Bericht der NN vom 03.01.2004:
Fans schrien EVP zum Sieg
Nach 0:2-Rückstand noch 5:3 in Fürstenfeldbruck
PEGNITZ — Auch ohne die gesperrten Stefan Ponitz und Petr Cerny holte der EV Pegnitz gestern im Auswärtsspiel beim EV Fürstenfeldbruck mit einem 5:3-Erfolg beide Punkte. Wesentlich dazu beigetragen haben rund 120 Fans, die die „Ice Dogs“ nach einem 0:2-Rückstand regelrecht zum Sieg geschrien haben.
Eishockey-Bayernliga
EV Fürstenfeldbruck — EV Pegnitz 3:5 (1:0/1:3/1:2) — Die „Crusaders“ hatten eigentlich „Rache“ geschworen für die 2:6-Niederlage, die sie in Pegnitz erlitten hatten. Damals war ihr Top-Torjäger Manfred Schreiber nach einem rüden Foul an Markus Schwindl mit einer Spieldauerstrafe aus dem Verkehr gezogen worden. Diesmal fehlte er nach einer Matchstrafe und einer Sperre für vier Spiele erneut.
Aber auch Pegnitz war ohne Ponitz und Cerny (beide gesperrt) sowie Marvanyi (Heimaturlaub) gehandicapt. Nur gut, dass Neuzugang Andreas Herrmann erstmals zur Verfügung stand und so doch drei Reihen aufgeboten werden konnten. Er zeigte gute Ansätze, auch wenn die Bindung zu den Nebenleuten noch fehlte.
Die „Kreuzritter“ gingen schnell in Führung, doch die „Ice Dogs“ ließen sich davon wenig beeindrucken. Sie erarbeiteten sich Chancen um Chancen und hatten bald mehr vom Spiel, auch wenn es mit der Verwertung zunächst noch haperte. Selbst als Fürstenfeldbruck zu Beginn des Mitteldrittels kurz vor Ablauf einer Strafe für Jasny das 2:0 gelang, wurde auf Pegnitzer Seite noch niemand nervös. Im Gegenteil: Frenetisch angefeuert von mindestens 120 mitgereisten Fans übernahmen immer mehr die Oberfranken das Szepter. Binnen drei Minuten sorgten anschließend Steffens und Häußinger für den hoch verdienten Ausgleich.
Doch die Schwindl-Festspiele sollten erst noch beginnen: Auch ohne seinen Partner Stefan Ponitz bewies der Pegnitzer Torjäger erneut seine Gefährlichkeit. In der 34. Minute brachte er sein Team erstmals mit 3:4 in Führung und weil das den Fans so gut gefiel, besorgte er nach dem zwischenzeitlichen glücklichen Ausgleich durch den EVF das 3:4 sogar in Unterzahl. Zum krönenden Abschluss setzte er seiner Galavorstellung noch ein Sahnehäubchen auf: Als die „Brucker“ zwölf Sekunden vor Schluss ihren Keeper zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahmen, machte Schwindl zwei Sekunden vor dem Abpfiff mit einem „Empty-net-goal“ zum 3:5-Endstand den Sieg der „Ice Dogs“ perfekt. Auch Trainer Heinz Zerres war begeistert und nahm spontan eine Auszeit, damit die Mannschaft richtig feiern konnte.
Trotz des Siegs verlor der EVP allerdings einen Tabellenplatz, weil Waldkraiburg nach dem Kantersieg über Augsburg nunmehr das bessere Torverhältnis hat.
Die Torfolge: 1:0 (4.) Gulder, 2:0 (23.) Brunner, 2:1 (26.) Steffens/Schwindl, 2:2 (29.) Häußinger/Schwindl/Kutzer, 2:3 (34.) Schwindl/Häußinger/Graf, 3:3 (47.) M. Vilgertshofer, 3:4 (48.) Schwindl/Steffens/Bartos, 3:5 (60.) Schwindl/Graf. Strafen: EVF 24, EVP 18 plus zehn Minuten für Schrödinger wegen Checks von hinten. -isi-
3.1.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
Vorbericht der NN vom 31.12.2004:
„Außerirdischer“ ersetzt
Philipp Häußinger
Andreas Herrmann schnürt am Sonntag erstmals die Schlittschuhe für EVP —
Ponitz und Cerny gesperrt
![]() Spielt am Sonntag das letzte Mal für den EVP: Philipp Häußinger. Foto: Lenk |
Andreas Herrmann spielt am Sonntag zum ersten Mal im Trikot des EVP. |
PEGNITZ — Der eine macht vorläufig sein letztes Spiel für die „Ice Dogs“, der andere gibt gegen Fürstenfeldbruck seine Premiere: Weil Philipp Häußinger künftig wegen seines Studiums nicht mehr zur Verfügung steht, haben die Verantwortlichen des EVP auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen und mit Andreas Herrmann einen Top-Stürmer als Ersatz verpflichtet.
Eishockey-Bayernliga
EV Fürstenfeldbruck — EV Pegnitz (Sonntag, 17 Uhr) — Vor zwei Wochen bereits haben die NN berichtet, dass Andreas Herrmann in Pegnitz ein Probetraining absolviert hat und als möglicher Ersatz für Häußinger im Gespräch ist, der eigentlich Weihnachten schon das letzte Mal auflaufen wollte. Wegen der Sperren für Stefan Ponitz und Petr Cerny aus dem Spiel gegen Sonthofen hat er sich allerdings zu einer „Zugabe“ überreden lassen.
Herrmann stammt aus einer traditionsreichen Selber Eishockeyfamilie: Der Neffe des ehemaligen Nationalverteidigers Manfred Ahne hat den Beruf des Metzgers erlernt, ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau, die in Erlangen als Krankenschwester tätig ist, in Zeil am Main.
Der 26-jährige Stürmer stand im Alter von drei Jahren zum ersten Mal auf Schlittschuhen. Mit 17 Jahren spielte er mit Selb in der damaligen „Hacker-Pschorr-Liga“. Weitere Stationen in seiner Karriere waren der Zweitligist Neuwied, die Oberligisten ESV Bayreuth, Höchstadter EC und Hassfurt sowie zuletzt der nordrhein-westfälische Regionalligist „Ice Aliens“ Ratingen. Bei den „Außerirdischen“ sammelte Herrmann in der laufenden Vorrunde in zwölf Spielen insgesamt 23 Scorer-Punkte, die sich auf zwölf Tore und elf Vorlagen verteilten.
EVP-Trainer Heinz Zerres ist froh, dass er den Neuzugang, der schon beim EVP mittrainiert hat, am Sonntag in Fürstenfeldbruck erstmals einsetzen kann, um so den personellen Engpass einigermaßen zu überbrücken. In welcher Formation die „Ice Dogs“ gegen „Bruck“ auflaufen, ist jedoch noch völlig unklar, nachdem derzeit die halbe Mannschaft an grippalen Infekten laboriert, darunter auch Torjäger Markus Schwindl. Das gestrige Training wurde deshalb ganz gestrichen, um der Mannschaft Gelegenheit zu geben, nach dem schweren Spiel gegen Sonthofen wieder etwas Kraft zu tanken.
Auf jeden Fall will Zerres versuchen, gegen den Tabellenelften, der schon neun Minuspunkte mehr auf dem Konto hat als der EVP, so lange wie möglich mit drei Blöcken zu operieren. Entgegen kommt ihm dabei die Tatsache, dass auch der gegnerische Top-Torjäger Manfred Schreiber fehlen wird. Er wurde vom Sportgericht nach einer Matchstrafe wegen eines Bandenchecks mit Verletzungsfolge im Spiel gegen Burgkirchen für vier Begegnungen gesperrt. Bis auf weiteres fehlt bei den „Crusaders“ ferner Eric Mascall, der in Südafrika Urlaub macht.
Gut beraten sind die „Ice Dogs“, wenn sie ihr besonderes Augenmerk auf Johnny Bärlund legen. Bis vor kurzem war der finnische Verteidiger noch beim Oberligisten ESV Bayreuth aktiv. Als dort sein Vertrag aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlängert worden ist, wechselte er nach Fürstenfeldbruck, wo er sich zum Einstand gleich in die Scorerliste eingetragen hat und zum Bayernliga-Spieler der Woche gekürt worden ist.
Wie Sonthofen pflegt auch Fürstenfeldbruck das rustikale Eishockey. So hagelte es im Hinspiel beim 6:2-Sieg schon jede Menge Strafzeiten. Auch damals hatte sich Schreiber besonders hervorgetan: Als er Schwindl eine klaffende Wunde im Gesicht zugefügt hatte, war das Spiel für ihn nach einer Spieldauer-Disziplinarstrafe beendet.
Aus der Erfahrung des jüngsten
Spiels heraus sollten die Pegnitzer in Fürstenfeldbruck besonnen agieren und
sich nicht provozieren lassen. Dann ist ein Sieg möglich. -isi-
31.12.2004 0:00 MEZ
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