Bericht der NN vom 17.01.2005:

Hirvonen überragend
Neuer EAS-Keeper brachte EVP-Stürmer zur Verzweiflung

PEGNITZ — Trotz einer weiteren Auswärtsniederlage konnten die „Ice Dogs“ gestern in Schongau erhobenen Hauptes vom Eis fahren. In einem interessanten und schnellen Match war es vor allem dem überragenden neuen Keeper der EAS, Martti Hirvonen, zu verdanken, dass die „Mammuts“ die Punkte behalten durften.

Eishockey-Bayernliga

EA Schongau — EV Pegnitz 3:2 (1:1/1:0/1:1) — Vor rund 200 Zuschauern gingen die Gastgeber in der 7. Minute durch ihren gefährlichsten Angreifer, den Franko-Kanadier Jonathan Frenette in Führung. Doch die Oberfranken steckten nicht auf: Kurz vor Ende des ersten Drittels schlug das Erfolgsduo erneut zu. Auf Pass von Stefan Ponitz egalisierte Markus Schwindl, das Spiel war wieder offen.

Anders als zuletzt beim Debakel in Burgkirchen zeigte die Mannschaft, die auf die beiden Verteidiger Vlastimil Bartos (schulisch verhindert) und Marco Graf (verletzt) verzichten mussten, diesmal viel Kampfgeist. Den Schützlingen von EVP-Trainer Heinz Zerres eröffneten sich dabei immer wieder hochkarätige Chancen, die jedoch bis auf wenige Ausnahmen vom EAS-Keeper Hirvonen mit tollen Paraden zunichte gemacht wurden.

In der Folgezeit avancierte der 1975 in Helsinki geborene Finne zum besten Mann auf dem Eis. Dem kürzlich erst verpflichteten Torhüter, der mit einem deutschen Pass spielt und deshalb das Ausländerkontingent der Schongauer nicht belastet, war seine langjährige Erfahrung beinahe bei jeder Aktion anzumerken. Unter anderem war Hirvonen schon für die Kölner „Haie“ in der DEL im Einsatz. Auch in der Region ist er durch seine Engagements in Peißenberg (1999/2000), Weiden (2000 bis 2002), Amberg und in Bayreuth, wo er im Laufe dieser Saison einmal kurz ausgeholfen hat, bestens bekannt. Nachdem der Fitnesstrainer, der in Weilheim wohnt und arbeitet, zum Jahreswechsel ohne Verein war, griff der neue EAS-Trainer Ignaz Berndaner spontan zu und hat damit offensichtlich einen guten Fang gemacht.

Notwendig wurde das Nachrüsten auf der Torhüterposition in Schongau, nachdem sich Talent Moritz Stalter auf eigenen Wunsch zurückgezogen hat und Florian Dick als Rettungssanitäter mitunter auch am Wochenende beruflich gefordert ist.
Doch Hirvonen ist nicht die einzige Neuwerbung der EAS. Vom Oberligakader des SC Riessersee kam noch der 20-jährige Verteidiger Sebastian Kastner, der schon Bundesligaluft geschnuppert hat. Sein ehemaliger Mannschaftskollege Stefan Marschall, ebenfalls mit nach Schongau gewechselt, musste gestern allerdings wegen einer Spieldauersperre zuschauen. Der vierte Neuzugang, Bastian Simmler aus Kaufbeuren, trug sich dagegen im Mitteldrittel beim 2:1 gleich in die Torschützenliste ein.

Als Brahmer zu Beginn des Schlussdrittels auf 3:1 erhöhte, schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch die „Ice Dogs“ bäumten sich noch einmal auf. Als Kutzer der Anschlusstreffer gelang, blies Pegnitz noch einmal zu einer regelrechten Aufholjagd, wobei erneut die Sturmreihe mit Ralf Skarupa neben den beiden Neuzugängen Petr Cerny und Andreas Herrmann einen hervorragenden und gefährlichen Eindruck hinterließ. Herrmann wurde zwar kurz vor Schluss im Gesicht verletzt, spielte aber trotz einer Platzwunde bald wieder mit. In der Schlussphase nahm Trainer Zerres noch den gestern gut haltenden Jens Braun zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Das nächste Wochenende wird hammerhart für den EVP: Am Freitag gastiert der unangefochtene Spitzenreiter EV Landsberg, am Sonntag müssen die „Ice Dogs“ beim Tabellenzweiten in Erding antreten.

Die Torfolge: 1:0 (7.) Frenette, 1:1 (17.) Schwindl/Ponitz, 2:1 (34.) Simmler, 3:1 (46.) Brahmer, 3:2 (51.) Kutzer/Schrödinger/Hausner.
Strafen: EAS vier, EVP zehn Minuten. -isi-

17.1.2005 0:00 MEZ
NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN PEGNITZ

 

Bericht der NN vom 15.01.2005:

Fans und Team sind versöhnt
EV Pegnitz besiegte Drittletzten Ottobrunn mit 7:2

PEGNITZ — Fans und Cracks hatten sich unter der Woche wieder versöhnt und so war gestern spätestens nach dem 7:2-Sieg über Ottobrunn die Pegnitzer Eishockeywelt wieder in Ordnung.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz — ERSC Ottobrunn 7:2 (2:0/3:2/2:0) — Schon nach 25 Sekunden jubelten die Zuschauer, doch der Treffer wurde nicht gegeben, weil das Tor verschoben war. Anschließend wogte das Match fünf Minuten lang ohne Unterbrechung und ohne große Chancen hin und her. Der EVP musste den verletzten Verteidiger Graf ersetzen, außerdem hatte Trainer Zerres Kutzer anfangs eine schöpferische Pause verordnet und dafür Rembs ins Team genommen.

Als Ottobrunn die erste Strafe absitzen musste, besorgte Cerny nach einer sehenswerten Kombination das längst überfällige 1:0. Nur 50 Sekunden später baute Schwindl mit seinem 40. Saisontreffer den Vorsprung aus. In der Schlussphase des Drittels wurde eine 5:3-Überzahl nicht genutzt.

Auch das Mitteldrittel begannen die „Ice Dogs“ mit einem Mann mehr. Ottobrunn war gerade wieder komplett, als erneut Schwindl das 3:0 erzielte. Als wenig später den Gästen der erste Treffer gelang und sich nun auf beiden Seiten die Strafen häuften, schien Pegnitz nervös zu werden. Aber ein Traumtor von Herrmann nach einem Steilpass von Cerny, erzielt in Unterzahl, sorgte wieder für klare Verhältnisse. Damit nicht genug: Nur zwei Sekunden nach Ablauf einer weiteren Strafe des ERSCO legte Schwindl das 5:1 nach. Beim 5:2 machte Torhüter Braun erneut keine allzu gute Figur.

Im Schlussdrittel machte der EV Pegnitz den Sieg perfekt.

Die Torfolge: 1:0 (8.) Cerny/Herrmann/Schwindl, 2:0 (9.) Schwindl/Ponitz, 3:0 (23.) Schwindl/Steffens/Ponitz, 3:1 (24.) Schneidewind/Till, 4:1 (26.) Herrmann/Cerny/Schrödinger, 5:1 (30.) Schwindl/Bartos, 5:2 (33.) Till/Schneidewind, 6:2 (46.) Marvanyi/Walther/Kutzer, 7:2 (59.) Ponitz/Schwindl/Steffens.
Strafen: EVP zehn, Ottobrunn 28 Minuten.

Am Sonntag muss der EVP bei der EA Schongau antreten, die sich in letzter Sekunde auch noch den 20-jährigen Riesserseer Verteidiger Sebastian Kastner verpflichtet hat. Marschall, ein weiterer EAS-Neuzugang, muss allerdings am Sonntag wegen einer Spieldauersperre pausieren. -isi-

14.1.2005 0:00 MEZ
NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN PEGNITZ

Vorbericht der NN vom 14.01.2005:

Fan-Protestaktion nach Debakel
Zerres bittet um Verständnis — Heute Rehabilitation? — Graf fällt für den Rest aus

PEGNITZ — „Daheim hui — Auswärts pfui“, „570 km mit dieser Leistung? Nein danke“. Mit solchen Plakaten äußerten einige Fans nach dem 3:15-Desaster in Burgkirchen beim Dienstag-Training ihren Unmut. Sie erwarten am Wochenende eine Trotzreaktion der Mannschaft und weitere wichtige Punkte für die Teilnahme an der Play-off-Runde.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz — ERSC Ottobrunn (Freitag, 20 Uhr) — Auch Trainer Heinz Zerres ärgert sich immer noch über die Packung von Burgkirchen, und er versteht sogar die Wut der Fans. Dennoch bittet er darum, „die Kirche im Dorf zu lassen“ und nicht gleich alles schlecht zu reden. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir die schlechtesten Rahmenbedingungen der ganzen Liga haben und dass die Mannschaft bisher trotzdem viel mehr erreicht hat, als ihr realistisch zuzutrauen war. Wir sind nicht unschlagbar und müssen uns weiter mächtig anstrengen, um die Teilnahme an den Play-offs zu erreichen.“

„Zorro“ Zerres erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass zwar einige neue Spieler zum EVP gestoßen, dass dafür aber andere ausgefallen sind. „Wir haben nur ausgetauscht, während sich andere — auch Burgkirchen — personell verstärkt haben.“ Und die Probleme bei den „Ice Dogs“ werden eher größer: Marco Graf hat sich am Montag beim Tennisspiel ein Innenband gerissen und fällt damit bis Saisonende aus. Er wird in der Verteidigung genau so fehlen wie Vlastimil Bartos, der aus persönlichen Gründen in den nächsten Wochen nur sporadisch zur Verfügung steht. Dafür wird Torsten Glück in die Verteidigung zurückbeordert, was aber wieder den Sturm schwächt.

Gerade im Vergleich mit Burgkirchen („Die Mannschaft ist wie ein Tsunami über uns hereingebrochen“) macht Zerres die unterschiedlichen Voraussetzungen deutlich: „Die Kelten haben eine tolle Halle, bei uns sind heuer schon 13 von insgesamt 29 geplanten Trainingseinheiten dem Wetter zum Opfer gefallen. Erst am Mittwoch bin ich in Höhe Weißenstadt wieder umgekehrt, nachdem mich Kapitän Ponitz davon unterrichtet hat, dass das Stadion unter Wasser steht. Wenn dann der Wettergott mitspielt, streikt die Eismaschine, oder der Zamboni läuft nur auf zwei Zylindern.“

Der Mannschaft will Zerres bei der Auswärtsschwäche keine Absicht unterstellen: „Wer verliert schon gerne zweistellig? Burgkirchen ist eben alles gelungen, uns nichts. Auch wir fahren nicht gerne 570 Kilometer, um uns eine Packung abzuholen.“ Und „Zorro“ ist sogar wieder zu Scherzen aufgelegt: „Wir haben im Vergleich zu den Fans auch noch den Nachteil, dass es bei uns zumindest auf der Hinfahrt kein Bier gibt.“

Der Drittletzte Ottobrunn ist heute der richtige Gegner für eine Versöhnung mit dem Anhang, hat doch der ERSC überhaupt erst vier Spiele gewinnen können, eines davon zuletzt gegen den Tabellennachbarn Königsbrunn, und nicht einmal halb so viele Tore geschossen wie der EVP. Alles andere als ein Sieg der „Ice Dogs“ wäre eine Überraschung. Trainer Zerres wird allerdings nicht müde, vor allzu großer Euphorie zu warnen: „Wir sind noch längst nicht durch und brauchen weiter jeden Punkt, schließlich kommen die ganz schweren Gegner erst noch.“

EA Schongau — EV Pegnitz (Sonntag, 17 Uhr) — Das Hinspiel haben Schwindl, Ponitz & Co. klar mit 10.4 Toren gewinnen können. Sie sollten sich aber daran erinnern, dass das damals ein schweres Stück Arbeit war, mussten sie doch einem 1:3-Rückstand hinterherlaufen. Ein Kraftakt im Mitteldrittel sorgte dann für die Wende. Diesmal wird es sicherlich noch schwerer, hat sich doch die EAS mit dem finnischen Goalie Martti Hirvonen verstärkt, der zuletzt nicht nur beim Oberligisten Bayreuth, sondern vorher auch schon für die Kölner „Haie“ in der DEL das Tor gehütet hat. In Weiden (2000 bis 2002) wurde er zwei Mal in Folge als bester Torhüter der Regionalliga ausgezeichnet.

Ein Wiedersehen wird es in diesem Match mit Ignaz Berndaner geben, der nach seiner Entlassung in Peißenberg neuerdings Schongau trainiert. Der Alt-Internationale kann dort neben dem Top-Torjäger Jonathan Frenette auch einige Neuzugänge wie Stefan Marschall und Sebastian Simmler aufbieten. Zerres: „Uns erwartet deshalb am Sonntag mit der neuen EAS ein ganz anderer Gegner als noch im Hinspiel.“ -isi-
 

14.1.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG