Bericht der NN vom 07.02.2005:

Forderung nach drittem Schiedsrichter wird immer lauter
Waldkraiburgs Trainer Feistl kritisiert Unparteiische: Fachlich wie läuferisch überfordert" - ESV Bayreuth gastiert


Andreas Herrmann (r.) ergänzte sich anfangs gut mit Petr Cerny (M.) und Ralf Skarupa (l.). Jetzt aber muss er aus gesundheitlichen Gründen passen. Foto: Pfrogner

PEGNITZ — Nicht nur im bezahlten Fußball, auch in der Eishockey-Bayernliga tobt derzeit eine Schiedsrichter-Diskussion. Allerdings wird den Unparteiischen hier nicht etwa Wettbetrug, sondern schlicht und ergreifend Unfähigkeit und Überforderung vorgeworfen. Der Wunsch nach einem dritten Schiedsrichter wird deshalb immer lauter.

Da hatten sich die beiden Schiedsrichter Bauer und Wittmann im Vorfeld des Nachholspiels zwischen dem EV Pegnitz und dem EHC Waldkraiburg so angestrengt: Als es wieder einmal Probleme mit der Eisbereitung gab, packten sie kurzerhand Schippe und Schaufel, um die Spielfläche säubern zu helfen. Und trotzdem ließ vor allem der Gästetrainer Klaus Feistl bei der Pressekonferenz nach dem Match kein gutes Haar an den beiden „Zebras“. Beiden fehle nicht nur der nötige Sachverstand, sie hätten zudem auch wegen läuferischer Probleme dem Spiel kaum folgen können. Obwohl eigentlich nach Feistls Meinung nur für Anfängerklassen geeignet, hätten sie viel zu stark in das Geschehen eingegriffen und zudem Trainer wie Spieler auf der EHC-Bank immer wieder in unqualifizierter Art und Weise angegriffen. Feistl: „Gegen solche Schiedsrichter zu spielen, ist schwer.“ Was den Gästecoach so aufregte: Seine „Löwen“ saßen allein im Mitteldrittel 22 Minuten im „Käfig“ und kassierten insgesamt 36 Strafminuten, obwohl sie sonst zu den fairsten Teams der Liga zählen. Es hätten noch mehr werden können, wenn die Schiedsrichter gesehen hätten, wie nach der Entscheidung auf Penalty für Pegnitz von der EHC-Bank eine Plastik-Trinkflasche quer über die halbe Spielfläche flog. Feistl hierzu: „Ich bin nur aus Versehen gegen die Flasche gestoßen, die auf der Bande gestanden ist.“ Schon einmal in Fahrt, berichtete er weiter, dass er eigentlich Verbandsaufsicht für das Nachholspiel hatte beantragen wollen. Das Misstrauen habe dabei nicht etwa dem EVP gegolten, obwohl sein Trainerkollege Heinz Zerres seiner Ansicht nach den ersten Spielabbruch regelrecht provoziert habe, sondern den beiden Schiedsrichtern, die auch im ersten Aufeinandertreffen vom Verband schon eingeteilt waren. Er, Feistl, habe dann aber doch darauf verzichtet, wie er im Nachklang auch von der eigentlich fälligen Zusatzmeldung absehe: „Ich bin von den Fans hinter der EHC-Bank mehrfach mit Bier überschüttet und angespuckt worden.“ Wenigstens zollte er dem Team der „Ice Dogs“ Anerkennung für eine starke Leistung. Schade sei aber, dass im Pegnitzer Stadion unwürdige Rahmenbedingungen herrschen. Das Spiel will Feistl erneut zum Anlass nehmen, einen dritten Schiedsrichter für Bayernliga-Spiele zu fordern. Und er glaubt, Hinweise dafür zu haben, dass der Verband für die nächste Saison entsprechend plant. EVP-Trainer Zerres würde das nur unterstützen: „Das Niveau in der Bayernliga ist mittlerweile so hoch und das Spiel so schnell, dass zwei Schiedsrichter glatt überfordert sind.“ Auch über das Match wurde noch gesprochen, wobei sich Feistl und Zerres im Lob über die Akteure einig waren. Insbesondere Gästekeeper Nico Bunck wurde nach seiner langen Verletzung eine herausragende Leistung attestiert. Zerres: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, vor allem wenn man unsere Personalsituation berücksichtigt und die Tatsache, dass Waldkraiburg zu den Top-Teams der Liga zählt.“ Kritik übte er nur am Durchhänger im Mitteldrittel und an der Undiszipliniertheit von Stephan Kutzer, der mit seiner unnötigen Strafe kurz vor Schluss den Sieg des EHC begünstigt habe. Wichtig sei gewesen, dass die Stürmer wieder getroffen haben: „Das gibt Mut für die Play-Off-Runde.“

Marco Graf bald fit

Einer allerdings wird dann nicht mehr dabei sein. Wegen allzu großer gesundheitlicher Probleme wird Zerres auf weitere Einsätze des Neuzugangs Andreas Herrmann verzichten: „Das Risiko ist viel zu groß.“ Aber auch eine positive Nachricht hatte der Trainer: Marco Graf ist genesen, er steht in Kürze wieder zur Verfügung. Weil am kommenden Freitag das Heimspiel gegen den EV Dingolfing ausfällt — die Mannschaft hat sich vom Spielbetrieb zurückgezogen — findet am Aschermittwoch, 9. Februar, um 19.30 Uhr ein Freundschaftsspiel gegen den Oberligisten ESV Bayreuth in Pegnitz statt. -isi-
 

7.2.2005 0:00 MEZ
QUELLE: NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN PEGNITZ

Bericht der NN vom 05.02.2005:

Packender Schlagabtausch mit Waldkraiburg
EV Pegnitz lag schon mit 1:3 Toren zurück - Im Schlussdrittel boten die
"Ice Dogs" eine tolle Aufholjagd

PEGNITZ — Von wegen lustlos: Nach einer längeren Schwächeperiode präsentierte sich der EHC Waldkraiburg gestern in Pegnitz wieder voller Elan und lieferte sich mit dem EV Pegnitz einen offenen Schlagabtausch, in dem die „Ice Dogs“ erst im Schlussdrittel Paroli bieten konnten.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz — EHC Waldkraiburg 4:6 (0:2/1:1/3:3) — Im Gegensatz zum ersten Anlauf für dieses Spiel, der am 17. Dezember wegen starken Regen- und Schneeschauer nach dem ersten Drittel abgebrochen werden musste, herrschten gestern optimale äußere Bedingungen. So hatten sich nicht nur zahlreiche Schlachtenbummler aus Waldkraiburg auf den Weg gemacht. Da die restliche Bayernliga spielfrei war, waren zudem befreundete Fans aus Erding und Selb mit dem Zug nach Pegnitz gekommen. Auch gestern durften anfängliche Probleme mit dem Zamboni wieder nicht fehlen. Als die Fräswelle eingefroren war, halfen sogar die Schiedsrichter mit, das Eis mit der Schippe zu säubern.

Nachdem der Boden endlich bereitet war, boten beide Teams den rund 460 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch mit zahlreichen hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. In der 12. Minute hatte Ponitz die beste Gelegenheit, den EVP in Führung zu schießen. Während er aber allein gegen den EHC-Keeper Bunck vergab, lochte im direkten Gegenzug Führmann für die Gäste ein. Helle Aufregung herrschte dann in der 13. Minute, als die Schiedsrichter ein reguläres Tor für Pegnitz nicht anerkannten, sondern statt dessen einen Penalty gaben, weil ein EHC-Crack den Puck mit der Hand aus dem Torraum geschlagen hatte. Was die Unparteiischen übersehen hatten: Der Puck war vorher schon vom hinteren Torgestänge ins Spielfeld zurück geprallt. Markus Schwindl vergab anschließend im direkten Duell mit dem Torwart die Chance zum Ausgleich. Auch in der Folge hatte der EVP mehrfach Gelegenheiten, doch wieder war Waldkraiburg cleverer: Eine 5:3-Überzahl wurde zum 0:2-Pausenstand genützt.

Im Mitteldrittel ging bei den „Ice Dogs“ zunehmend die Ordnung im Spiel verloren, auch beim fliegenden Wechsel gab es immer wieder Probleme. Kurzum: Es war reichlich Sand im Getriebe. Die Folge war das 0:3 für die Gäste durch den 42-jährigen Vitus Mitterfellner. Besser wurde es erst wieder, als die „Löwen“ Strafzeiten in Serie kassierten — allein im MItteldrittel 22 Minuten, darunter zehn Minuten Disziplinarstrafe für Ludwig. Nachdem Bartos in Überzahl das 1:3 besorgt hatte, loderte plötzlich wieder das Feuer im EVP-Angriff, doch weitere Treffer ergaben sich daraus zunächst nicht. Trainer Heinz Zerres: „Das ist viel zu wenig, wir müssen aggressiver zu Werke gehen.“

Die Kritik ist auf fruchtbaren Boden gefallen: Im Schlussdrittel starteten die „Ice Dogs“, begünstigt durch weitere Strafen für den EHC, eine tolle Aufholjagd. Zunächst sorgte Schwindl für den Anschlusstreffer, dann Schrödinger und Cerny zweimal für den Ausgleich, ehe Waldkraiburg doch noch der Sieg gelang.

Die Torfolge: 0:1 (12.) Führmann/Hämmerle/Cormbeen, 0:2 (19.) Waldmann/Zerwesz, 0:3 (33.) Bartos/Cerny/Glück, 1:3 (33.) Bartos/Cerny/Glück, 2:3 (45.) Schwindl/Steffens/Ponitz, 3:3 (47.) Schrödinger/Ponitz/Schwindl, 3:4 (55.) Richter, 4:4 (55.) Cerny/Jasny/Schwindl, 4:5 (58.) Lehner, 4:6 (60.) Crombeen. -isi-

5.2.2005 0:00 MEZ
QUELLE: NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN PEGNITZ

 

Vorbericht der NN vom 04.02.2005:

Im schlimmsten Fall "droht" erneut Landsberg
Jeder Punkt ist für die Ausgangslage des EVP wichtig - Pegnitz und Waldkraiburg wollen Negativserie beenden
  
PEGNITZ - Die Teilnahme an der Play-off-Runde ist für den EVP angesichts eines Vorsprungs von vier Minuspunkten und 27 Toren so gut wie sicher, das Saisonziel damit erreicht. Trotzdem ist jeder weitere Punkt wichtig bei der Entscheidung über den ersten Gegner in der K. o.-Runde. Im schlimmsten Fall droht den "Ice Dogs" noch einmal der Oberliga-Aspirant EV Landsberg.

Eishockey-Bayernliga

EV Pegnitz - EHC Waldkraiburg (Freitag, 20 Uhr) - Während die restliche Bayernliga an diesem Wochenende ausgelassen Fasching feiern kann, müssen die "Ice Dogs" und die "Löwen" nachsitzen. Bekanntlich ist das erste Aufeinandertreffen in Pegnitz am 17. Dezember nach dem ersten Drittel wegen heftiger Schneestürme beim Stand von 2:1 für die Gäste abgebrochen worden.

Wochenlang rangierten Pegnitz und Waldkraiburg in direkter Nachbarschaft in der Tabelle, oft nur durch das Torverhältnis getrennt. Dabei könnte der EHC viel weiter vorn platziert sein, wäre im Herbst nicht vergessen worden, den Pass für den Ex-Bayreuther Dale Crombeen rechtzeitig verlängern zu lassen. Bekanntlich hat der Verband dem Verein in der Folge vier Punkte aberkannt.

Starteten die Gäste nach diesem Rückschlag zunächst eine tolle Aufholjagd, so schwächeln sie, seit die Teilnahme an den Play-off-Spielen feststeht. Zuletzt gingen sie in vier von fünf Spielen als Verlierer vom Platz, nur gegen den TSV Erding konnten sie punkten.

Vor allem die näheren Umstände der vom Ergebnis her eigentlich achtbaren 2:4-Niederlage beim Spitzenreiter EV Landsberg erzürnte die Fans: Es war noch nie so leicht gegen den Oberliga-Aspiranten, fehlten doch beim EVL Werner und Martin Kößl, Christoph Sandner, Alexander Breitner, Markus Haschka, Simon Arzt, Thomas Zeck, Rainer Hain und Daniel Möhle (alle verletzt), zudem wurde Keeper Sven Rampf geschont.

Doch Waldkraiburg ließ jeglichen Einsatz und Kampfgeist vermissen, nicht einmal die vermeintlichen Stars konnten sich gegen die Landsberger Junioren durchsetzen. Im ersten Drittel beispielsweise gewannen die "Löwen" nicht ein einziges Bully und kamen durch Vitus Mitterfellner auch nur zu einer halben Torchance, andere Torschüsse gab es 20 Minuten lang nicht. Selbst nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 war keinerlei Aufbäumen zu sehen.

Was ist also los mit so klangvollen Namen wie Rainer Zerwesz, Dale Crombeen oder Christian Waldmann, warum können auch die beiden Neuzugänge aus Rosenheim, Peter Berger und Vitus Mitterfellner, nicht die erwarteten Akzente setzen?

Pegnitz, das zuletzt ebenfalls nicht an die tolle Hinserie anschließen konnte, wird gut daran tun, sich von den jüngsten Leistungen der "Löwen" nicht blenden zu lassen, brauchen doch diese jeden Punkt, wenn sie mit Heimrecht in die Finalrunde starten wollen. Und vor allem vor dem Oldie Vitus Mitterfellner hat der Pfaffenhofener Trainer Andy Malysiak seinen früheren Eishockey-Lehrer, den EVP-Coach Heinz Zerres, gewarnt: "Der ist zwar schon 42 Jahre alt, aber mit allen Wassern gewaschen und verfügt über einen unglaublich harten Schuss."

Auch für die "Ice Dogs" ist jeder Zähler wichtig, will doch das Team in der Finalrunde dem Saisonverlauf das Sahnehäubchen aufsetzen. Deshalb ist Platz sechs in der Vorrunde das erklärte Ziel, wäre doch dann die Wahrscheinlichkeit groß, in der K. o.-Runde auf den Mitaufsteiger Erding zu treffen. Im ungünstigsten Fall allerdings droht mit Platz acht ein nochmaliges Duell mit Landsberg, und dann könnte die Eiszeit in Pegnitz schnell vorüber sein.

Obwohl Vlastimil Bartos heute wieder mit von der Partie ist und die Abwehr somit steht, hat "Zorro" Zerres doch auch diesmal personelle Probleme, die insbesondere mit dem Neuzugang Andreas Herrmann in Verbindung stehen: "Er ist nach seinen zahlreichen Krankheiten und Verletzungen derzeit psychisch so labil, dass ich ihn eigentlich nicht mehr als feste Größe einrechnen kann." Auch heute wird er deshalb fehlen.

Vielleicht kann der EVP trotzdem an die tolle Vorstellung vom ersten Saisonspiel anknüpfen, als in Waldkraiburg ein von niemanden erwartetes 2:2-Unentschieden gelungen ist. -isi-

4.2.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG