 5:0 (1:0/2:0/2:0) — Kaum war die nachmittägliche
Eiskunstlauf-Gala beendet, bei der unter anderem auch WM-Teilnehmer Stefan
Lindemann zu bewundern war, sorgte der EVP für Erstaunen bei den rund 900
Zuschauern. Obwohl stark ersatzgeschwächt — neben Ponitz fehlte kurzfristig auch
Hausner — versteckte sich das Team von Coach Heinz Zerres keineswegs, sondern
spielte aus einer kontrollierten Defensive erstaunlich munter mit. Insgesamt
konnten die „Ice Dogs“ nur zwölf Feldspieler aufbieten, Schüssel, der erst vor
zwei Wochen reaktiviert worden ist, agierte dabei im ersten Sturm, kassierte
aber schon im ersten Drittel zehn Minuten Disziplinarstrafe wegen Reklamierens.
Olli Schmidt lieferte im Tor eine sensationelle Leistung ab, war aber beim
glücklichen 1:0 durch den ehemaligen DEL-Spieler und Ponitz-Kontrahenten
Christian Sandner machtlos, weil der Puck nach einem Pass unglücklich vom
Schlittschuh des EVP-Verteidigers Schrödinger ins Tor abprallte. In dieser Phase
war das Match mehrere Minuten unterbrochen, bis die kleinlich, aber gerecht
pfeifenden Schiedsrichter die vielen Strafen sortiert hatten. Kurz vor dem
Treffer spielte der EVP noch in Überzahl, beim ersten Gegentor aber wegen zwei
Mal zwei Minuten „Kühlbox“ für Jasny plötzlich in 4:3-Unterzahl.
Auch im Mitteldrittel baute der Gast keineswegs ab. Vielmehr eröffneten sich
Glück in Überzahl und Schwindl bei einem sehenswerten Solo zwei Riesenchancen,
bei denen der EVL-Starkeeper Sven Rampf seinen Kasten nur mit viel Dusel sauber
halten konnte. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die „Ice Dogs“ in diesem
Abschnitt keine einzige Strafe erlaubten, dauerte es fast zehn Minuten, ehe der
mit 17 Feldspielern zumindest personell übermächtige Gegner ein weiteres Tor
vorlegen konnte. Nach einem gekonnt vorgetragenen Spielzug verwandelte erneut
Sandner zum 2:0. Kurz vor der zweiten Drittelpause, als die EVL-Fans schon
skandierten „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, betrieb Schury mit dem 3:0 im
Nachschuss wenigstens etwas Ergebniskosmetik.
Im Schlussabschnitt schwanden dann verständlicherweise bei Pegnitz etwas die
Kräfte, musste sich doch der EVP mit nur zwei Blöcken drei starken Landsberger
Reihen erwehren. Erneut Schury stellte in der 46. Minute die Weichen endgültig
auf Sieg, Mayer erhöhte fünf Minuten vor Schluss zum 5:0-Endstand. Nicht nur
EVP-Spartenleiter Richard Hagen war nach dieser Energieleistung seiner Truppe
voll des Lobes: „Ich muss den Hut ziehen.“
Die Torfolge: 1:0 (11.) Sandner, 2:0 (30.) Sandner, 3:0 (39.) Schury, 4:0
(46.) Schury, 5:0 (55.) Mayer. Strafen: EVL: 16 plus zehn, EVP: 14 plus zehn
Minuten. -isi-
Weitere Ergebnisse:
Play-off: Pfaffenhofen — Burgkirchen 8:4, Geretsried — Dorfen 7:0, Erding —
Waldkraiburg 3:0.
Play-Down: Ottobrunn — Sonthofen 3:6, Königsbrunn — Fürstenfeldbruck 2:5,
Augsburg — Schongau 1:3, Dingolfing — Peißenberg 0:5 (BEV-Wertung). Die
Rückspiele finden am kommenden Freitag, eventuelle Entscheidungsspiele am
Sonntag, 27. Februar, statt.
21.2.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 18.02.2005:
Stefan Ponitz erhält absolutes
Spielverbot
Ärzte beenden Saison des EVP-Kapitäns vorzeitig - EV Landsberg bis auf
Hain komplett
PEGNITZ - Mit einer schweren Hypothek geht der EV Pegnitz in die Play-off-Runde:
Kapitän Stefan Ponitz erhielt absolutes Spielverbot, zwar nicht vom Verband, wie
vom Gegner EV Landsberg beantragt, sondern von den Ärzten. Wegen einer
rätselhaften Virusinfektion ist die Saison für ihn beendet. Trotzdem ist er
zuversichtlich: "Auch ohne mich werden sich die ,Ice Dogs' gegen Landsberg
durchsetzen."
Eishockey-Play-off-Runde
EV Landsberg - EV Pegnitz (Sonntag, 20 Uhr) - Das Untersuchungsergebnis des
Hausarztes, das inzwischen auch von einem Bayreuther Herzspezialisten bestätigt
wurde, schlug beim EVP ein wie eine Bombe. Dabei hatten sich die
gesundheitlichen Probleme bei Ponitz schon im jüngsten Vorrundenspiel in
Königsbrunn angedeutet: "Ich habe kaum mehr Luft bekommen und hatte schließlich
sogar Mühe, vom Eis zu fahren."
Nach den ersten Bluttests verhängten die Ärzte sofort ein absolutes Sportverbot.
Intensive Spezialuntersuchungen sollen die Ursache der Erkrankung klären.
Der Kapitän leidet selber am meisten: "Der Mannschaft jetzt in der
entscheidenden Phase der Saison zu fehlen, ist hart. Dabei hätte ich im
sportlich fairen Vergleich gerne bewiesen, dass ich vor niemandem in Landsberg
Angst habe, auch nicht vor Christoph Sandner: Ich habe mich nach den
Vorkommnissen in Pegnitz sofort bei ihm entschuldigt und freue mich, dass er
inzwischen wieder genesen ist."
Ins Reich der Fabel verweist Stefan Ponitz allerdings Meldungen aus Landsberg,
wonach er zwischenzeitlich in einem Brief die Übernahme aller finanziellen
Nachteile für den EV Landsberg versprochen habe: "Ich habe lediglich darum
gebeten, die Forderungen detailliert zu beziffern. Eine Antwort ist bislang
nicht eingegangen."
Formation ist noch offen
Welche Formation EVP-Trainer Heinz Zerres in Landsberg aufs Eis schickt, wird
sich erst am Samstag entscheiden, wenn vormittags ein Sondertraining ansteht.
Vorerst steht nämlich auch hinter dem Namen von Torjäger Markus Schwindl ein
dickes Fragezeichen: Er laboriert an einer Grippe.
Der Vorrunden-Spitzenreiter EVL dagegen kann bis auf Reiner Hain, der nach einer
Verletzung noch nicht schmerzfrei ist, erstmals seit vielen Wochen wieder
komplett antreten. Ob die Leistungsträger tatsächlich verletzt waren oder nur
geschont wurden, sei dahingestellt.
Trainer Rob Torgler hat jedenfalls nichts dem Zufall überlassen: Im vorletzten
Vorrundenspiel musste sogar der Verletzte Hain zu einem Kurzeinsatz auf das Eis,
um sich rechtzeitig die dritte Zehn-Minuten-Strafe einzusammeln, damit er nach
der inzwischen abgesessenen Spielsperre wieder unbelastet in die Finalrunde
gehen kann.
Torgler glaubt, dass nicht nur Erstrundengegner Pegnitz in zwei Spielen aus dem
Weg geräumt wird: "Kaum eine zweite Reihe der anderen Mannschaften dürfte in der
Lage sein, gegen unsere das Ergebnis zu halten - und der dritte Block ist jedem
unserer drei Blöcke klar unterlegen."
Nach der Enttäuschung im Vorjahr soll der Aufstieg heuer auf jeden Fall
geschafft werden: "Niemand beim EVL will mehr in der Bayernliga spielen."
EVP beugt sich dem Diktat
Übrigens: Das Auftaktspiel am Sonntag beginnt definitiv erst um 20 Uhr. Unter
Protest hat sich der EVP dem Diktat aus Landsberg gebeugt. Angeblich habe der
Verein die Verlegung wegen einer Eiskunstlauf-Show am Nachmittag schon
frühzeitig dem Verband gemeldet. Dieser habe es versäumt, den Spielplan zu
ändern und den Gastverein aus Oberfranken zu informieren.
Für EVP-Spartenleiter Richard Hagen bringt es nichts, nachzukarteln: "Wir wollen
uns in einem sportlich fairen Match gegen einen schier übermächtigen Gegner
achtbar aus der Affäre ziehen. Und vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung."
-isi-
18.2.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG