Bericht 1 der NN vom 15.11.2004:

EVP gebremst
ERC Sonthofen stoppte gestern „Ice Dogs“ — Steffens gesperrt

PEGNITZ — Die Euphorie im EVP-Lager bekam gestern Abend bei der 3:5-Niederlage in Sonthofen einen kleinen Dämpfer. Steffens ist zudem im nächsten Spiel gesperrt.

Eishockey-Bayernliga

ERC Sonthofen 5:3 (2:1/3:0/0:2) — Steckte die 350 Kilometer lange Anfahrt den „Ice Dogs“ in den Knochen oder vielleicht sogar die Siegesfeier vom Freitag? Fest steht, dass der EV Pegnitz gestern vor 500 Zuschauern beim bisherigen Tabellensechsten Sonthofen bei weitem nicht an die tolle Leistung der vergangenen fünf Spiele anknüpfen konnte.

Den Torreigen eröffnete der ERC-Goalgetter Teixeira schon der 4. Minute, Stöhr erhöhte wenig später auf 2:0. Für einen ersten Lichtblick sorgte kurz vor der ersten Sirene Kapitän Ponitz, als er den 2:1-Anschlusstreffer erzielte.

Wer gedacht hatte, Schwindl, Ponitz & Co. würden vielleicht wie am Freitag im Mitteldrittel wieder für eine Wende sorgen, sah sich getäuscht. Wurden am Freitag im Match gegen Schongau noch 70:20 Torschüsse verzeichnet, so erarbeitete sich der EVP gestern in den ersten beiden Dritteln gerade einmal ein Dutzend Chancen, die meist sträflich vergeben wurden.

Ganz anders die in allen Belangen überlegenen Gastgeber, die im Mitteldrittel erneut durch Teixeira sowie durch Sing und Cebulla das Ergebnis auf 5:1 schraubten. Hätte nicht Oliver Schmidt im EVP-Kasten immer wieder tolle Paraden gezeigt, wäre Pegnitz zu diesem Zeitpunkt schon weit höher in Rückstand gelegen.

Pegnitz ließ aber auch, gereizt von den Sonthofener Cracks, die sonst gewohnte Disziplin etwas vermissen. Im Mitteldrittel mussten Walther und Marvanyj nach einer Schlägerei schon in die „Kühlbox“, im Schlussabschnitt kassierte dann Steffens nach einer Rauferei sogar eine Spieldauerstrafe und ist damit am Freitag gegen Pfaffenhofen gesperrt.

Die Torfolge: 1:0 (4.) Teixeira, 2:0 (5.) Stöhr, 2:1 (17.) Ponitz/Steffens/Graf, 3:1 (26.) Teixeira, 4:1 (37.) Sing, 5:1 (39.) Cebulla, 5:2 (42.) Schwindl/Jasny, 5:3 (47.) Marvanyi/Schrödinger. Strafminuten: ERCS 22 plus Spieldauerstrafe für Erbersdobler, EVP 24 plus Spieldauer für Steffens. -isi-
 

15.11.2004 0:00 MEZ
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Bericht 2 der NN vom 15.11.2004:

Fans begeistert: „Fast so toll wie beim Aufstieg“
EVP-Chefin Murr: „Haben mit Zerres den richtigen Trainer geholt“ — Markus Schwindl Top-Scorer der Liga


Markus Schwindl spielt derzeit in blendender Form: Der Torjäger des EVP und Top-Scorer der Liga ist dabei nicht einmal von der gegnerischen „Flugabwehr“ zu bremsen. Foto: Irene Lenk

PEGNITZ — Die EVP-Vorsitzende Sigi Murr strahlte nach dem sensationellen 10:4-Kantersieg der „Ice Dogs“ gegen die EA Schongau über das ganze Gesicht: „Jetzt bin ich völlig sicher, dass wir mit Heinz Zerres den besten Trainer verpflichtet haben.“

Der Hintergrund: Die EA Schongau wird von Andreas Bentenrieder betreut, der vor Beginn der Saison ganz oben auf der EVP-Wunschliste gestanden ist, dann aber kurzfristig abgesagt hat.

Im Gegensatz zu Zerres, der auch nach dem EVP-Rückstand die Ruhe bewahrt hat, tobte Bentenrieder nicht nur in der Kabine, dass selbst die „Ice Dogs“ nebenan noch zusammenzuckten, sondern auch auf der Bank. Damit sorgte er für erhebliche Verunsicherung unter seinen Cracks, die schließlich gegen den EVP regelrecht unter die Räder gerieten und noch zweistellig verloren.

Kein Wunder, dass Heinz „Zorro“ Zerres stolz war auf seine Mannen. Seinen Vorteil sieht er in der größeren Erfahrung: „Bentenrieder hat eben bisher im Wesentlichen nur mit Nachwuchsteams gearbeitet. Das ist ein großer Unterschied.“ Zerres weiter: „Ein Lehrmeister hat mir einmal gesagt: Ein Trainer darf nicht schreien und nicht schwitzen. Er muss in Ruhe das Spiel analysieren und daraus die Lehren ziehen.“

Den Coach freut, dass seine Cracks trotz eines erheblichen Trainingsrückstands so gut in Form und so toll motiviert sind. Allen voran Markus Schwindl, der mit 31 Punkten aus 14 Toren und 17 Vorlagen zum absoluten Top-Scorer der Liga avanciert ist, hervorragend assistiert von Stefan Ponitz (20 Punkte aus sieben Toren und 13 Vorlagen) und Torsten Steffens (elf Punkte aus sieben Toren und vier Vorlagen). Damit gehört der erste Sturm der „Ice Dogs“ zu den gefährlichsten in der Bayernliga, obwohl nahezu alle anderen Teams namhafte Ausländer beschäftigen.

Aber auch die restliche Mannschaft bot gegen Schongau eine taktische und kämpferische Meisterleistung, wie man sie in Pegnitz schon lange nicht mehr gesehen hat. Fanclub-Organisator „Abrazzo“ Adamczyk: „Fast so toll wie beim Aufstieg.“ -isi-
15.11.2004 0:00 MEZ
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Bericht der NN vom 13.11.2004:

Tolle Aufholjagd
EV Pegnitz gewinnt nach 1:3-Rückstand noch mit 10:4 Toren

PEGNITZ — Ein hart umkämpftes Match lieferte sich der EVP gestern vor rund 500 Zuschauern mit der EA Schongau. Die Gäste gingen zwar mit 1:3 Toren in Führung, mussten aber nach einem starken Mitteldrittel der „Ice Dogs“ die Punkte in Pegnitz lassen. Im Schlussabschnitt dominierten klar die Zerres-Schützlinge.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz — EA Schongau 10:4 (1:3/4:0/5:1) — Obwohl als schlechter Starter bekannt, legten die Gäste aus Schongau in der 5. Minute das 0:1 vor, als der französische Torjäger der „Mammuts“, Jonathan Frenette, bei Überzahl im Nachschuss einlochte. Kutzer hatte nur 40 Sekunden vorher ein Strafe aufgebrummt bekommen. Nur eineinhalb Minuten später passierte auch der EAS ein Missgeschick: Als ein Verteidiger ausrutschte und den Puck verlor, verwandelte Ponitz einen Traumpass von Schwindl zum verdienten Ausgleich. Wenig später hatte der EVP sogar die Chance, in einer weiteren Überzahlsituation in Front zu gehen, doch im Powerplay klappte so gut wie nichts.
In der Folgezeit übernahm mehr und mehr der Gast das Kommando. Die Mannschaft von Andreas Bentenrieder wirkte cleverer und technisch versierter. Während Stürzl hinten die Fäden im Spielaufbau zog, sorgte der pfeilschnelle Frenette vorne stets für Gefahr.
Gerade, als sich die Oberfranken wieder etwas zu fangen schienen, nutzte Schongau individuelle Fehler der „Ice Dogs“ gnadenlos aus: Zunächst konnte EVP-Keeper Jens Braun nach einem Stürzl-Solo noch souverän klären, doch dann zog die EAS binnen 40 Sekunden kurz vor der ersten Pause auf 1:3 davon. Manche sahen in diesem Ergebnis schon eine Vorentscheidung. Torwart Braun war zu bedauern. Bei den ersten beiden Gegentoren war ihm die Sicht verdeckt, beim 1:3 stürmte Wandschura allein auf ihn zu.
EVP-Trainer Heinz Zerres blieb trotz des Rückstands in der Kabine ganz ruhig. Eindringlich appellierte er an seine Cracks, einfach nur das zu zeigen, was sie können: „Wenn ihr an euch glaubt, habt ihr eine Chance.“
Das scheint gefruchtet zu haben. Per Doppelschlag binnen nur 29 Sekunden sorgten Ponitz und Häußinger in der 23. Minute für den Ausgleich. Damit nicht genug: Bei einer Strafe gegen Schongau besorgte der gestern überragend agierende Stefan Ponitz die erstmalige Führung für die „Ice Dogs“, die auch in der Folgezeit ein tolles Kombinationsspiel aufzogen und Schongau plötzlich in arge Verlegenheit brachten.
Plötzlich „brannte“ es auf der EAS-Bank lichterloh: Bentenrieder sagte seinen Mannen unverblümt, was er von ihrem Eishockey hielt: Nichts.
Jetzt kam die große Zeit von Markus Schwindl: Zunächst konnte er nur durch ein Foul gebremst werden, doch nur Sekunden später schloss er ein weiteres Solo mit dem 5:3 ab, gekonnt erzielt aus ganz spitzem Winkel. Das Spiel hatte eine komplette Wendung erlebt. Pegnitz tat gut daran, weiter Gas zu geben und so die EAS nicht mehr ins Spiel kommen zu lassen.
Im Schlussdrittel „schlug“ Schwindl erneut zu und erhöhte auf 6:3, ehe Schongau wenig später das 6:4 gelang. Davon ließ sich Pegnitz aber nicht beeindrucken. Ponitz, Kutzer und Schwindl (2) brachten den EVP mit ihren Toren zum 10:4 endgültig auf die Siegerstraße.
 
Die Torfolge: 0:1 (5.) Frenette/Resch, 1:1 (6.) Ponitz/Schwindl, 1:2 (19.) Müller/Frenette, 1:3 (20.) Wandschura, 2:3 (23.) Ponitz/Schwindl, 3:3 (23.) Häußinger/Skarupa, 4:3 (27.) Ponitz/Schwindl, 5:3 (35.) Schiwndl, 6:3 Schwindl/Ponitz/Steffens, 6:4 (48.) Lippert, 7:4 (48.) Steffens/Ponitz/Schwindl, 8:4 (51.) Kutzer/Häußinger/Bartos. 9:4 (53.) Schwindl/Steffens/Schrödinger, 10:4 (56.) Schwindl/Ponitz. -isi-


13.11.2004 0:00 MEZ
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Vorbericht der NN vom 12.11.2004:

"Duell der Trainer“
Schongauer Coach Bentenrieder sollte zum EVP

PEGNITZ — In den siebziger Jahren soll eine Schongauer Mannschaft mit 30:0 Toren gegen den EVP gewonnen haben. Davon träumen die Oberbayern immer noch, wohl wissend, dass ein solches Ergebnis im heutigen Bayernligavergleich undenkbar ist. Im Gegenteil: Die „Ice Dogs“ wollen ihren Höhenflug fortsetzen und auch an diesem Wochenende die volle Punktausbeute einfahren.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz — EA Schongau (Freitag, 20 Uhr) — Alle sind sich einig: Der wichtigste Neuzugang beim EVP vor dieser Saison war der von Trainer Heinz Zerres. Dank seiner hervorragenden Vorbereitung rangieren die „Ice Dogs“ im oberen Tabellendrittel. Längst haben sie sich bei den Oberbayern Respekt verschafft, auch bei der EA Schongau.

Aber nicht nur das Duell der Spieler auf dem Eis steht heute im Mittelpunkt des Interesses, sondern auch das Aufeinandertreffen der beiden Trainer Heinz Zerres und Andreas Bentenrieder. Der Hintergrund: Der aktuelle Coach der EA Schongau stand zu Beginn der Saison ganz oben auf der EVP-Wunschliste. Beide Seiten waren sich weitgehend handelseinig, als Bentenrieder nach zahlreichen Stationen in ganz Süddeutschland beruflich wieder näher an seine Wahlheimat Unterfranken rücken wollte.

Für den Sinneswandel sorgte nicht zuletzt das Spiel der EAS gegen seinen Ex-Verein EV Landsberg 2000 in den Playoffs. Bentenrieder: „So wie die „Mammuts“ dabei gegen die favorisierten Landsberger aufgetreten sind, entsprach das genau meiner Auffassung von Eishockey.“ Als der frühere Schongauer Trainer Rudi Sternkopf zu seinem Heimatverein Geretsried zurückkehrte, entschloss sich Bentenrieder für einen Wechsel zur EAS.

EVP-Spartenleiter Richard Hagen bedauerte damals im NN-Gespräch zwar das Scheitern der Verhandlungen, war sich aber sicher: „Wir bekommen einen hervorragenden Coach und eine tolle Mannschaft.“ Recht hat er behalten. Heinz Zerres hat bislang in Pegnitz hervorragende Arbeit abgeliefert, auch wenn er längst noch nicht zufrieden ist: „Die Mannschaft muss noch konzentrierter und disziplinierter auftreten. Sie muss noch geradliniger und zielstrebiger agieren, weil in der Bayernliga mit Schönspielerei, Gezocke und Einhand-Eishockey kein Blumentopf zu gewinnen ist.“ Auch die konditionellen Grundlagen will Zerres weiter ausbauen: „Die Spieler müssen laufen, bis sie umfallen.“

Heute gegen den Tabellenelften Schongau sind sie aber gut beraten, sich die Kräfte gut einzuteilen, ist doch der Gegner dafür bekannt, dass er nur schwer in die Gänge kommt, im Schlussdrittel aber meist noch einmal voll aufdreht. Größte Vorsicht ist dabei vor Torjäger Jonathan Frenette geboten, der vom französischen Erstligisten HC Limoges gekommen ist und in der laufenden Saison schon zehn Mal eingelocht hat.

 

ERC Sonthofen — EV Pegnitz (Sonntag, 18 Uhr) — Der ERC, der vom ehemaligen EVP-Keeper Robert Galetta betreut wird, hatte zuletzt wegen einiger Sperren und Verletzungen vor allem in der Abwehr Personalprobleme. Doch die dürften bis Sonntag behoben sein. So rechnet sich Sonthofen gegen den Aufsteiger Pegnitz durchaus Chancen aus.

EVP-Coach Zerres hält dagegen: „Wir haben zwar in dieser Woche wegen der Schneefälle kaum trainieren können, aber wenn wir von Beginn an konzentriert auftreten, können wir gegen jeden Gegner mithalten, mit Ausnahme von Landsberg.“ Voraussetzung sei allerdings, von Beginn an hoch konzentriert an die Aufgabe heranzugehen.

Von der Statistik her ist der EVP auch gegen den Tabellenachten im Vorteil. Doch darauf gibt Zerres nichts: „Problematisch ist für uns, dass wir einfach nicht in einen geregelten Trainingsrhythmus kommen. Erst war es zu warm und jetzt hat es geschneit. Aber es geht aufwärts: Am Dienstag haben wir bei acht Zentimeter Neuschnee trainiert, am Donnerstag waren es nur noch sieben.“

Generell sieht der Trainer seine Mannschaft auf einem guten Weg: „Alle ziehen voll mit, dazu haben wir mit Ausnahme des Langzeitverletzten Torsten Glück, der noch etwa zwei Wochen fehlen wird, keine Ausfälle.“

Inzwischen haben sich die Erfolge der „Ice Dogs“ nicht nur in Bayern, sondern auch in der Region herumgesprochen. So hat jetzt auch TV Oberfranken Notiz vom EVP genommen. Diese Woche besuchte ein Team das Training, und heute Abend sollen erstmals Spielszenen gefilmt werden. RICHARD REINL


12.11.2004 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG