Bericht der NN vom 04.07.2005:

Trainer für Nachwuchs
Ralf Skarupa absolviert soziales Jahr beim EV Pegnitz


EVP-Trainer Stefan Ponitz (links) mit den Neuen (von links) Florian Diener, Christof Hagen, Lukas Knorre, Marco Zimmermann und Philipp Sintenis. Rechts der neue sportliche Leiter Mark Gerstner. Fotos: Richard Reinl


Max Zimmermann (r.) wurde von Sigrid Murr (l.) für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Frank Gilligbauer fehlte.

PEGNITZ - "Die Vereinspolitik des EV Pegnitz ist auf Verlässlichkeit und langfristiges Denken angelegt", bekundete die alte und neue Vorsitzende des Vereins, Sigi Murr, bei der Hauptversammlung, die - bis auf die Internet-Querschüsse des Ex-Trainers Heinz Zerres (wir berichteten) - von großer Harmonie geprägt war.

Dies spiegelte sich auch in den völlig unproblematischen Neuwahlen wider, bei denen es nicht eine Gegenstimme gab. Vorsitzende bleibt Sigi Murr, ihr neuer Stellvertreter ist der bisherige Eishockey-Spartenleiter Richard Hagen, nachdem Ralf Putzin wegen der größeren Verantwortung im elterlichen Betrieb auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Neuer Schatzmeister ist Günther Skarupa, neuer Schriftführer Sascha Fitzek. Auch hier hatten die bisherigen Amtsinhaber Jürgen Stachowski und Kurt Seiffert um Ablösung gebeten.

Sigi Murr hatte eingangs die erfolgreiche erste Bayernliga-Saison noch einmal Revue passieren lassen: "Wir haben nicht nur sportlich unser Ziel voll erfüllt, sondern auch die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen gemeistert." Das Eisstadion sei Dank der Eissport-Dienstleistungsgesellschaft und zahlreicher Helfer mit Leben erfüllt worden.

Das Hauptaugenmerk gelte auch künftig neben der ersten Mannschaft als Aushängeschild vor allem der Nachwuchsarbeit. Der Spieler Ralf Skarupa, der ein freiwilliges soziales Jahr beim EVP absolviert, wird ganztägig als qualifizierter Trainer zur Verfügung stehen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen soll intensiviert werden.

Zur Seite stehen wird ihm hier der neue EVP-Nachwuchsleiter Thomas Schmidt, der nach eigenen Aussagen von seinem Vorgänger Alfons Kopp eine gut organisierte Abteilung übernimmt. So können für die kommende Saison mit eigenen Kräften eine Kleinschüler- und Knabenmannschaft gemeldet werden. Die Schüler bilden eine Spielgemeinschaft mit Amberg, die Jugend spielt beim ESV Bayreuth. Dort und in Nürnberg sind auch Pegnitzer Junioren willkommen, wie Schmidt, selbst Vater eines kompletten Nachwuchssturms, vermeldete. Geplant sind ferner ein Nachwuchs-Trainingslager in Marienbad sowie eine Abenteuerfreizeit im Bayerischen Wald, bei der die Teamfähigkeit gesteigert werden soll.

Vorgänger Alfons Kopp freute sich bei der Eishockeyschule, die er weiter betreut, über ein immenses Interesse von bis zu 50 Kindern. Dies habe den Betreuern oft alles abverlangt. Mit Spannung erwartet wurde der Bericht des Schatzmeisters Jürgen Stachowski. Doch auch hier gab es eine positive Überraschung, wurde doch trotz erhöhter Anforderungen in der Bayernliga ein Plus von 1590 Euro erwirtschaftet. Die größten Posten auf der Ausgabenseite waren die Fahrtkosten (26 000 Euro) und die Ausrüstung (28 000), die Haupteinnahmen resultierten aus der Werbung (25 000) und Spenden (28 000). Der Gesamtetat belief sich auf rund 107 000 Euro.

Der neue sportliche Leiter Mark Gerstner berichtete über die fast abgeschlossenen Personalplanungen, nachdem nunmehr - wie von den NN bereits berichtet - mit dem Tschechen Petr Kuda ein ungemein erfahrener und technisch versierter Verteidiger gewonnen werden konnte. Er soll die Abwehr stabilisieren und den Sturm mit Steilpässen füttern. Vorgestellt wurden neben "Zimbo" Zimmermann, dem langjährigen Kapitän des ESV Bayreuth, auch die weiteren Ex-Bayreuther Philipp Sintenis und Florian Diener. Der neue dritte Torwart, Frederik Witte aus Hannover, fehlte noch. Die noch ausstehenden Gespräche mit zwei weiteren Kandidaten sollen in dieser Woche stattfinden.

Ziel ist laut Gerstner wieder ein Play-off-Platz, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Fix sind schon ein Trainingslager in Slany sowie Testspiele gegen Bad Kissingen, Halle, Leipzig, Mitterteich und Nürnberg. -isi-

4.7.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

 

Berichte der NN vom 02.07.2005:

„Zorro“ Zerres schwang die Peitsche
Kontroverse nach Stellungnahme im Internet — Leistung des Teams unstrittig

PEGNITZ – Eitel Sonnenschein herrschte gestern bei der Hauptversammlung des EVP. Die Teilnahme an der Playoff-Runde, ein vierter Platz in der Zuschauergunst und ein Markus Schwindl als Torschützenkönig, das war weit mehr, als man in der ersten Saison der Eishockey-Bayernliga erwarten konnte. Wenn trotzdem ein paar Wolken aufzogen, dann wegen einer Stellungnahme des Ex- Trainers Heinz Zerres im EVP-Forum.

Spartenleiter Richard Hagen zollte eingangs allen Mitstreitern Dank: „Der EVP stand näher zusammen, als es dem Verein von vielen Außenstehenden zugetraut wurde. Nur so kann das Unternehmen Bayernliga-Eishockey in Pegnitz sichergestellt werden.“ Das alles wurde erreicht trotz denkbar schlechter äußerer Bedingungen. So fand die Vorbereitung in Bayreuth, Weiden, Mitterteich, Leipzig, Halle und sogar im Pegnitzer Freibad statt, wo „Zorro“ Zerres seine Cracks Unterwasser-Eishockey trainieren ließ. Hagen bestätigte gerne, dass man mit dem Ex-Landshuter, anfangs als „Messias“ gefeiert, einen exzellenten Eishockey-Fachmann an der Bande hatte, dem ein maßgeblicher Anteil am Erfolg nicht abzusprechen sei.

Mittlerweile allerdings ist das Handtuch zwischen Zerres und dem EVP  zerschnitten. War den Verantwortlichen schon sauer aufgestoßen, dass der Trainer über die NN seinen Rücktritt erklärt hatte, so sorgte eine Erklärung im Internetforum, mit der er vor der Hauptversammlung der Verbreitung von „Lügen“ durch den Vorstand vorbeugen wollte, für neuen Zündstoff. Obwohl der Beitrag flugs wieder von der Homepage gelöscht war, nahm Hagen dazu Stellung. Zerres habe gewusst, dass es sich beim EVP um keinen Profiverein handle und dass hier die Bedingungen wegen des offenen Stadions noch schwieriger seien als anderswo. Wenn der frühere Trainer jetzt viele unbezahlte Kilometer mit dem Privatwagen beklage, dann müsse er sich fragen lassen, warum er seine Vereinswohnung in Pegnitz nicht mehr genützt habe und warum er nicht zu allen Auswärtsspielen im Bus mitgefahren sei. Auch den Vorwurf, Zerres habe von der Neuorganisation der Spartenleitung nur aus der Stadionzeitung des TSV Erding Kenntnis erhalten, ließ Hagen nicht gelten: Vielmehr sei mit ihm noch im alten Jahr über den richtigen  Zeitpunkt der Bekanntgabe gesprochen worden, die schließlich weit vor dem Spiel in Erding Ende Januar erfolgt sei. Auch wenn die erste Mannschaft das Aushängeschild des Vereins sei, könne ein Trainer dennoch nicht erwarten, dass sich alle anderen Abteilungen unterordnen müssten. Auch für Ausfälle in der Stadiontechnik oder beim Zamboni könne niemand zur Rechenschaft gezogen werden.

Hagen bestätigte, dass der Vorstand mit Zerres darüber geredet habe, ihn in seinem Vertriebsjob als Telefontarif-Verkäufer zu unterstützen. Eine Anzahl von 25 bis 30 „Vermittlungen“ pro Monat sei dabei aber nie im Gespräch gewesen. Trotzdem sei einiges getan worden, um ihm einen Kundenkreis näher zu bringen.

Richtig sei, dass witterungsbedingt nicht weniger als 28 von 56 Trainingseinheiten ausgefallen seien. Nicht wenige davon aber habe Zerres schon viele Stunden vorher von zu Hause aus selbst abgesagt, obwohl abends durchaus hätte trainiert werden können. Hagen: „Wir spielen immer wieder auf nassem Eis, also kann man auch bei  Regen trainieren.“ Das Argument, Zerres habe den auswärtigen Spielern nicht zumuten wollen, umsonst nach Pegnitz zu fahren, sei nicht stichhaltig. Schließlich sei die Fahrtpauschale vertraglich vereinbart gewesen, und einer Fahrgemeinschaft sei von einem Sponsor sogar ein Auto zur Verfügung gestellt worden. Niemand habe erwartet, dass Spieler auf Fahrtgelder verzichten müssten, wenn nicht trainiert  werde.

Hagen im Namen des Vorstands zusammenfassend: „Wir wollen nicht groß nachkarten und die letztlich sehr erfolgreiche Saison einfach in guter Erinnerung behalten. Ebenso will sich die Vereinsführung nicht gegen Kritik wehren. Sicherlich sind einige Denkansätze von Zerres künftig in das Gesamtkonzept einzubeziehen.“

Fairerweise sollten aber auch andere Passagen aus der Zerres-Stellungnahme, die den NN vorliegt, zitiert werden. Darin spricht der Ex-Trainer von einer Super-Mannschaft mit sehr viel Charakter und einer tollen Einstellung. Ein groß geschriebenes Danke zollte er auch den Betreuern: „Ich wünsche den Spielern, den Fans, dem Verein, allen Helfern, auch dem Vorstand von Herzen eine gute Saison, erfolgreiche Spiele, viele Tore und Punkte ohne Ende.“ ISI REINL
 
2.7.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Petr Kuda kommt
EVP holt tschechischen Verteidiger

PEGNITZ — Einen neuen Ausländer hatte der neue sportliche Leiter des EVP, Mark Gerstner, für die Hauptversammlung versprochen, und er hat Wort gehalten: Es handelt sich um den 36-jährigen Tschechen Petr Kuda.

Der Verteidiger hat in Litvinov und Kladno in der tschechischen Extraliga gespielt sowie später beim EHC Freiburg in der 1. Bundesliga. Zuletzt war er nach Stationen in Polen und Österreich in Finnland aktiv. Am Mittwoch wird er zum Beginn des Sommertrainings in Pegnitz erwartet.

Ebenfalls neu zu den „Ice Dogs“ kommt der 21-jährige Florian Diener, ein Stürmer aus der letztjährigen Oberligamannschaft des ESV Bayreuth. Hier wird er die Ex-Bayreuther „Zimbo“ Zimmermann, den langjährigen „Tigers“-Kapitän, und den Stürmer Philipp Sintenis wiedertreffen.

Als Backup-Torwart hält sich zudem der Bayreuther Student Frederik Witte, zuletzt bei den "Hannover Indians" aktiv, bei den „Ice Dogs“ fit. Schließlich hat — wie berichtet — Philipp Häußinger sein Comeback angekündigt. Neu dazu stoßen ferner die Youngsters Christof Hagen und Lukas Knorre. -isi-

2.7.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

Abteilungsleiter, Stadionsprecher und Busfahrer
Richard Hagen zog sich nach sechs intensiven Jahren aus operativer Arbeit zurück — Neuer Vize beim EVP


Hat sechs Jahre lang den Ton angegeben beim EVP, nicht nur bei der Aufstiegsfeier: Richard Hagen. F.: le

PEGNITZ — Sein Name steht wie kein anderer für den sportlichen Aufschwung des EV Pegnitz. Er war Spartenleiter, Stadionsprecher und Busfahrer, kurzum, er hat den Ton angegeben im Verein, nicht nur, als er bei der Aufstiegsfeier die Tuba gespielt hat. Jetzt musste er aus beruflichen Gründen im operativen Bereich zurückstecken, stellte sich gleichwohl gestern als neuer Zweiter Vorsitzender zur Verfügung. Die Rede ist von Richard Hagen.

Dem einstigen EVP-Geschäftsführer Hartmut Mendel bleibt es vorbehalten, Richard Hagen vor fast 25 Jahren für die Vereinsarbeit gewonnen zu haben. Damals engagierte er sich zunächst im neu gegründeten Fanclub und an der Seite von Karlheinz Haze in der Nachwuchsbetreuung, ehe er nach der Geburt seines Sohnes Christof, der heuer von den Bayreuther Junioren zu den ,Ice Dogs’ zurückkehrt, eine „Babypause“ einlegte.

Als der Verein 1996 für seinen finnischen Trainer Kai Puonti eine Wohnung suchte, war Hagen wieder zur Stelle. Er bot dem Coach eine Bleibe und war somit wieder ganz nah am Pegnitzer Eishockey.

Bald übernahm er auch Verantwortung: Bereits im Festausschuss für das Jubiläum „50 Jahre Eishockey in Pegnitz“ für den Nachwuchs aktiv, erschien er vielen auch der geeignete Mann, die damalige Führungskrise zu beenden: Richard Hagen wurde neuer Abteilungsleiter Eishockey im EVP. Und er führte sich im Festzelt mit einem Paukenschlag ein, als er mit dem Slowaken Jiri Svitak nicht nur einen neuen Trainer, sondern im Beipack mit Marian Stabel auch gleich einen neuen Stürmerstar präsentieren konnte.

Trotzdem lag noch vieles im Argen: „Wir haben damals die Saison nur dank unseres Teamgeistes überstanden.“

Hagen war das zu wenig: Bald ging er generalstabsmäßig das „Unternehmen Aufstieg“ an. Er setzte auf eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, legte großen Wert darauf, Eigengewächse zu fördern oder von anderen Vereinen zurückzuholen und dachte dabei stets strategisch: „Wir haben immer eine Saison vorausgedacht.“

Spätestens, als das Traumpaar Markus Schwindl/Stefan Ponitz für die „Ice Dogs“ auf Torjagd ging, war die Bayernliga das erklärte Ziel: Im ersten Jahr stand noch der übermächtige Konkurrent SB Rosenheim im Weg, im zweiten Jahr fehlten ganze 23 Sekunden zum Triumph. Hagen: „Als wir nach einer 6:2-Führung kurz vor Schluss noch den Ausgleich kassierten und in der Verlängerung zusammengebrochen sind, habe ich das erste Mal um den EVP geweint.“

Doch ein Richard Hagen gibt nicht auf: Ein Jahr später durfte er wieder Tränen vergießen, diesmal aus Freude über den Aufstieg nach einem mitreißenden Spiel gegen Fürstenfeldbruck: „Dieser Sieg und die anschließende Festwoche, das war das höchste.“

Mit der Bayernliga stiegen auch die Anforderungen an den Funktionär Hagen. Ob es um die Mannschaft ging, um den Betrieb des Eisstadions oder um Verbandsangelegenheiten, stets wurde erst einmal der „Richy“ gefragt. Hagen: „Auf meinen Dienstreisen im Hauptberuf habe ich täglich bis zu 80 Anrufe gezählt. Auch wenn ich die Arbeit gerne gemacht habe, so war mir doch klar, dass der EVP nicht zur Ein-Mann-Show verkommen durfte. Deshalb habe ich ein weiteres Ziel umgesetzt, Spieler nach ihrer aktiven Zeit weiter an den Verein zu binden. Mit Mark Gerstner, der jetzt den sportlichen Bereich verantwortlich leitet, und dem neuen Trainer Stefan Ponitz, der auf ärztlichen Rat die Schlittschuhe an den Nagel hängen musste, ist das bestens gelungen.“

Hagen hat die Verantwortung schweren Herzens abgegeben, aber ihm blieb keine andere Wahl: „Ich bin in meinem neuen Beruf als Vertriebsverantwortlicher für Hygienesysteme in ganz Nordbayern einfach zu sehr gefordert.“ Er erklärte sich aber gerne bereit, weiter mitzuhelfen, wenn sein Rat gefragt ist. Wenn er neuerdings als stellvertretender Vorsitzender fungiert, dann heißt das im Klartext: Auch in Zukunft geht beim EVP ohne Richard Hagen nichts. RICHARD REINL
 

2.7.2005 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG