| Zupackend und mit Herz |
|
Zupackend und mit Herz
Eishockey-Chefin Sigrid Murr feiert ihren 60. Geburtstag PEGNITZ - Ihren 60. Geburtstag feiert heute Sigrid Murr. Eigentlich ist sie Lehrerin für Sport und Französisch, wurde aber vom Leben ganz woanders hingespült: An die Spitze der Firma Complast und an die Spitze des EVP. Seit 1996 ist sie dessen Vorsitzende. Sigrid Murr wuchs in Nordenham an der Wesermündung auf. Sie kam sehr jung nach Pegnitz, weil ihr Vater hier Arbeit im Bergwerk fand. Im Kindergarten erlebte sie die legendären Tante Betty und Schwester Marie, machte Abitur und studierte in Heidelberg. »Irgendwann hab ich meinen Mann wiedergetroffen - wir waren in Pegnitz Nachbarn gewesen -, und darum zog ich zu ihm nach Nürnberg.« Gemeinsam bauten sie von dort im Pegnitzer Industriegebiet »Kleiner Johannes« die Firma »Complast« auf, die Spritzgussmaschinen aus aller Welt aufbereitet. Beide kamen schnell in Verbindung mit dem EVP: Sigrid Murr, weil sie schon beim ASV-Eislauf gewesen war, und Günther Murr, weil er einmal kurz als Vize einspringen musste, kommissarisch, als sein Vorgänger mit diesem Amt zu eigenwillig umgegangen war. Günther Murr wurde später noch einmal auf einen Vorstandsposten angesprochen, musste aber aus Zeitgründen ablehnen. Er empfahl seine Frau. Sie dachte, es geht um den Schriftführer (»da kann ich schon helfen«), stand aber plötzlich an der Spitze. »Da hieß es: ,Du musst dich bloß hinstellen, wir machen alles.‘ Aber es war dann andersherum.« Ein Klassenkamerad warnte sie: »Du traust dich was!« Aber er kannte Sigrid Murr nicht gut genug: »Als wieder ein vernünftiger Ruf da war, kamen auch die alten Kämpen wieder und sagten: ,Wir machen mit.‘ Inzwischen hab ich eine breite Basis, obwohl immer noch einige Wenige sehr, sehr viel machen.« Bei ihr selbst war es am Anfang so viel Arbeit, dass ihr Mann schimpfte: »Brems’, sonst kannst du dein Bett gleich mit ins Stadion nehmen.« Sigrid Murr hat heute genügend Helfer, die für spontane Aufgaben einspringen. Aber ihr fehlen immer noch Leute, die über die ganze Saison hinweg einen Bereich betreuen. »Die zum Beispiel Samstag und Sonntag mit zu den Spielen fahren. Da bräuchte ich manchmal ein bisschen Unterstützung.« Froh ist sie um ihre sehr guten Sportleiter, die selbstständig die Mannschaften aufstellen und Trainer werben. »Da mische ich mich nicht ein.« Sie antwortet auch ihrem Mann, wenn er fragt, wie es mit dem EVP-Konto aussieht: »Dafür hab ich meinen Schatzmeister. Denn meine Aufgabe ist es, Sponsoren- und Spendengelder aufzutreiben. Da spreche ich persönlich Firmen an. Es wird aber immer schwerer. Das könnte mehr sein.« Dieses Geld steckt Sigrid Murr bevorzugt in den Nachwuchs. Er ist für sie das A & O. »Seitdem klar ist, dass das Stadion bleibt, kommen die Kinder auch. Wir haben 40 Kinder im Training und 40 kamen zur Eislaufschule, die wir mit der VHS angeboten hatten. Diese Nachwuchsarbeit ist der Grundstein für einen Verein.« Ein zweiter Grundstein ist das gute Miteinander. »Ein Verein muss eine Familie sein, kein Funktionieren.« So eine Harmonie lässt gute Spieler zurückkehren, wenn sie sich bei anderen Vereinen umgesehen haben. »Sie müssen raus und sich entwickeln, das ist nötig. Aber sie kommen gern wieder, wenn sie bei uns eine schöne Zeit gehabt haben.« Sigrid Murr war froh, dass bei der Eishockey-WM diesmal nicht die Stars im Mittelpunkt standen, sondern Teams gewannen, die Mannschaftsgeist besitzen, »wo die Chemie stimmt«. »Das hat mich sehr gefreut; das bestätigte meine Einstellung.« tk ![]() Sigrid Murr. Ihre Söhne unterstützen sie inzwischen bei Complast. Foto: Lenk 5.6.2010 © NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG NG |
|
Copyright © 2010 www.evp.de. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software. |


